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Bad Doberan Brandschutz in Bad Doberan: Nachholbedarf bei Löschwasser
Mecklenburg Bad Doberan Brandschutz in Bad Doberan: Nachholbedarf bei Löschwasser
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14:03 29.03.2019
Wehrführer Olaf Schulz (l.) und Stellvertreter Steffen Kriebel haben bei der Erstellung der Brandschutzbedarfsplanung für Bad Doberan geholfen. Ein Punkt: Ein Mannschaftstransportwagen. Mit der Anschaffung eines neuen Einsatzleitwagens wird der jetzige (im Bild) dazu umfunktioniert. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Erstmals liegt für die Stadt Bad Doberan eine Brandschutzbedarfsplanung vor. Die Stadtvertreter haben dieser auf ihrer letzten Sitzung einstimmig zugestimmt. Demnach benötigt die Stadt ein Löschwasserkonzept, muss in die weitere Ausstattung der freiwilligen Feuerwehr investiert werden. Erstmals sind Einsatzzeiten festgelegt worden. So soll zehn Minuten nach Alarmierung das erste Fahrzeug am Einsatzort sein. Damit das klappt, muss die Tagesbereitschaft sichergestellt werden.

Wohngebiete, Wald, Geschosshöhe der Bauten, historische Gebäude mit besonderem Schutz, Bevölkerungsstruktur, Verkehrssituation – alles wurde in Bad Doberan bei der Erstellung des Brandschutzbedarfsplans untersucht, um das Gefährdungsrisiko festzustellen und Ziele festzulegen. 30 Maßnahmen wurden in dem Plan, den Michael Allwardt erarbeitet hat, festgeschrieben, die jetzt umgesetzt werden sollen.

Löschwasserschauen geplant

So soll unter anderem ein Löschwasserkonzept erstellt werden. „Die Situation in den Wohngebieten ist nicht dramatisch, aber es muss da was passieren“, sagt Wehrführer Olaf Schulz. So gebe es zwar ausreichend Hydranten, aber nicht alle hätten die Leistungsstärke, die benötigt werde. Auch bei den natürlichen Ressourcen müsse nachgebessert werden. So gibt es beispielsweise in Althof zwar einen Löschteich, doch „die Entnahmestellen müssen hergerichtet werden. Sie müssen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und das fehlt“, sagt Olaf Schulz. Daher sieht der Bedarfsplan auch eine jährliche Löschwasserschau vor.

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Doberan, in der die Männer und Frauen im Ehrenamt ausrücken, ist bisher als Schwerpunktfeuerwehr eingestuft. Zehn Minuten nach Alarmierung soll die Wehr am Einsatzort sein, so sieht es der Bedarfsplan vor. „Die Feuerwehr stellt sich dieser Herausforderung, diese Zeiten zu halten“, sagt Wehrführer Schulz. Für Heiligendamm sei das sportlich. Auch der Bedarfsplan weist auf die Entfernung hin. Die Lösung wäre laut dem Papier, das Seeheilbad als zusätzlichen Standort zu erschließen oder eine Mindestanzahl ständig verfügbarer Einsatzkräfte vorzuhalten, also eine Beschäftigung im Hauptamt. Beide Varianten werden als unverhältnismäßig erachtet, sagt die Bedarfsplanung.

Investition in Ausstattung

Damit die Zeiten eingehalten und die Wehr ihre Pflichten von der Brandbekämpfung bis zur Technischen Hilfeleistung erfüllen kann, würden die Feuerwehrmänner und -frauen ausgebildet. Im Gegenzug schaffe die Stadt mit der Umsetzung der 30 Empfehlungen die Rahmenbedingungen dafür, so Schulz.

Plan für Brandschutz

Die Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern müssen spätestens in diesem Jahr eine Brandschutzbedarfsplanung erstellen. Diese soll den vorhandenen Ist-Zustand des örtlichen Brandschutzes und der Technischen Hilfeleistungen ermitteln und diesen mit dem ermittelten Bedarf vergleichen. Daraufhin sollen Maßnahmen zum Erreichen der Schutzziele festgeschrieben werden.

Der Brandschutzbedarfsplan für Bad Doberan gilt für fünf Jahre, muss danach fortgeschrieben werden.

So braucht die Feuerwehr beispielsweise ein neues Drehleiterfahrzeug. Das jetzige sei Baujahr 1995, Elektronik und Leiterpark entsprächen nicht mehr der Technik, hinzukomme der Verschleiß durch Einsätze, so Schulz. Ebenso werde ein Mannschaftstransportwagen benötigt. Mit dem Kauf eines neuen Einsatzleitwagens, der im April übergeben wird, kann der jetzige zum Transportwagen umfunktioniert werden. „Der ist dann für den Gerätewart, die Jugendfeuerwehr und die Ausbildung.“

Feuerwehr sucht Ehrenamtler

185 Einsätze hatte die Freiwillige Feuerwehr Bad Doberan im vergangenen Jahr. Die Bereitschaft, jederzeit Einsätze zu fahren, sei mit 45 Aktiven gegeben, jedoch wären 50 besser, so Schulz. Die Mehrheit des Nachwuchses rekrutiere sich derzeit aus den Familien der Kameraden, die sich bereits engagieren, so der Wehrführer. Er sieht daher auch die Stadt weiter in der Pflicht, hier bei Neueinstellungen im Rathaus und im Bauhof, Mitarbeiter zu nehmen, die bei einem Einsatz mit ausrücken. Zudem wäre es hilfreich, wenn Kameraden bei der Wohnungs- oder Grundstückssuche unterstützt würden.

Hilfreich seien laut Olaf Schulz auch Doppelmitgliedschaften. Der Wehrführer spreche auch mit Betrieben, die Kameraden eingestellt haben, damit diese während der Arbeitszeit bei Alarmierung mit ausrücken können. Das Verständnis der Arbeitgeber sei da, aber es brauche immer das persönliche Gespräch, so Schulz.

Eine Würdigung des Ehrenamtes und Wertschätzung der Kameraden wäre auch eine Lebensversicherung, in die die Stadt jährlich einen Obolus einzahle. „Die Anforderung ans Ehrenamt steigt zusehends, da ist die Gemeinde als Träger des Brandschutzes gefragt.“

Anja Levien

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