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Bad Doberan Bluesbarde vom Bauernhof in Brusow
Mecklenburg Bad Doberan Bluesbarde vom Bauernhof in Brusow
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00:00 22.09.2017
Seit 17 Jahren ist Harro Hübner als freiberuflicher Musiker unterwegs. Morgen tritt er mit „Pass over Blues“ in Kröpelin auf. Quelle: Foto: Ove Arscholl
Kröpelin

Eine Kröpeliner Premiere können morgen die Besucher des hiesigen Kulturbahnhofs erleben, wenn hier ab 20 Uhr die Band „Pass over Blues“ (Roland Beeg, Harro Hübner, Lutz Mohri, Michiel Demeyere) gemeinsam mit der aus Texas stammenden Sängerin Kat Baloun auftreten wird. Die OZ sprach dazu und über seinen eigenen Werdegang mit dem Sänger und Gitarristen Harro Hübner, der einst in Kröpelin aufgewachsen ist.

In dieser Besetzung sind Sie bislang noch nicht in Kröpelin aufgetreten?

Harro Hübner: Das ist eine Premiere mit der „Pass over Blues“-Band und Kat Baloun als Gast. Sie ist eine ganz grandiose Blues-Sängerin und Blues-Mundharmonikaspielerin aus Texas.

Ist sie extra aus Übersee eingeflogen?

Nein, sie kommt ursprünglich aus Texas und lebt jetzt in Berlin. Kat Baloun ist uns eine gut bekannte Freundin und Kollegin, mit der wir schon hin und wieder zusammengespielt haben.

Sie stammen aus Kröpelin, sind hier zumindest aufgewachsen. Wie kamen Sie da zum Blues?

Ich bin in Kühlungsborn geboren worden und im Kröpeliner Ortsteil Brusow auf einem Bauernhof aufgewachsen. Da kommt man zum Blues, wenn man auf dem Bauernhof lebt . . . (er lacht) Ich war schon immer musikaffin, sehr zum Leidwesen meines Vaters. Ich war im Schulchor und habe mit 12, 13 Jahren angefangen, Gitarre zu spielen und ein bisschen Mundharmonika. Zum Blues kam ich während meiner Zimmermanns-Lehre, nachdem Amiga (DDR-Schallplattenfirma, d. R.) zum 50. Geburtstag von Alexis Korner eine LP gepresst hatte. Ich war 17 und habe diese Platte eine ganze Nacht lang angehört und war völlig infiziert. Diese Musik hat mich so ergriffen – sie ist extrem emotional, sehr tiefgehend.

Und auf welchem Wege wurden Sie dann Blues-Musiker?

Durch einen Zufall habe ich damals die Blues-Band „Handarbeit“ in Heiligendamm erlebt, an der Fachschule für angewandte Kunst. Die kam seinerzeit aus Potsdam – der Gitarrist dieser Band war Roland Beeg, der vor mittlerweile 26 Jahren „Pass over Blues“ gegründet hat. Ich war mit 18 nach Potsdam gezogen, um hautnah bei dieser Band zu sein. Seit 1983 spiele ich auch mit Roland Beeg zusammen – mehr oder minder.

Mit wem denn noch?

Na 1984 lernte ich auch die Musiker von „Keimzeit“ bei einem Konzert kennen. Da habe ich dann Mundharmonika gespielt und englischsprachige Songs gesungen. Das waren für mich gut dreieinhalb Jahre musikalische Lehrzeit.

Womit haben Sie sich in dieser Zeit hauptberuflich beschäftigt?

Ich habe in einer kleinen Firma als Haus- und Hofhandwerker alles Mögliche gemacht, vom Dachdecken, über Gerüstbau bis hin zu Reparaturen. Seit 17 Jahren bin ich freiberuflich Musiker.

Sind Sie mit Kröpelin und seiner Umgebung in Verbindung geblieben?

Natürlich, es bestand immer Kontakt. Obwohl ich als einziger Sohn (hat noch eine Schwester in Wismar, d. R.) den Bauernhof nicht übernommen habe, ist mir mein Vater in den letzten Jahren manchmal bis zu 150 Kilometer hinterhergefahren und hat dann im Publikum voller Stolz berichtet: ,Da auf der Bühne, das ist mein Sohn’.

Was kommt Ihnen noch in den Kopf, wenn Sie an Kröpelin denken?

Einfach das Land und die relative Schweigsamkeit im täglichen Leben, die Ruhe.

Schön war auch mal, als 2004 – zu einem Konzert im Altenhäger Schloss anlässlich meines 20-jährigen Bühnenjubiläums – nicht nur mein alter Schuldirektor und einige Lehrer gekommen waren, sondern auch meine Musiklehrerin Frau Hofmann sich in der Pause bei mir für einen 25 Jahre alten Satz von ihr entschuldigte. Sie hatte früher, als ich in der 8. Klasse stark pubertierend und schwer zu bändigen war, gesagt: ,Harro Hübner aus Dir wird nie irgendwas.’ Nun war sie von meinem Konzert ganz begeistert und meinte, sie müsse das los werden. Der Satz sei ihr in der Wut herausgerutscht und damit er nicht weiter so stehen bliebe, freue sie sich, dass sie jetzt die Gelegenheit habe, sich bei mir zu entschuldigen und sich für das ,wunderbare Konzert’ zu bedanken.

Morgen treten Sie im alten Bahnhof auf. Was halten Sie von diesem Kulturprojekt des Vereins De Drom?

Ich finde die Initiative großartig, Mecklenburger Bahnhofsgebäude, wie in Kröpelin und Neubukow, zu erhalten. Hier wird nicht nur gerufen, dass hier einer was machen müsste, sondern die machen wirklich.

Konzert am 23. September ab 20 Uhr, Bahnhofstraße 1, Abendkasse 20 Euro

OZ

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