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Bad Doberan Doberaner Bauhof mit Lastenrad unterwegs
Mecklenburg Bad Doberan Doberaner Bauhof mit Lastenrad unterwegs
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06:00 11.03.2019
Ronald Beck vom Bauhof Bad Doberan ist jetzt mit dem Lastenrad in der Innenstadt unterwegs. Quelle: Anja Levien
Bad Doberan

 In Bad Doberan werden in den nächsten Wochen nicht nur Pakete mithilfe eines Lastenrades ausgeliefert, sondern auch Müll eingesammelt. Der Bauhof Bad Doberan testet mit dem Projekt „Ich entlaste Städte“ bis Ende Mai den Einsatz so eines Dreirades. Ziel der Aktion: Emission zu reduzieren und effizienter zu arbeiten.

„Seit dem vergangenen Jahr liefert UPS Pakete mit dem Lastenrad aus“, erläutert Clemens Weiss, wissenschaftliche Mitarbeiter des Kompetenzzentrums ländliche Mobilität, welches in Bad Doberan das EU-Projekt „Low Carbon Logistics“ umsetzt, welches den Güterverkehr in Städten reduzieren möchte. Im Gespräch mit Bauhofleiter Hans-Joachim Krüger habe sich ergeben, dass es auch hier Einsatzmöglichkeiten eines Lastenrades gebe. Das Projekt „Ich entlaste Städte“ stellt der Münsterstadt für drei Monate das Lastenrad zur Verfügung. „Damit kann die Stadt gucken, ob es sich in der Praxis umsetzen lässt und sich eine Anschaffung lohnt.“ 5000 Euro würde das Lastenrad kosten.

Lastenrad spart Zeit ein

Vor sich die Mülltonne, auf dem Gepäckträger einen Koffer mit Müllsäcken und anderen Utensilien fährt Ronald Beck seit zwei Wochen durch die Innenstadt und das Klosterareal. „Mit dem Lastenrad sind wir mobiler und schneller“, sagt Hans-Joachim Krüger. Das Einsammeln des Mülls in der Fläche, beispielsweise aus Gräben oder auf dem Klostergelände, sei effizienter, da mit dem Rad direkt vorgefahren werden könne. Mit dem Auto sei nicht jede Fläche zu erreichen, mussten zuvor Wege zu Fuß zurückgelegt werden. Das kostet Zeit.

Den Müll, den Ronald Beck einsammelt, übergibt er regelmäßig dem Müllfahrzeug, welches in der Stadt unterwegs ist und die Papierkörbe leert.

Mit dem Handy nimmt Ronald Beck vom Bauhof Bad Doberan die gefahrene Strecke über GPS auf. Quelle: Anja Levien

„Die Touren werden dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet“, sagt Clemens Wert. Ronald Beck zeigt auf das Handy, welches über GPS seine gefahrene Strecke aufzeichnet. Nach drei Monaten könne man die Daten auswerten. „Wir gucken uns die ökologischen und ökonomischen Ergebnisse an“, sagt Weiss und nennt als Beispiel die eingesparten Fahrzeugkilometer. Bauhofchef Krüger verweist auch auf die soziale Komponente: „Ein Mitarbeiter ohne Führerschein kann jetzt eigenständig arbeiten.“

Seit 28 Jahren ist Ronald Beck beim Bauhof. „Die ersten Wochen mit dem Lastenrad waren gut“, sagt der 51-Jährige. Er sei öfters auf das Gefährt angesprochen worden.

Hans-Joachim Krüger, Leiter Bauhof Bad Doberan: „Das Klosterareal ist stark frequentiert, da haben wir Müll rumliegen, obwohl eigentlich genug Behälter aufgestellt sind.“ Quelle: Anja Levien

Neben der Innenstadt und dem Klosterareal ist Ronald Beck auch Richtung Kammerhof und an den einfallenden Straßen unterwegs. „Das Klosterareal ist stark frequentiert, da haben wir Müll rumliegen, obwohl eigentlich genug Behälter aufgestellt sind“, sagt Hans-Joachim Krüger. Wenn auf der B105 oder der Dammchaussee Stau ist, „schmeißen die Leute den Müll aus dem Fenster“.

Bisher konnte durch das Lastenrad noch kein Auto eingespart werden. Dennoch: „Wir sind auf die Zukunft orientiert und wollen Forschungsprojekte initiieren. Das Lastenrad für den Bauhof ist effizient, das haben wir schon festgestellt“, sagt Bürgermeister Thorsten Semrau. Das UPS mit dem Lastenrad Pakete austeile, sei ein voller Erfolg. „Es hat sich für uns gezeigt, das Lastenrad wird angenommen. Das muss jetzt noch forciert werden.“

Clemens Weiss, Kompetenzzentrum ländliche Mobilität: „Das Ziel ist immer, dass sich Konzepte wirtschaftlich tragen. Dann hängt es am Unternehmen, das weiterzuführen.“ Quelle: Anja Levien

Das EU-Projekt läuft Ende Mai aus. Heißt, dann gibt es keine Förderung mehr. „Da müssen wir gucken, ob es für UPS wirtschaftlich ist, das weiterzumachen“, sagt Clemens Weiss. „Das Ziel ist immer, dass sich Konzepte wirtschaftlich tragen. Dann hängt es am Unternehmen, das weiterzuführen. Wir sind da, um den Stein anzustoßen“, so der Projektmanager.

Generell würden auch andere Paketdienste auf Lastenräder umstellen wollen. „Die testen und konzentrieren sich aber auf die Metropolen.“

Ob der Einsatz des Lastenrades in Bad Doberan, Lieferverkehr aus der Stadt gezogen und Emission reduziert habe, werde jetzt evaluiert. „Wenn es nicht in Strömen geregnet hat, war das Fahrrad jeden Tag im Einsatz.“

Anja Levien

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