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Bad Doberan DSV-Sieben steht nach Auswärtsdebakel kurz vor dem Abstieg
Mecklenburg Bad Doberan DSV-Sieben steht nach Auswärtsdebakel kurz vor dem Abstieg
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18:40 31.03.2019
Bei Matthias Jahn (am Ball in einer früheren Partie) und dem Bad Doberaner SV schwinden allmählich die Hoffnungen auf den Klassenverbleib. Quelle: Anja Ott
Berlin

Der Druck war offensichtlich zu groß: Der Bad Doberaner SV steht nach einer deutlichen 17:30 (4:12)-Niederlage beim unmittelbaren Konkurrenten VfV Spandau kurz vor dem Abstieg aus der Oberliga Ostsee-Spree. Statt sich mit einem Sieg in Sachen Klassenverbleib eine gute Ausgangsposition für das Saisonfinale zu erarbeiten, sind die Chancen nun auf ein Minimum gesunken.

„Wir haben mit einer Vielzahl an Gesprächen versucht, den Spielern den Druck zu nehmen. Das ist uns offensichtlich nicht gelungen“, konstatierte Abteilungsleiter Torsten Römer. Stattdessen setzten die Münsterstädter nach der 27:28-Heimniederlage gegen Blau-Weiß Berlin vor zwei Wochen ein weiteres der sogenannten „Endspiele“ auf desaströse Art und Weise in den Sand. Drei Spieltage vor Schluss haben die Doberaner, die Mitte Februar kurzzeitig aus der Gefahrenzone klettern konnten, plötzlich vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Und: „In der Endabrechnung zählt der direkte Vergleich. Weil dieser gegen Spandau und Blau-Weiß verloren wurde, sind es im Prinzip fünf Zähler, die aufgeholt werden müssen“, erklärt Vorstandsmitglied Robert French.

Heißt im Klartext: Die DSV-Handballer (13. Platz/14:32 Punkte) benötigen nunmehr ein mittleres Handball-Wunder. Nur wenn mindestens eine der vier vor ihnen liegenden Mannschaften – dazu gehören auch der kommende Gegner BFC Preussen Berlin (Sonnabend, 19 Uhr, Stadthalle) und der Grünheider SV (beide 19:27 Punkte) – höchstens einen weiteren Zähler holt, könnten sich die Doberaner überhaupt noch retten. Grundvoraussetzung dafür sind drei eigene Siege.

„Es gilt das Prinzip Hoffnung. Aufgeben wäre das falsche Signal“, sagt French und Torsten Römer schlägt in dieselbe Kerbe: „Die Spieler müssen jetzt noch drei Mal alles geben. Das ist auch einfach ihre Pflicht gegenüber sich selbst, dem Verein und nicht zuletzt den treuen Fans.“

Den Willen konnte man den Doberanern auch im Kellerduell in Spandau nicht absprechen. Allerdings war nahezu jedem Einzelnen eine mentale Blockade anzumerken. Die rührte einerseits aus der sportlich bedeutungsvollen Ausgangslage, zum anderen hatten die Gäste Schwierigkeiten, sich den in haftmittelfreien Berliner Sporthallen bekannten Rahmenbedingungen anzupassen.

„Der Ball und der Boden waren spiegelglatt. Aber das soll keine Ausrede sein. Wir haben einfach keinen Fuß auf die Platte bekommen“, resümierte ein trauriger Kreisläufer Matthias Jahn. Das Unheil nahm schnell seinen Lauf. Die ersten erfolgreichen Doberaner Versuche wurden abgepfiffen, zwei ihrer insgesamt sieben Zeitstrafen kassierten die Mecklenburger schon in den ersten sieben Minuten. Auch eine Auszeit von Coach Andreas Köster blieb wirkungslos. Bevor Yan Vizhbovskyy den ersten Doberaner Treffer setzte, lagen er und sein Team bereits mit 0:8 (17.) im Hintertreffen – die frühe Vorentscheidung.

„Spandau kennt die Bedingungen und hat clever gespielt. Sie haben jeden Fehler konsequent ausgenutzt“, meinte Jahn. Und ohne die Paraden der beiden Keeper Sebastian Prothmann und Florian ­Voigt – beide zeigten in Berlin als einzige Normalform – hätte das Doberaner Debakel noch eine andere Dimension erreicht. Vor allem in der Offensive waren die Gäste, die über die Stationen 5:16 (35.) und 11:25 (48.) immer weiter in Rückstand gerieten, nah am Offenbarungseid.

„Die technischen Fehler und Fehlwürfe haben uns das Genick gebrochen“, stellte Tim Lehwald fest. Der Rechtsaußen hatte sich im Abschlusstraining schwerer am rechten Sprunggelenk verletzt und musste im Abstiegsendspiel ebenso passen wie Spielmacher Jan Eric Traub (Schulter). Beide werden voraussichtlich auch in den restlichen drei Partien fehlen. Dann greift die DSV-Sieben in Sachen Klassenverbleib nach dem letzten Strohhalm.

Statistik

VfV Spandau: Walter, D. Finck – ­Zander 1, A. Finck 4, Herz 2, Alkrad 4, Rau 3, Clasen 2, K. Walter 1, Germann 6, Leyer 6/2, Hoffmann 1, G. Walter, Münster.

Doberaner SV: Prothmann, F. VoigtS. Voigt 3, Rasch, Jahn 1, Stöwsand 2, Fandrich 2, Glaser 1, Paul 2, Meyer, Schulz, Holst 1, Lendner 1, Vizhbovskyy 4/2.

Siebenmeter: VfV 5/2, DSV 4/2.

Strafminuten: VfV 6, DSV 14.

Simone Seidel

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