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Bad Doberan „Wittenbeck braucht mehr Gewerbe“
Mecklenburg Bad Doberan „Wittenbeck braucht mehr Gewerbe“
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06:01 27.04.2019
Wittenbeck ist ein wunderschöner Ort zum Leben – darin sind sich die Bürgermeisterkandidaten einig. Beide leben seit vielen Jahren hier und loben vor allem die reizvolle Landschaft und die Ruhe. (Archivbild) Quelle: Rolf Barkhorn
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Wittenbeck

Die Gemeinde Wittenbeck steckt in finanziellen Nöten, darin sind sich die Bürgermeisterkandidaten Dirk Stübs (Linke) und Jürgen Sattler einig. „Wir haben finanziell immer gut dagestanden“, sagt Amtsinhaber Dirk Stübs. Vor einigen Jahren allerdings musste die Gemeinde einem Unternehmen 650 000 Euro Gewerbesteuern zurückzahlen. „Das hat uns hart getroffen.“ „Es behindert die Gemeinde nachhaltig im Entwickeln“, sagt auch sein Mitbewerber. Deshalb setzen nun beide darauf, neues Gewerbe anzulocken. „Wir sollten Investoren nicht so viele Steine in den Weg legen“, sagt Jürgen Sattler, der als Juris arbeitet. Die Verwaltung blockiere seiner Ansicht nach Unternehmen. „Wir müssen Gespräche führen, um zusammen einen Mittelweg zu finden“, sagt Dirk Stübs. Ein erster Schritt sei ein geplantes Gewerbegebiet an der Umgehungsstraße, in dem Unternehmen zentralisiert werden könnten. Davon würden seiner Ansicht nach auch Nachbargemeinden profitieren.

Strand an Kühlungsborn verpachten

Die Zusammenarbeit mit denen wollen beide Kandidaten verbessern. Für Jürgen Sattler spielen dabei vor allem Radwege, Straßen und Tourismus eine Rolle. „Meine Idee ist außerdem, der Stadt Kühlungsborn unseren Strand zu überlassen – für einen Euro Pacht. Und dann sollen die was draus machen.“ Ihm wäre wichtig, dass der steinige Strand für Familien mit Kindern begehbar wird. An die junge Generation denkt er auch, wenn er vorschlägt, den Fulgenweg für Wohnmobile zu sperren. „Der ist gleichzeitig ein Schulweg und würde so sicherer werden.“

Wittenbeck braucht Tante-Emma-Laden

In Sachen Verkehr sieht Amtsinhaber Stübs die Gemeinde gut aufgestellt. „Wir haben fast alle Straßen saniert.“ Auch mit dem Bus sei Wittenbeck gut zu erreichen. „Was uns fehlt, ist eine Einkaufsmöglichkeit im Ort.“ Es müsse ja kein großer Discounter sein. „Ein Tante-Emma-Laden würde schon reichen. Gerade für Ältere würde das die Lebensqualität erhöhen.“

Augenmaß bei Ferienwohnungen

Aber auch für Urlauber ist Wittenbeck reizvoll, sagt Jürgen Sattler, dessen Frau dort Ferienwohnungen verwaltet. „Wir könnten schon noch an der einen oder anderen Stelle Ferienwohnungen zulassen.“ Das diene ja auch der Finanzierung der Vermieter. Auch sein Kontrahent hat nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Einwohner durch eine kleine Ferienwohnung im Haus etwas dazuverdienen wollen. Kritisch sähe er jedoch, wenn ganze Häuser aus Ferienwohnungen bestehen. „Da ist dann niemand, der die Gäste mal zur Ordnung ruft, wenn die beispielsweise abends um zehn noch den Grill anmachen.“ Davon fühlten sich die Anwohner gestört. Er spricht sich für eine Stichtagsregelung aus. In Zukunft sollte man bei neuen Baugenehmigungen aber die Zahl der Ferienwohnungen deckeln. Ähnlich sieht das auch Jürgen Sattler. „Wir wollen kein zweites Mallorca. das Verhältnis von Einwohnern und Touristen muss ausgeglichen sein.

Allen könnte man es ohnehin nie recht machen, sagt er. Wichtig sei jedoch, dass man die Leute in die Gemeindearbeit einbinde und dazu bewegt, sich aktiv und konstruktiv zu beteiligen. Anstatt nur zu meckern.“

Bürgermeister braucht Zeit und Herzblut

Das sieht auch Jürgen Sattler so. „Als Bürgermeister hat man die Möglichkeit, das eine oder andere anzuschieben“, sagt der 63-Jährige. Dass das Amt ihn viel Zeit kosten wird, weiß er. „Aber ich stehe kurz vor der Rente, und habe deshalb etwas mehr Zeit.“ Die braucht man als Bürgermeister auch. „Und viel Herzblut.“ Nicht zu unterschätzen sei auch, dass man in dem Amt oft angegangen würde – auch persönlich. Da braucht man ein dickes Fell.

Kein anderer Standort für Funkmast

Emotional ist auch die Debatte um einen in Wittenbeck geplanten Funkmasten geführt worden. Alternativen für den geplanten Standort gebe es keine, sagt Dirk Stübs. Vorschläge von Einwohnern seien geprüft worden, jedoch nicht umsetzbar. „ich kann verstehen, dass den Anwohnern ein Turm vor der Nase keinen Spaß macht“, sagt Jürgen Sattler. Auf der anderen Seite wollten aber alle eine bessere Internetverbindung. „Die wäre auch für Investoren wichtig.“

Entscheidend sei jedoch, ob der Eigentümer des Grundstücks diese an die Telekom verkaufe. „Tut er das nicht, stehen wir wieder ganz am Anfang“, sagt der bisherige Bürgermeister Dirk Stübs.

Neun Bewerber für Gemeindevertretung

Er und Jürgen Sattler sind die einzigen Kandidaten, die einer Partei angehören. Einen der acht Sitze in der Gemeindevertertung wollen auch die Einzelbewerber Marko Jürß, Torsten Schikowski und Thomas Zietz. Vier Kandidaten gehen für die Unabhängige Wählergemeinschaft Wittenbeck (UWW) ins Rennen. Unter ihnen ist Werber Gallas, der Geschäftsführer des Ostsee Golf Resort Wittenbeck. Auch Christoph von Brandenstein steht auf der Liste. Er betreut gemeinsam mit Ehefrau Julia die Kinderfeuerwehr von Wittenbeck. Weitere Bewerber für die UWW sind Hans-Jürgen Hahn und Roland Kern.

Cora Meyer

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