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Bad Doberan DSV-Sieben verliert nach Fehlerfestival im Angriff
Mecklenburg Bad Doberan DSV-Sieben verliert nach Fehlerfestival im Angriff
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00:00 19.02.2018
So konzentriert wie hier Kreisläufer Matthias Jahn gingen die DSV-Handballer am Sonnabend viel zu selten zu Werke.
So konzentriert wie hier Kreisläufer Matthias Jahn gingen die DSV-Handballer am Sonnabend viel zu selten zu Werke. Quelle: Foto: Anja Ott
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Bad Doberan

Der letzte Treffer der Partie hatte Symbolcharakter: Nach einem wunderschönen Zuspiel von David Rau vollendete Obadah Alkrad per Kempatrick zum 22:18 (12:8)-Endstand für den VfV Spandau und demütigte den Bad Doberaner SV damit endgültig. Die gastgebenden Oberliga- Handballer hatten 60 Minuten lang ein Fehlerfestival veranstaltet und unterlagen dem Hauptstadt- Team vor über 300 Zuschauern in der Stadthalle schließlich ebenso verdient wie sang und klanglos.

„Heute hat kein Spieler zur Normalform gefunden“, gab ein enttäuschter Lars Rabenhorst zu. Dem DSV-Trainer fehlte die Emotion im Spiel seiner Mannen. Allerdings wies er auch darauf hin, dass die Gäste nicht zufällig mit 27:19 in Cottbus gewonnen hätten. Was allerdings keine Erklärung für die blutleere Vorstellung seiner Sieben war, die eigentlich nur zehn Minuten (3:4) eine realistische Chance hatte, die angestrebten zwei Punkte einzufahren.

Das lag vor allem an der unglaublich schlechten Angriffsleistung. Mit 25 Fehlwürfen und acht technischen Patzern in der Offensive kann man in dieser Liga kein Spiel gewinnen. Zwar war in der Anfangsphase bei mehreren Pfostentreffern auch ein wenig Pech mit von der Partie, doch das entschuldigte nicht das folgende Fahrkarten-Werfen der Hausherren. Gästetrainer Jürgen Leyer, der zu Recht seine „supergeile Abwehr“ lobte, brachte es auf den Punkt: „Die Doberaner wirkten über weite Strecken hilflos.“

Das traf das Geschehen auf den Punkt. Selbst der routinierte Yan Vizhbovskyy – „das war eine Katastrophe“ – ließ sich vom Chaos in der Doberaner Offensive anstecken und konnte keine Ruhe in die Aktionen bringen. Hinzu kam, dass die Einheimischen viel zu hektisch agierten, anstatt ihre Angriffe konzentriert auszuspielen. Auch in dieser Beziehung hatte der VfV mit dem überragenden Julius Hasper (8 Tore) ein deutliches Plus.

DSV-Kreisläufer Matthias Jahn verstand die Handball-Welt dennoch nicht so richtig. „Unsere Abwehrleistung war eigentlich ganz okay. Normalerweise sollten 22 Gegentore für einen Heimsieg reichen.“

Normalerweise – doch das war die Leistung der Gastgeber an diesem Sonnabend nicht. Über die Stationen 4:9 (15.), 5:11 (25.) und 10:16 (36.) stolperte der DSV ins Verderben.

Dennoch hätte die Mannschaft die Partie sogar noch drehen können. Beim 17:19 (54.) waren die Doberaner wieder auf Schlagdistanz – auch weil Torhüter Tobias Malitz in dieser Phase einige wichtige Bälle entschärfte, darunter einen Siebenmeter inklusive Nachwurf. Doch letztlich war das alles für die Katz, weil die Münsterstädter an diesem Abend im Angriff einfach nicht über ihren Schatten springen konnten. So hieß es wenig später 17:21 (57.) – die Partie, die die Rabenhorst-Schützlinge möglichst schnell vergessen wollten, war entschieden.

Zum Nachdenken bleibt für die Doberaner, die in der Tabelle weiter auf Rang elf verharren (13:17 Punkte), ohnehin keine Zeit. Schon am kommenden Sonnabend steht die wichtige Partie beim Grünheider SV an. Die Rand-Berliner rangieren mit 10:24 Zählern auf dem zwölften Platz, was alles über die Bedeutung dieses Kellerduells aussagt. Eine Woche später, am 3. März, empfängt der DSV als Außenseiter den Tabellendritten HSV Insel Usedom zum MV-Derby. Die Partie beginnt wie gewohnt um 19.00 Uhr in der Stadthalle.

Statistik

Bad Doberaner SV: Malitz, Prothmann – S. Voigt 5/1, Rinas, Rasch 1, Ritzrau, Jahn 3, Stöwsand 1, Spitzner 2, Sachse 1, Paul 1, Meyer 4, Holst, Vizhbovskyy.

VfV Spandau: Walther, Hartisch – Zander, Hasper 8/1, Alkrad 5/1, Rau 5, Germann 2, Hoffman, Woyde, Walter, Münster, M. Leyer 2.

Siebenmeter: DSV 1/1, VfV 4/2.

Strafminuten: DSV 4, VfV 4.

Burkhard Ehlers

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