Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Zwischen Brathuhn und Fräse: Bad Doberaner Schüler suchen Beruf
Mecklenburg Bad Doberan Zwischen Brathuhn und Fräse: Bad Doberaner Schüler suchen Beruf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 26.11.2019
Neuntklässler Niklas Rohmann (v.l.) bereitet mit Robert Müller und Martin Gräser von der Dehoga Pommes frites zu. Quelle: Cora Meyer
Anzeige
Bad Doberan

Eigentlich möchte Lydia mit Kindern arbeiten, gestern versuchte sich die Bad Doberaner Schülerin aber an Steckern und Steckdosen. Mit ihren Klassenkameraden besuchte sie im Rahmen des Berufsorientierungstages an der Regionalen Schule am Kamp den Informationstruck der Arbeitgeberverbände Nordmetall und des Allgemeinen Verbands der Wirtschaft Norddeutschlands auf dem Marktplatz. „Es ist interessant, das mal zu sehen“, sagt die Neuntklässlerin. In dem Lastwagen können die Schüler sich an verschiedenen Stationen ausprobieren, unter anderem Schaltkreise bauen und Würfel fräsen.

Am Nachmittag wechselt ihre Gruppe zu einem anderen Lastwagen auf dem Schulgelände. Hier stellt sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) vor. „Wir informieren über Berufe in der Gastronomie“, sagt Projektleiter Martin Gräber. „Die Arbeitszeit ist der häufigste Grund dafür, dass Leute die Ausbildung abbrechen. Diese Quote wollen wir verringern.“ Deshalb habe sich die Dehoga an die Kampschule gewandt.

Unternehmen suchen nach Nachwuchs

Hier hat Orientierungsstufenkoordinator Sebastian Kraatz die Fäden in der Hand. Seit einem Jahr hat der Pädagoge den Berufsorientierungstag vorbereitet. Auf die Schule zugekommen ist auch die Rostocker Wurst- und Schinkenspezialitäten. Außerdem bekommen die Schüler in den Räumen der Schule einen Einblick in die Arbeit bei der Helios Klinik in Schwerin. „Es sollte schon aus jedem Wirtschaftsbereich etwas sein“, sagt Sebastian Kraatz. „Und natürlich Berufe, bei denen eine Bewerbung erfolgreich wäre; wo viele Ausbildungsplätze freigeblieben sind.“

Dieses Ziel nehmen die Kamp-Schüler schon früh ins Visier. Die Beratung beginnt bereits in der fünften Klasse. Nach dem Boys oder Girls Day ermitteln sie in der siebten Klasse ihre Stärken und Schwächen und besuchen Betriebe. Karin Schiffer und ihr Kollege Jürgen Schult vom Bützower Berufsbildungsverein unterstützen die Jungen und Mädchen. In den siebten, achten und neunten Klasse betreuen sie jeweils acht Schüler intensiv, die etwas mehr Unterstützung bei der Bewerbung benötigen. „Sie werden durch die Schulleitung und den Klassenlehrer ausgewählt. Es geht unter anderem um das soziale Umfeld und schulische Leistungen“, sagt Karin Schiffer. Die Betreuer halten bis zu einem Jahr nach dem Beginn der Ausbildung Kontakt mit den jungen Menschen.

Schüler können sich ausprobieren

Ziel der Berufsorientierung ist es, am Ende der Schule einen Ausbildungsplatz zu haben. Deshalb verbringen die Schüler in der neunten Klasse an jeweils einem Tag in der Woche mehrere Stunden in einem Betrieb. „Einige haben dabei letztes Jahr ihren Ausbildungsplatz gefunden“, sagt Sebastian Kraatz. Wenn Schüler und Betrieb einander schon kennen, werde seiner Erfahrung nach auch nicht mehr so viel Wert auf Zensuren gelegt, sondern eher auf handwerkliches Geschick.

Darauf kommt es auch im Food-Truck der Dehoga an. Niklas Rohmann schneidet unter den fachmännischen Augen von Robert Müller Kartoffeln in Streifen. Gemeinsam mit seinen Mitschülern bereitet er Brathähnchen und Pommes frites zu. „Es macht Spaß“, sagt der 16-Jährige. In der Gastronomie sieht er seine Zukunft aber nicht. „Ich weiß nicht so genau, wohin ich möchte. Vielleicht zur Marine.“ Auch Vardidet hat durch ein Praktikum eine Idee bekommen, wo sie später arbeiten möchte. „Ich würde gerne in den Versicherungsbereich gehen, zu einer Krankenversicherung. Das hat mir Spaß gemacht.“ Trotzdem schaut sie aufmerksam zu, als Jana Vygodianska von Institut für Deutsche Wirtschaft etwas über Elektrotechnik erzählt. „Es ist interessant, sich das mal anzugucken.“ Dass die Schüler etwas finden, was ihnen gefällt, sei wichtig, sagt der Orientierungsstufenkoordinator. Denn dann entwickelten sie auch Ehrgeiz. Und der ist wichtig. „Wir müssen sehen, dass wir die Schüler mit Berufsreife unterkriegen“, sagt Kathrin Engelmann, Klassenlehrerin der 9a. „Die Nachfrage bei einigen Unternehmen ist groß, die suchen sich ihre Auszubildenden schon aus.“

Das ist der Zweck des Berufsorientierungstages: „Wir versprechen uns, dass die Schüler neue Horizonte entdecken“, sagt Sebastian Kraatz. „Selbst wenn wir damit nur vier oder fünf erreichen, hat es sich schon gelohnt.“

Mehr zum Thema:

Von Cora Meyer

Drei Weihnachtsbäume für Tessin wurden von Familien in Liepen, Prangendorf, Vilz gespendet. Bauhof-Mitarbeiter haben Tannen gefällt und aufgestellt. Heute schmücken Kita-Kinder den Baum am Rathaus.

26.11.2019
Rostock Trägerwechsel in Papendorfer Kita Wabe gGmbH übernimmt ab 20. September 2020

Die Wabe gGmbH übernimmt ab 20. September 2020 die Trägerschaft der Kita in Papendorf bei Rostock. Die Gemeinde will mit dem örtlichen Betreiber das Konzept eines Mehrgenerationencampus umsetzen.

26.11.2019

In einer Gartenanlage in Bad Doberan ist am Dienstag ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand, die Ursache ist noch unklar. Die Polizei ermittelt.

26.11.2019