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Bad Doberan „Die Dudin“ in der Kunsthalle
Mecklenburg Bad Doberan

Cartoons: „Die Dudin“ in der Kunsthalle

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12:00 19.01.2020
Renate und Jörg Ehrenforth-Helms hatten viel Spaß an der frechen Cartoon-Ausstellung in der Kühlungsborner Kunsthalle. Quelle: Sabine Hügelland
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Kühlungsborn

Tristes Wetter, keine Lust auf nichts? Die Kunsthalle Kühlungsborn kann Abhilfe schaffen – denn dort wird jetzt mit Vorliebe schallend gelacht oder still vor sich hin geschmunzelt. 250 Exponate mit dem Prädikat „Pädagogisch besonders wertvoll“ bietet die Ausstellung „Schlaue Bilder – Man-lernt-nie-aus-Cartoons“ – gezeichnet von mehr als 60 der besten Cartoonisten Deutschlands. Das Ostseebad ist nach dem „12. Cartoonair am Meer“ in Prerow die erste Wanderschaftsstation der Schau – gute Laune kann in der Kunsthalle noch bis zum 15. März getankt werden.

Der „Duden“-Cartoon sorgt unter den Besuchern für Diskussionsstoff. Quelle: Sabine Hügelland

Vielfach diskutiert wird unter den Besuchern etwa ein Bild, auf dem neben dem Duden ein weiteres Buch mit dem Titel „Die Dudin“ lehnt – es gendert offenbar auch bei den Cartoonisten. „Uns gefällt dieses Bild hier“, sagt Renate Helms und zeigt auf drei Kinder: „In Deutschland fehlen fast 40 000 Lehrer“, sagt das Mädchen. „Unentschuldigt?“, fragt ein Junge. Auch ihr Mann Jörg Ehrenforth-Helms kann sich ein Grinsen bei diesem Cartoon nicht verkneifen: „Ich bilde Lehrer aus“, erklärt er. „Einige sind überraschend, man denkt, was kommt da noch – und dann: peng!, so eine Aussage.“

Humoristischer und auch kritischer Blickauf aktuelle Themen

„Leben heißt lernen. Das geht lange vor der Schule los und hört nie auf!“, steht auf der Cover-Rückseite des Ausstellungskataloges. Das Leben ist ein einziger Fortbildungskurs. Worauf es aber wirklich ankommt beim lebenslangen Lernen, das kann in der Kunsthalle erfahren werden. Auch Runhild und Peter Zeuschner freuen sich jedes Jahr darauf: „Das ist so auf den Punkt gebracht und oft überspitzt, einfach nur gut“, sagt Runhild Zeuschner, deren Ehemann einen Stapel Postkarten mit Motiven von vorangegangenen Ausstellungen erwarb und sich beim Betrachten ordentlich amüsierte.

Die Cartoons sind voll aus dem Leben gegriffen – das kommt bei den Besuchern der Kunsthalle an. Quelle: Sabine Hügelland

Die Ausstellung ist Genuss und bittersüße Pille zugleich. „Der Meeresspiegel ist extrem gestiegen“, sagt hier beispielsweise ein Kind, das an den Demonstrationen zu „Fridays for Future“ teilnimmt. „Lern schwimmen!“, antwortet ein älterer Herr. Oder: „Beruflich gebe ich Schminktipps auf Youtube“, so die Sprechblase einer jungen Frau. „Was für ein Zufall! Ich habe auch nach der Neunten abgebrochen“, sagt eine andere.

Fruchtbares Zusammenspielzwischen Kultur und Tourismus

Wie immer schauen die Cartoonisten genau hin. Sie halten die Ohren und Augen offen und bringen Menschlich-Lehrreiches in die Kunsthalle. „Wir haben beim diesjährigen Ostsee-Plein-Air-Festival mit Michael Holtschulte einen der hier ausstellenden Cartoonisten zu Gast“, sagt Ulrich Langer, Geschäftsführer der Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn. „Interessenten lernen, wie Cartoons entstehen – die Kooperation mit der Kunsthalle möchten wir weiter ausbauen.“

„Rund 6000 Gäste haben die Cartoon-Ausstellung im vergangenen Jahr besucht – für die Kunsthalle ein Gewinn in jeder Hinsicht.“ Franz Norbert Kröger, Leiter Kunsthalle Kühlungsborn Quelle: Sabine Hügelland

In der Vergangenheit hatte Kunsthallenchef Franz Norbert Kröger das Haus im Winter immer geschlossen – bis er die ersten Cartoons Einzug halten ließ. „Rund 6000 Gäste haben die Cartoon-Ausstellung im vergangenen Jahr besucht“, sagt Kröger. „So viele, wie sonst zu den anderen Ausstellungen zusammen – für die Kunsthalle ein Gewinn in jeder Hinsicht.“ Neben den aktuellen Katalogen können Besucher auch die Zusammenstellungen anderer Cartoon-Ausstellungen sowie einzelner Künstler erwerben. „Die Leute können einen Spaziergang am Strand machen, dann hier einkehren und fröhlich wieder nach Hause gehen“, sagt Kröger.

Sie freue sich in den kommenden Wochen besonders auf die regelmäßigen Yogastunden in der Kunsthalle, sagt Galeriebesucherin Elisabeth Schulz-Hausmann: „Denn danach kann ich noch einmal einen Blick auf die Cartoons werfen.“

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr

Von Sabine Hügelland

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