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Bad Doberan Kröpeliner bei Yaks und Przewalskis
Mecklenburg Bad Doberan Kröpeliner bei Yaks und Przewalskis
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19:09 26.08.2019
Rüdiger Kropp behandelt die Wunde eines Yaks mit der Salbe, die ihm die Kröpeliner Rathauskollegen mit auf die Reise gegeben haben. Quelle: privat
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Schmadebeck

„Tempel mitten in der Stadt, auch Jurten – ein Wirrwarr von Alt und Neu. Holz, Blech, Glaspaläste, alles so ein bisschen durchmischt – noch keine richtige städtebauliche Ordnung, aber ein liebenswertes Chaos“, berichtet der Schmadebecker Rüdiger Kropp von seinen ersten Eindrücken in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator von Anfang August. „So eine Stadt ist schon interessant. Alles, was wir sehen, wie Straßen, Gehwege und Plätze, ist nicht vergleichbar mit uns.“

Da scheint wohl noch ein bisschen der langjährige Kröpeliner Bauamtsleiter durch, von dessen Stuhl sich Rüdiger Kropp im vergangenen April offiziell in den Ruhestand verabschiedet hatte. Dabei hatten ihm die Rathauskollegen eine Art Überlebenspaket für seinen schon damals avisierten Mongolei-Trip geschenkt, in dem sich auch eine Tube Pferdesalbe befand, die nun im fernen Osten sogar zu etwas Ruhm gekommen sein dürfte.

Davor fuhr die abenteuerlustige Reisegruppe aus dem deutschen Norden, unter anderen mit Filmemacher Andreas Höntsch und Drehbuchautorin Carmen Blazejewski an Bord, zunächst zwei Tage lang mit Kleinbussen russischer Bauart – via Dschingis Khans Hauptstadt Karakorum – in die Steppe, fernab der heute größten Stadt des mit rund drei Millionen Einwohnern am dünnsten besiedelten Staates der Welt. Denn sein Territorium ist immerhin viereinhalb Mal so groß wie Deutschlands Fläche.„82 Oktan, das riecht wie früher“, sagt Rüdiger Kropp über den Betriebsstoff der russischen Bullis von der Wolga. „Natürlich Allrad, ganz geländegängig, keine Klimaanlage, keine Scheibenheber – rustikale Autos.“ Ein abgerissener Stoßdämpfer wurde später mit Draht fixiert. Da auch auf eine Servolenkung verzichtet wurde, legte sich der Fahrer bei der Betätigung der Trommelbremsen voll aufs Lenkrad: „So verhinderte er ein Schlingern. Das kenne ich noch von meinem alten Lkw“, ergänzt der Pferdestärkenfreund, der aber auch auf Menschen zugeht, die ihn interessieren. So hatte er einen älteren Mongolen, „gezeichnet von Wind und Wetter und harter Arbeit“ gefragt, ob er ihn fotografieren dürfe, und ihm nach dem Bild zwei Euro geschenkt. Da näherte sich der Mann erfreut Rüdiger Kropp, schaute ihm tief in die Augen und packte plötzlich kräftig zu: „Er massierte mich, erkannte sofort Verspannungen und ruckste mich sogar zwei, drei Mal. Ich habe meinen Kopf seit Jahren nicht so frei bewegen können! – Das alles ohne Termin, ohne Rezept, ohne alles. Ich war begeistert.“ Das soll in der Mongolei nicht unüblich sein, erfuhren die Reisenden.

Mitbringsel: In der Mitte zwei originale Reitpeitschen, die Kropp-Kamera hatten drei Mongolen in der Steppe wiedergefunden, vorn das Teil einer Jurte, darüber eine typische Trinkschale. Quelle: Thomas Hoppe

Überraschend fand der Mecklenburger auch, dass man „alles was man hier über Pferdehaltung- und -pflege, über Sattel, Zaumzeug und Putzen lehrt“, größtenteils zu Hause lassen könne. „Hier gibt es super Pferde – über die Jahrhunderte gezüchtet – die ganz genügsam, aber auch ganz hart im Nehmen sind.“

„Mit das schönste Erlebnis“ auf seiner Reise nennt der Schmadebecker Halter von fünf Pferden, drei Lamas und eines Esels die Begegnung mit Przewalski-Pferden im Hustai-Nationalpark. Diese Wildpferde sind nach einem russischen Forscher benannt, der um 1878 herum diese Art erstmals wissenschaftlich beschrieb.

Von der Steppe ins Gebirge zogen die sechs Touri-Reiter dann mit ihrer Reiseleiterin, zwei Wege-Guides, einer Köchin und zwei Rinderführern für die fünf Yaks, die jeweils mehr als 100 Kilo Gepäck auf ihrem Kreuz geschleppt haben sollen. Da kam dann die besagte Kröpeliner Salbe zum Einsatz: „Ich habe alles aus dem Karton gebraucht, den mir meine Kollegen für die Reise geschenkt hatten. Die Pferdesalbe für ein zwei Pferde sowie ein Yak und die Wundsalbe für zwei Mongolen und mich. Ich hatte meinen Kopf an der niedrigen Jurten-Tür blutig geschlagen.“

Andreas Höntsch habe viele Szenen gefilmt und Rüdiger Kropp meint, da könnte bestimmt mal ein gemeinsamer Vortrag in Kröpelins Mühle draus werden – „wenn Interesse besteht“.

Von Thomas Hoppe

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