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Bad Doberan Baustart für Service-Center
Mecklenburg Bad Doberan Baustart für Service-Center
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17:00 20.02.2019
Blickfang: So könnte das neue Service-Center an der Seedeichstraße in Heiligendamm aussehen.
Blickfang: So könnte das neue Service-Center an der Seedeichstraße in Heiligendamm aussehen. Quelle: Klaus König
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Heiligendamm

Bau in Sicht an der Seedeichstraße in Heiligendamm: Investor Klaus König hat jetzt in der Sitzung des Doberaner Bauausschusses den Startschuss für ein neues „Service-Center“ in unmittelbarer Nähe zur Ostsee angekündigt. „Die Baugenehmigung für zwei Flurstücke auf der rechten Seite wurde erteilt“, so König. „Im März wollen wir mit der Pfahlgründung loslegen.“ Auf Höhe des weißen Rettungsturms soll dann zunächst in einem ersten Abschnitt ein dreistöckiges Gebäude entstehen, in dem unter anderem eine Strandversorgung und eine öffentliche Toilette untergebracht werden.

„Die Baugenehmigung wurde erteilt –im März wollen wir mit der Pfahlgründung loslegen.“ Klaus König, Investor Quelle: Klaus Walter

„Das ist ganz in unserem Interesse“, sagte Norbert Sass, Leiter im Amt für Stadtentwicklung. „Und der Bebauungsplan wurde bewusst darauf abgestellt, hier auch Ferienwohnungen zuzulassen.“ Die werde es im zweiten Obergeschoss ebenfalls geben, versprach König: „Dazu kommen im Erdgeschoss sowie in der ersten Etage Gewerbeeinheiten – wie beispielsweise ein Restaurant und ein Café.“

Zweites Gebäude für Hotel und Dachterrasse

In einem zweiten Bauabschnitt könnte nach Königs Vorstellungen ein weiteres Gebäude hinzukommen, in dem möglichst ein Hotel untergebracht werden soll. „Dafür sind wir aktuell mit potenziellen Betreibern in Gesprächen.“ Auch für dieses Vorhaben wolle er möglichst bald einen Antrag auf Baugenehmigung stellen, so der Investor: „Wir sind bemüht, beide Abschnitte zu realisieren.“

Auf dem zweiten Gebäude soll es dann auch eine Dachterrasse geben – wie ebenfalls im Bebauungsplan vorgeben. Zwischen den beiden Häusern ist ein kleiner Durchgang zum Parkplatz geplant – unterirdisch verbunden werden soll das Ensemble mit einer durchgehenden Tiefgarage.

„Wir wollten erstmal wissen, was da genau geplant ist – das wissen wir jetzt und können damit umgehen.“ Norbert Sass, Leiter Amt für Stadtentwicklung Quelle: Lennart Plottke

Die Krux: Um die gesamte Fläche erschließen zu können, müsste König ein etwa 200 Quadratmeter großes Grundstück erwerben, das aktuell noch der Stadt gehört. Bislang hatte der Bauausschuss seine Zustimmung für den Verkauf verweigert, weil den Mitgliedern ein konkreter Vorentwurf für das Bauvorhaben fehlte. „Wir wollten erstmal wissen, was da genau geplant ist“, erklärte Norbert Sass. „Das wissen wir jetzt – und können damit bei künftigen Entscheidungen umgehen.“

Bauausschuss sendet positive Signale

Aus seiner Sicht seien die Grundvoraussetzungen erfüllt, meinte auch Ausschuss-Chef Joachim Seehaus: „Das Gebäude sieht zwar ganz schön futuristisch aus – aber wenn die Festsetzungen des Bebauungsplans eingehalten werden und auch der Landkreis das Vorhaben genehmigt, ist das schon in Ordnung.“

Sollten das die Stadtvertreter mehrheitlich auch so sehen, könnte ein jahrelanges Hickhack um das Areal an der Seedeichstraße zwischen Saisonparkplatz und Grand Hotel doch noch zu einem gütlichen Ende kommen.

Denn seit 2013 plant Investor König, das Gelände touristisch zu entwickeln. Viele Entwürfe, Pläne und sogar Klagen später wurde schließlich im August 2017 der Bebauungsplan 25 dahingehend geändert, dass in einem nun dreigeschossigen Gebäude neben einer Strandversorgung und öffentlichen Toiletten auch Ferienwohnungen, eine Betreiberwohnung sowie eine Tiefgarage möglich sind.

Strandversorgung soll gestiegenen Bedarf abdecken

Dass der Bau einer Strandversorgung notwendig sei, stehe außer Frage, machte Bauamts-Chef Norbert Sass deutlich: „Die Verhältnisse in Heiligendamm haben sich in den vergangenen Jahren komplett geändert – der Kinderstrand wird nicht mehr so genutzt, die Strandgäste verteilen sich Richtung Börgerende.“ Damit habe sich auch der Bedarf an einer Versorgung verdreifacht, so Sass: „Der aktuell schon vorhandene Imbiss ist einfach nicht mehr ausreichend, um den zwei Kilometer langen Strand auch nur ansatzweise versorgen zu können.“

Lennart Plottke