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Bad Doberan DRK-Übung: Bad Doberan im Ausnahmezustand
Mecklenburg Bad Doberan DRK-Übung: Bad Doberan im Ausnahmezustand
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22:23 26.05.2019
Landeswettbewerb der Bereitschaften: Susann Junge (l.) und Hanna Höfer halfen Hannes Sönke Zorn, der durch einen heruntergefallenen Ast schwer verletzt wurde. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

„Hilfe, ich brauche Hilfe, bitte helfen Sie mir, ich habe Schmerzen!“ Das Gesicht der jungen Frau ist teilweise verbrannt. Neben ihr liegt eine weitere Person mit einem Fremdkörper im Arm. Gäste eines Cafés in Bad Doberan schauen Kuchen essend auf das Drama, welches sich scheinbar dort abspielt. Die Rotkreuz-Helfer eilen herbei und beginnen mit ihrer Arbeit.

An elf Stationen waren am Sonnabend in Bad Doberan ähnliche Fälle zu beobachten: Zehn Mannschaften, davon acht aus Mecklenburg-Vorpommern und zwei aus Polen, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) traten im 19. Landeswettbewerb der DRK-Bereitschaften gegeneinander an. Am Ende gewann der Kreisverband Bad Doberan vor den Teams aus Neubrandenburg und Ostvorpommern-Greifswald.

Die verunglückten Frauen hatte mit der Gaskartusche eines Campingkochers eine Explosion verursacht, und es galt für die Wettkampfteilnehmer herauszufinden, welche Erste Hilfe angewendet werden muss. Im Anschluss stellten sie sich der Auswertung, bis es mit dem Bollerwagen, in dem ihre Utensilien wie Helme verstaut waren, zur nächsten Station ging.

15 bis 20 Minuten – mehr gab es nicht für die einzelnen Aufgaben. „Die Gruppenführung ist wichtig“, sagte Jens Rabenhorst vom Bereitschaftszug. 250 Teilnehmer mit Mimen, Schiedsrichtern und Organisations-Team waren in der Stadt, um sich im Wissen zu messen, das Leben retten kann. Zusätzlich waren Rettungs- und Wasserrettungshunde sowie Gefahrengruppen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz, die unterstützend in der Höhenrettung agierten, ebenfalls dabei. Denn vor dem Münster galt es verletzte Baumpfleger zu retten.

An elf Stationen mussten die zehn Mannschaften Erste Hilfe leisten.

Die Rotkreuz-Helfer mussten sich binnen Sekunden klarmachen, was passierte, dann abchecken, wie viele Verletzte es gab, die Feuerwehr zu Hilfe holen und mit ihrer eigenen Arbeit beginnen. Schnell konnten sich da Fehler einschleichen, wie beim Blutdruckmessen die Jacke des Betroffenen nicht auszuziehen.

Eine Station weiter, an der Klosterruine, galt es ein bewusstloses Elektroschockopfer und einen von der Leiter gefallenen Mann zu versorgen. „Ich bin seit 63 Jahren beim DRK“, sagte Manfred Lungershausen. „Zweimal im Vierteljahr mache ich als Verletztendarsteller mit. Die jungen Leute müssen doch lernen.“

Landeswettbewerb alle zwei Jahre

Susann Junge, Hanna Höfer, Hannah Schnemilich, Helena Hahn und Lea Wehner gehören zur Wasserwacht Bad Doberan. „Wir treten außerhalb der Wertung an, jedoch mit Hinblick auf unseren Bundeswettkampf“, sagte Benjamin Wehner, Einsatzleiter Strand. „Nur alle zwei Jahre findet ein Landeswettbewerb der Bereitschaften statt – und dann immer am Heimatort der Siegermannschaft“, sagte der Landesbereitschaftsleiter Toralf Herzog.

„Der Schwerpunkt liegt hier im Sanitätsbereich. Wichtig ist, dass die Gruppe gut geführt wird.“ Der Schwierigkeitsgrad sei deftig, machte er klar. 16 bis 40 Jahre alt waren die Teilnehmer. „Vor allem Jugend. Es sind Sanitätshelfer. Die beste Mannschaft vertritt uns im Bundeswettkampf“, so Herzog. „Es geht dabei auch um Nachwuchsgewinnung“, betonte er.

Naschwerk stand als kleine Stärkung überall mit auf dem Tisch und auch der Spaß sollte mit Bierkästenstapeln ebenfalls nicht zu kurz kommen. Wespenopfer, Kohlenmonoxidvergiftung, Unfall am Spielgerät – die Organisation hatten sich kniffelige, aber realitätsnahe Aufgaben ausgedacht. Knapp sieben Stunden waren die Teilnehmer unterwegs.

Sabine Hügelland

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