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Bad Doberan Was Filmschaffende und Autoren nach Kühlungsborn zieht
Mecklenburg Bad Doberan Was Filmschaffende und Autoren nach Kühlungsborn zieht
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16:12 04.10.2019
Fritz und Sophie Wepper standen im Jahr 2009 in Kühlungsborn und Heiligendamm für eine Folge der ARD-Krimireihe „Mord in bester Gesellschaft“ vor der Kamera. Quelle: dpa
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Kühlungsborn

Nicht nur bei Urlaubern ist Kühlungsborn beliebt, auch Buchautoren und Filmschaffende sind gerne in dem Ostseebad zu Gast. Der Schriftsteller Carsten Schütte lernte Kühlungsborn als Urlauber kennen. Jetzt macht er es zum Schauplatz seiner Romane. Die Thriller „Im Fokus“ und „Der Pelikan“ spielen beide dort. Für „Pelikan“ hat sich der Autor eine Kneipe im Bereich des Hafens ausgedacht. „Damit wir keinem zu nahe treten, ist es keine, die wirklich existiert.“

Vom Urlaubsort zum Thriller-Schauplatz

Carsten Schütte ist polizeilicher Fallanalytiker aus Niedersachsen und begeisterter Kühlungsborn-Urlauber. Sein erster Roman „Im Fokus“ spielt unter anderem in dem Ostseebad. Quelle: Verlag CW-Niemeyer

Carsten Schütte arbeitet bei der Polizei in Hannover als polizeilicher Fallanalytiker, sogenannter Profiler. In der Abteilung Operative Fallanalyse (OFA) hilft er vor allem, Mord- und Sexualdelikte aufzuklären. „Seit über 20 Jahren kommen wir regelmäßig im Urlaub nach Kühlungsborn“, sagt er. „Wir laufen die Promenade auf und ab, fahren mit dem Molli, sind in Rostock, sind in Warnemünde. Mittlerweile kenne ich mich ganz gut aus.“ Auch deshalb wählte er Kühlungsborn als Schauplatz: „Ich schreibe über Örtlichkeiten, die ich sehr gut kenne, damit es authentisch ist.“ Dabei besuche er nicht nur touristische Orte, sondern auch Industriegebiete.

Drehbuchautor erschließt „unentdecktes Land“

Nicht die Stadt, sondern die Umgebung hat es Rolf-René Schneider angetan. Er schrieb das Drehbuch zu einer Episode der ARD-Krimireihe „Mord in bester Gesellschaft“. Für „Alles Böse zum Hochzeitstag“ drehte er im September 2009 vier Wochen lang unter anderem mit Fritz Wepper, dessen Tochter Sophie und mit Christian Kohlund. Rolf-René Schneider wurde durch seine Frau auf die Region aufmerksam. „Sie war vor vielen Jahren bei einer Hochzeit in Klein Boltenhagen und es hat ihr gut gefallen. Damals war es noch ein Stück unentdecktes Land.“ Bevor er mit dem Schreiben begann, sei er selbst nach Kühlungsborn gefahren, um sich umzusehen. „Ich war – auf neudeutsch gesagt – geflasht.“ Was ihm besonders gefallen hat, sei die unberührte Natur. „Es gab natürlich viel Landwirtschaft, aber die Felder hatten etwas Urtümliches.“ Auch die Vielfalt der Landschaft sei reizvoll „Sie haben hier das Hinterland mit gemähten Feldern, kleine Waldwege und das Meer.“ Positiv aufgefallen sei ihm auch der hiesige Menschenschlag, der dem Filmteam sehr offen begegnet sei. Nach den Dreharbeiten seien viele mit dem Wunsch weggefahren, wiederzukommen.

Filme transportieren ein Bild der Stadt

Unentdecktes Land ist die Umgebung von Kühlungsborn nun nicht mehr: „Kühlungsborn hat es über die Jahre hinweg geschafft eine deutschlandweite Bekanntheit aufzubauen“, sagt Katja Schneider von der Tourismus, Freizeit und Kultur GmbH Kühlungsborn (TFK). Dabei hätten auch Romane und Filme eine Rolle gespielt: „Orte/Städte die gleichzeitig Schauplatz von Romanen und Filmen sind, haben immer auch eine kulturwirtschaftliche Bedeutung. Besonders das Format Film transportiert die Bilder einer Stadt in die Öffentlichkeit.“ Als Stadt habe man so natürlich die Chance, eine entsprechende Außenwahrnehmung zu generieren und seinen Bekanntheitsgrad zu steigern, sagt Katja Schneider. Entscheidend sei allerdings das jeweilige Format und dessen Qualität. „Eine positive mediale Aufmerksamkeit ist dabei selbstverständlich imagefördernd.“

Weitere Bücher und Filme

Marc Kayser: „Schwarzer Falter“. In dem Thriller geht es um einen Unfall an der Seebrücke in Kühlungsborn. 25 Jahre später taucht der vermeintlich verschollene Verursacher wieder auf.

Alfred Andersch: „Sansibar oder der letzte Grund“. Der Roman um einen kommunistischen Funktionär und eine Jüdin auf der Flucht spielt 1937 in einem fiktiven Rerik. Es trägt auch Züge der Stadt Wismar. Das Buch wurde bereits mehrfach verfilmt.

„Letztes Kapitel“, Psychothriller. Für das ZDF drehte Model Nadja Auermann 2010 neben Heiligendamm, dem Gespensterwald und einem Supermarkt in Bad Doberan auch in Kühlungsborn. Schauplätze waren der Bahnhof in West und das Postgebäude.

Carsten Schütte kommt regelmäßig zu Lesungen wieder nach Kühlungsborn, das nächste Mal am 24. Oktober. Dabei sei er auch schon mit Einheimischen über seine Bücher ins Gespräch gekommen. „Die Resonanz war bislang positiv. „Viele sagen beim Lesen: ‚Ich wusste sofort, wo ich war.‘“ Einfälle für ein neues Buch hat der Schriftsteller auch schon, aber eine konkrete Idee noch nicht. Sicher ist nur: Es wird wieder in Kühlungsborn spielen.

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