Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Bioholunder kommt bald aus Kühlungsborn
Mecklenburg Bad Doberan Bioholunder kommt bald aus Kühlungsborn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:15 21.11.2019
Michael und Ulrike Panckow haben ihr früheres Leben in Berlin hinter sich gelassen, um zwischen Bastorf und Kühlungsborn Holunder anzubauen. Quelle: Cora Meyer
Anzeige
Kühlungsborn

Holundersaft, Honig und Kräuter aus eigenem Anbau wollen Ulrike und Michael Panckow demnächst in Kühlungsborn anbieten. Ihr acht Hektar großes Grundstück liegt am Bastorfer Landweg. Die Berliner kauften es bereist vor zwei Jahren. Sie haben 5500 Holunderpflanzen angebaut, Linden gepflanzt und eine Feldhecke angelegt. Außerdem sollen zwei Gebäude entstehen: In einem Wirtschaftsgebäude wollen die Panckows nicht nur ihre Maschinen und Gerätschaften unterstellen, sondern auch eine Imkerei und eine Saftpresse. „Wir wollen hier auch etwas für Selbstpflücker machen“, sagt Ulrike Panckow. „Sie sollen den Saft direkt vor Ort pressen können.“

Nach Startschwierigkeiten: Erste Ernte in Sicht

Das andere Gebäude soll der Familie als Wohnhaus dienen und eine Kräuterwerkstatt beherbergen. „Wir hatten schon eine Baugenehmigung“, sagt Michael Panckow. Aber dann habe die Stadt Kühlungsborn im Juli Einspruch eingelegt. „Wir haben ein ganzes Jahr verloren“, sagt er. „Wir hatten gehofft, dass zumindest der Rohbau vor dem Winter steht“, sagt seine Frau. Jetzt muss die Familie länger als geplant in ihrer Mietwohnung bleiben. Inzwischen seien auch die Handwerkerkosten gestiegen. „Wir haben erhebliche Mehrkosten, die nun auf die Stadt zukommen“, sagt Michael Panckow. Seiner Ansicht nach gelte das Verursacherprinzip.

Zunächst einmal will das Paar jetzt aber nach vorne schauen. „Wahrscheinlich haben wir nächstes Jahr schon eine kleine Ernte“, sagt Ulrike Panckow. Die machen die beiden selbst – wie auch alle anderen Arbeiten auf dem Gut. Mehrmals im Jahr verteilen sie zum Beispiel auf allen Pflanzen Biokompost – per Hand. Vier Wochen sind die Obstbauern damit insgesamt beschäftigt. „Wir sind Kühlungsborns einziger nach EU-Öko zertifizierter Landwirtschaftsbetrieb“, sagt Michael Panckow. Insgesamt bauen sie zwei Holundersorten an: Haidegg 17 und Sampo. „Damit wir ein größeres Erntefenster haben“, sagt Ulrike Panckow. Denn so werden nicht alle Pflanzen zur selben Zeit reif.

In Holunder verliebt

Das Holundergut in Kühlungsborn erstreckt sich über acht Hektar. Mitten hindurch fließt die Asbeck. Quelle: AAP / Panckow

Anders als seine Frau hat Michael Panckow bereits Erfahrungen mit Holunder. „Ich habe ihn schon früher zu DDR-Zeiten gesammelt und zu Saft verarbeitet“, sagt der gebürtige Warener. „Seitdem bin ich in Holunder verliebt.“ Das zusätzlich nötige Fachwissen – auch für die geplante Imkerei – haben sie sich auf Lehrgängen, aus Büchern und im Internet angeeignet.

Und das Paar hat aus der Praxis einiges gelernt: „Im ersten Jahr haben wir die Bäumchen nicht angebunden“, sagt Ulrike Panckow, die den Betrieb leitet. „Aber wir haben unterschätzt, wie schnell der Klee wuchert.“ Am Ende hätten die Panckows die Holunderpflänzchen darin kaum noch wiedergefunden. Auf dem zweiten, neueren Teil der Anlage haben die Obstbauern nach dem Pflanzen gleich eine Bewässerungsleitung verlegt. „Die vergangenen beiden Sommer waren extrem trocken, da mussten wir jeden Tag das Feld mit dem Schlauch bewässern.“ In Zukunft soll das mit Regenwasser geschehen: Das Paar will ein Sammelbecken anlegen. „Außerdem betreiben wir regenerative Landwirtschaft“, sagt Michael Panckow. „Durch regelmäßiges Mulchen soll der Boden mehr Wasser speichern können.“

Ein Kater, der auf ihrem Grundstück lebt, sei momentan ihr wichtigster Mitarbeiter, sagt er: Die Panckows bekommen regelmäßigen Besuch von Wühlmäusen. Um Rehe fernzuhalten, haben die Obstbauern einen Zaun errichtet. „Die Tiere mögen vor allem die älteren Pflanzen. Das ist für uns natürlich besonders bitter“, sagt Ulrike Panckow. Um Ausfälle sofort ersetzen zu können, haben sie und ihr Mann 1500 Pflanzen in Reserve.

Ein neues Leben

Drei Jahre lang haben sie ein geeignetes Grundstück gesucht. Es musste alles zusammenkommen: Platz für ein Wirtschaftsgebäude, geeigneter Boden, eine Anfahrtmöglichkeit über eine Straße. Außerdem, sagt Ulrike Panckow, sei ihnen wichtig gewesen, dass es in der Nähe Schulen für die beiden Kinder des Paares gibt.

Ihr vorheriges Leben, das die Panckows für ihren Traum vom Holundergut aufgegeben haben, war ein ganz anderes. „Wir hatten eine Fotoagentur. Wir standen an roten Teppichen und haben Prominente fotografiert“, sagt Ulrike Panckow. Am Anfang habe das natürlich Spaß gemacht. „Aber irgendwann kommst du dir so entwertet vor. Wir wollten etwas Sinnvolles machen.“ Die Fotografie ist momentan noch ein zweites Standbein, mit dem die Panckows etwas Geld verdienen. „Aber das Holundergut ist etwas Langfristiges“, sagt Ulrike Panckow.

Von Cora Meyer

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister besuchte Kindertagesstätten in Bargeshagen und Neubukow, um den Kindern aus Büchern vorzulesen. Das stärke soziale Kompetenz beim Nachwuchs und fördere die Kommunikation.

21.11.2019

Bad Doberan beteiligt sich am 25. November am Tag gegen Gewalt an Frauen und im Dezember am Tag der Menschenrechte. Am 28. November sind ein Flashmob, bei dem Orange und Musik im Mittelpunkt stehen, sowie eine Lichteraktion geplant.

21.11.2019

Seit November 1924 hat Kröpelin eine städtische Bibliothek. Mittlerweile hat sie ihren Standort gewechselt und sie ist auf der Höhe der Zeit. Ihr 95. Gründungstag wurde gemeinsam mit zahlreichen Leserinnen gefeiert.

20.11.2019