Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Bürgerdialog auf dem Buchenberg
Mecklenburg Bad Doberan Bürgerdialog auf dem Buchenberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 19.05.2019
Bürgermeister Jochen Arenz (r.) im Dialog mit rund 70 Buchenbergbewohnern. Quelle: Thomas Hoppe
Bad Doberan

„Ich sehe täglich, dass die Leute hier kreuz und quer, rein und raus fahren – auch die Einbahnstraße hoch. Das machen sie nicht, weil sie böse sind, sondern weil sie es einfach nicht annehmen“, sagt Jörg Mülsow vom Buchenberg. Der AWG-Hauswart muss in diesem Stadtteil nach fast jedem Reparaturtermin große Runden drehen, weil die Straßenführung so geregelt ist, wie er und offenbar zahlreiche Anwohner es hier gar nicht hilfreich finden. Der Mann gehört zu den rund 70 Bürgern, die an diesem Samstagvormittag der Einladung des Bad Doberaner Bürgermeisters Jochen Arenz gefolgt sind, der sich gemeinsam mit der Vorstandsvorsitzenden der Allgemeinen Wohnungsbaugenossenschaft (AWG), Petra Mader, sowie dem Geschäftsführer der Wohnungsbau- und Investitionsgesellschaft (WIG), Arno Gutzmer, den Fragen der Leute bei einem Rundgang durch den Stadtteil Buchenberg stellt. Der Rathauschef freut sich über das große Interesse und stellt auf dem Platz vor der AWG-Geschäftsstelle zunächst den neuen Leiter des städtischen Bauhofs, Andreas Molkentin, vor. Sein langjähriger Vorgänger, Hans-Joachim Krüger, geht Ende des Monats in Rente. Dann verspricht Jochen Arenz den Bau einer seit Jahren angedachten Treppe vom Buchenberg zum Parkentiner Weg: „Wenn die nicht kommt, können Sie mich vom Buchenberg jagen!“ Dazu hatte er im April vor den Stadtvertretern erklärt: „Wir planen die Treppe in diesem Jahr und 2020 wird gebaut.“ Das sei definitiv so, bekräftigt er jetzt.

Bauhofleiter Andreas Molkentin: „Ich bin dabei, weil es wichtig ist, wo hier Brennpunkte sind, mit denen wir uns beschäftigen müssen.“ Quelle: Thomas Hoppe

Er verspreche nicht, was er nicht halten könne, betont der Verwaltungschef im rund 40-minütigen Bürgerdialog vor der Begehung am AWG-Haus und informiert darüber, dass es auf dem Buchenberg bald eine Hundewiese geben soll sowie eine neue Bushaltestellenüberdachung.

Zur Linderung der Parkplatznot im Stadtteil, die die Bürger hier sehr bewegt, begrüße er die Idee vom Vorsitzenden des Gartenvereins, Andreas Peters, eine Parkfläche für etwa 40 Autos mit der Stadt quasi zu tauschen. Der Gartenverein würde seine bisherige Fläche nahe der Garagen in der Tarnow-Straße an die Stadt abtreten, wenn diese im Ausgleich „auf der anderen Seite“ 40 neue Parkplätze schaffen würde. „Das würde aber erst im Jahr 2021 was werden – aber wir versuchen, das hinzubekommen“, erklärt Jochen Arenz.

Für die aktuellen Parkplatzprobleme habe er zur Zeit auch keine Lösung: „Doch ich sehe die Notwendigkeit. Jetzt stellen manche Leute in der Not ihre Autos auf eine Wiese und kriegen Knöllchen, aber dadurch entsteht nicht ein Parkplatz mehr.“

Anwohnerin Heidemarie Brusch : „Ich habe vor das beschmierte Trafohaus ein paar Weidenzweige gepflanzt.“ Quelle: Thomas Hoppe

Die Themen Parken und Lebensmittelversorgung kristallisieren sich in dem fast 40-minütigen „Forum“ vor den AWG-Büros als die gravierendsten auf dem Buchenberg heraus. Wie der Bürgermeister dazu mitteilen muss, gibt es keine fahrenden Händler im Landkreis, die zur Versorgung der Bewohner auf dem Buchenberg beitragen könnten. „Es gibt auch niemanden, der es machen möchte“, ergänzt Jochen Arenz. Die frühere Fläche eines Discounters sei mittlerweile vermietet: „Wir haben ein Gespräch gehabt, dass Busse von hier aus regelmäßig zum Edeka und zum Krankenhaus fahren, aber eine andere Lösung gibt es nicht.“Gesprochen wird unter anderem auch über fehlende Hundetoiletten, obwohl die Stadt im Jahr 5000 Euro für die Tüten ausgebe, über Sperrmüll und kaputte Fußwege.

Für das nächste Jahr verspricht der Bürgermeister, dass in den Stadthaushalt 2020 auch Mittel für Bänke und Papierkörbe eingestellt würden, die dann auf den Buchenberg kämen. „Ich werde in diesem Jahr in jedem Stadtteil einen Rundgang machen“, versichert Jochen Arenz der OZ: „Mir macht das richtig Freude!“.

Mitglied des Behindertbeirats Frances Tetzlaff: „Auf den Spielplatz muss man auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl fahren können!“ Quelle: Thomas Hoppe

Thomas Hoppe

Der Chef des Bad Doberaner Kamp-Theaters, Hugo Rauchstädt, und die Rostocker Folk-Rock-Band Bad Penny boten Kindern der Region zum 4. Mal die große Bühne mitten in der Münsterstadt.

19.05.2019

Vor 20 Jahren zogen die ersten Menschen mit Handicap in die Wohnstätte des Vereins Lebenshilfe in Dierkow. Inzwischen leben hier 45 geistig behinderte Menschen auf dem Hof. Am 18. Mai wurde gefeiert.

19.05.2019

In Rerik traten 17 Jugendrotkreuz Mannschaften im Wettkampf „Gemeinsam Mensch“ gegeneinander an. Die jungen Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Bad Doberan e.V. maßen sich an zwölf Stationen – die kleinen an sechs – auf verschiedenen Themengebieten wie Erste Hilfe, Rotkreuzgeschichte, Spiel und Spaß.

19.05.2019