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Bad Doberan Bebauung in Neubukow: Diskussion um Gutachten
Mecklenburg Bad Doberan Bebauung in Neubukow: Diskussion um Gutachten
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11:00 23.05.2019
Blick auf die Baumgruppe und die Garagen an der John-Brinckman-Straße in Neubukow. Hier sollen Grundstücke für Wohnbebauung entstehen. Quelle: Anja Levien
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Neubukow

Aufgebrachte Gemüter bei der Stadtvertretersitzung in Neubukow am Dienstagabend: Die Anwohner der John-Brinckman-Straße wollten über das Immissionsgutachten sprechen, das die Stadt in Auftrag gab. Dabei geht es um eine geplante Bebauung von Einfamilien- und Doppelhäusern auf einem Waldstück. Während der Bürgerfragestunde ließ Stadtvertretervorsteher Diethelm Hinz einige Fragen zu und verwies dann auf den späteren Tagesordnungspunkt. Hier konnten die Anwohner jedoch keine Fragen stellen und fühlten sich unterdrückt. „Das ist eine Farce“, schimpfte ein Anwohner. „Wir waren davon ausgegangen, dass wir weitere detaillierte Fragen stellen können“, sagte Ronny Wünsch.

Rückblick: Die Stadt möchte auf einer überwiegend mit Birken bewachsenen Fläche drei Baugrundstücke ausweisen. Dafür sind die Fällung der Bäume und der Abriss einiger Garagen notwendig. Anwohner hatten bereits auf der Sitzung im April Bedenken geäußert. Die Bäume dienten als Immissionsschutz, seien deshalb gepflanzt worden. Die Stadt erwiderte, dass sie in den Akten der Stadt und beim Landkreis Rostock keine Schreiben dazu gefunden hätten, die dies belegten. In der Nähe befinden sich die Schweinemastanlage, Getreidelager sowie das Heizhaus der Stadtwerke Neubukow.

Der Landkreis Rostock hatte die Bauvoranfrage positiv beschieden. „Im Vorbescheid selber gibt es keine Auflagen hinsichtlich der Immission“, sagt Bauamtsleiterin Anke Schmuck-Suchland. „Zur Berücksichtigung der Bedenken der Bürger hat die Stadt beschlossen, ein Gutachten zu erstellen.“

Werte in der Nacht grenzwertig

Das Areal wurde als Mischgebiet eingestuft. „Die zulässigen Immissionswerte sind in der Nacht grenzwertig“, erläutert Schmuck-Suchland. Hier würden sie um 0,4 db(A) überschritten. Eine Nachfrage beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie habe ergeben, dass dies akzeptiert würde. Der Wert könne abgerundet werden, da das Gehör 0,4 db(A) nicht wahrnehme, erläutert Schmuck-Suchland.

Das Gutachten empfiehlt jedoch, Schlaf- und Kinderzimmer auf der den Gewerbeanlagen abgewandten Seite anzuordnen.

Anwohner kritisieren Messstellen

Die Anwohner kritisieren unter anderem die Messstellen für die Immissionswerte. „Sie sind nicht an den Baugrenzen vorgenommen worden. Dann wären es andere Werte“, sagt Ronny Wünsch. Die Immissionsorte habe der Gutachter gewählt, erwiderte Schmuck-Suchland. „Ich gehe davon aus, und darauf muss ich mich verlassen, dass das rechtssicher ist.“

„Der Bewuchs wird in dem Gutachten nicht berücksichtigt. Die Geholzgruppe hat keinen Immissionsschutz. Das ist rein psychologisch. Die Gebäude haben dann eine Abschirmwirkung“, so die Bauamtsleiterin.

Punkte, die Anwohner gegenüber der Stadt angesprochen hatten, seien geprüft worden, informierte Schmuck-Suchland während der Bürgerfragestunde. „Wir sind der Meinung, das Gutachten ist rechtssicher und dort ist eine gesunde Wohnbebauung möglich.“ In Bezug auf den Geruch würden die Werte eingehalten. Gerade hier hätte Anwohnerin Monika Schwarz einige Nachfragen gehabt. Diese blieben jetzt unbeantwortet.

Punkte, die beim Bauausschuss am Montagabend genannt wurden, seien nicht mit dem Gutachter besprochen worden. „Ich bin der Meinung, dass keine neuen Tatsachen aufgezeigt wurden“, so die Bauamtsleiterin.

40 000 Euro für Vorhaben im Haushalt

Ein Antrag von Michael Harms, erst die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens zu prüfen, fand bei den Stadtvertretern keine Mehrheit. 40 000 Euro sind in den Haushalt eingestellt, mit denen die Baumfällungen und der Garagenabriss finanziert würden.

Stadtvertreterin Lydia Fahed sagte: „Jeder Baum, der gefällt wird, ist für mich ein Problem.“ Steffen Keding äußerte Zweifel am Gutachten. Sabine Plümer wies darauf hin, dass Neubukow mehr Anfragen zum Bau von Einfamilienhäusern hätte, als die Stadt bedienen könne.

Am Ende stimmten die Stadtvertreter für das geplante Vorhaben, Lydia Fahed, Steffen Keding, Michael Harms und Bernd Fromm stimmten dagegen.

Ronny Wünsch und die Anwohner wollen sich erneut mit einem Schreiben an die Stadt wenden.

Anja Levien

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