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Bad Doberan Bio-Energie auf Schiffen erzeugen
Mecklenburg Bad Doberan Bio-Energie auf Schiffen erzeugen
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14:34 27.04.2018
Das Innovations- und Bildungszentrum Hohen Luckow arbeitet zusammen mit der Carnival-Gruppe, zu der Aida-Cruises gehört, an zwei Projekten, wie Speisereste auf Kreuzfahrtschiffen zu Bio-Energie umgewandelt werden können. Quelle: Bernd Wüstneck
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Hohen Luckow

Das Innovations- und Bildungszentrum in Hohen Luckow (Landkreis Rostock) arbeitet derzeit an einem Projekt, das aus Speiseresten an Bord von Kreuzfahrtschiffen Energie gewinnen will. Auf einem mittelgroßen Kreuzfahrtschiff fallen täglich bis zu fünf Tonnen Speisereste an. Für die Forscher ein wertvoller Energieträger für umweltfreundliche Energieerzeugung. Sie arbeiten gemeinsam mit der Carnival-Gruppe, zu der auch Aida Cruises zählt, an zwei Varianten, das Material nutzbar zu machen. Darüber informierte sich Landrat Sebastian Constien auf seiner Kreisbereisung zum Thema Wissenschaft und Forschung.

„Bisher wird das Material getrocknet und dann entsorgt. Wir wollen lieber Energie rausholen, statt sie reinzustecken“, erläuterte Maik Orth, Vorstandsvorsitzender des IBZ.  „Das ist angewandte Forschung in der Region, die einen Beitrag zum umweltfreundlichen Betrieb von Kreuzfahrtschiffen leisten kann“, sagte Landrat Sebastian Constien bei seinem Besuch des IBZ. „Der starke Anwendungsbezug der Arbeit am IBZ macht die Arbeit hier auch für die Bio-Energieerzeugung in der Region interessant, das wollen wir unterstützen“, sagte Sebastian Constien. Christian Fink, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises Rostock (WLR), begleitete den Landrat, um Kontakte zu vermitteln und mögliche Projektpartner zusammenzubringen. Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen und organischen Abfällen kann auch für die Energieversorgung von ganzen Gewerbegebieten interessant sein, solche sogenannten „Grünen Gewerbegebiete“ dürften in Zukunft hoch attraktive Standorte werden.

Das IBZ mit seinen 8 Mitarbeitenden berät auch Landwirte beim Betrieb von Biogasanlagen, um diese optimal zu nutzen. In Dubai unterstützt eine Mitarbeiterin ein Unternehmen dabei, die anfallende Gülle in einer Biogasanlage zu verwerten. „Die sehr gute Netzwerkarbeit des IBZ funktioniert und braucht Partner für Projekte. Was mich besonders freut, ist das die Tätigkeit auch international funktioniert. Ich freue mich, dass der Forschungsverbund am Standort Hohen Luckow diese Arbeit macht. Es ist deutlich geworden, dass das IBZ von einer Plattform für Unternehmensideen zu einem Dienstleister geworden ist“, hob Landrat Constien abschließend hervor.

Levien Anja

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