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Bad Doberan Das Münster hat wieder festen Taufstein
Mecklenburg Bad Doberan Das Münster hat wieder festen Taufstein
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06:00 04.12.2019
Letzter Feinschliff: Der Berliner Restaurator Boris Frohberg hat die Tauffünte im Münster aufwendig wiederhergestellt. Quelle: Lennart Plottke
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Bad Doberan

„Jetzt müssen wir diesen Bereich nur noch ein bisschen eintönen“, sagt Boris Frohberg, guckt sich den Rand der Tauffünte im Doberaner Münster genau an und greift dann zum Pinsel und einem dunklen Stück Kreide. „Durch die ergänzende Kittung ist das ein bisschen heller geworden.“ Dabei soll der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert gar nicht wie geleckt und neu aussehen, macht der Berliner Restaurator deutlich: „Es geht ja gerade darum, ein möglichst originalgetreues Abbild hinzubekommen.“

Werkzeug: Für den richtigen Farbton kommen dunkle Kreide, Lasur und Schwämme zum Einsatz. Quelle: Lennart Plottke

Seit einigen Wochen hat Frohberg deshalb unter anderem die Oberflächen mit Wasserdampf und Bürsten von Verschmutzungen gereinigt und diverse Klebereste entfernt: „Nach der Bergung der Tauffünte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Bruchstücke Ende der 1970er-Jahre mit Zementschlämmen verklebt und die Fehlstellen mit einer zementgebundenen Masse gekittet oder nachmodelliert – das wurde aber nicht so sauber ausgeführt.“

Große Unterstützung vom Münsterbauverein

Und auch, wenn das Becken für Taufen dennoch nutzbar war: „Wenn man Zeit und Geld hat, kann man das schon schöner machen“, betont Frohberg. Genau diese finanziellen Mittel standen nun zur Verfügung: Denn der Doberaner Münsterbauverein hatte es sich für 2018/19 zur Aufgabe gemacht, die Restaurierung der Fünte komplett zu fördern. Letztlich sind so 5000 Euro zusammengekommen. „Dieses Engagement hilft uns sehr“, sagt auch Münster-Kustos Martin Heider. „Dadurch können wir uns auf weitere größere Restaurierungs- und Sanierungsvorhaben konzentrieren.“

„Das Engagement des Münsterbauvereins hilft uns sehr – dadurch können wir uns auf weitere größere Restaurierungs- und Sanierungsvorhaben konzentrieren.“ Martin Heider, Kustos Quelle: Lennart Plottke

Der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert befand sich ursprünglich in der St. Marienkirche in Wismar – vor der Sprengung der Ruine sind die Bruchstücke in die benachbarte St. Georgenkirche und 1977/1979 schließlich als Leihgabe in das Doberaner Münster gelangt. „Mit der Restaurierung haben wir gesichert, dass die Fünte auch in den kommenden Jahren im Münster bleibt“, erklärt Heider. „Nach langer Zeit haben wir damit wieder eine feste Lösung.“

Neuer Rand mit originalen Elementen

Neben Säuberungen von Brand-, Ruß- und Teer-Resten sowie diversen Kittungen hat Boris Frohberg auch den kompletten, nachträglich aufgebrachten Rand der Tauffünte von einem Steinmetz abnehmen lassen. „Dabei haben wir originale Stellen aus dem 13. Jahrhundert entdeckt“, freut sich der Restaurator. „In der Folge haben wir den Rand mit Hilfe von Steinersatz-Mörtel und Glasfaserstäben zur Stabilisierung wieder aufgebaut und abgeschliffen – sieht doch gut aus.“

Für den Berliner Fachmann ist seine Tätigkeit in Bad Doberan auch so etwas wie ein (berufliches) Nachhausekommen. „Das Münster hat viel dazu beigetragen, mich für den Beruf des Restaurators zu interessieren“, erklärt Frohberg. „Denn schon im Jahr 1983 habe ich während einer Urlaubsreise in den Norden einen Abstecher in die Kirche gemacht – und ich war beeindruckt.“

Nationalbedeutendes Denkmal in der DDR

Bereits zwischen 1964 und 1984 wurde das Gebäude außen und innen umfangreich restauriert – denn als „herausragendes Beispiel der nordischen Backsteingotik“ hatte die Regierung der DDR den Erhalt des Münsters als Referenzprojekt gefördert. Die ehemalige Klosterkirche stand auf der Liste nationalbedeutender Denkmäler mit internationalem Kunstwerk in der DDR auf Rang drei. „Eigentlich wollte ich damals Stuckateur werden“, erinnert sich Boris Frohberg. „Aber als ich so im Münster gesessen habe, wusste ich irgendwie, dass es doch Restaurator sein muss.“

Nach Abschluss seines Studiums in Potsdam Mitte der 1990er-Jahre war Frohberg immer wieder für die Bewahrung der Münster-Schätze im Einsatz. So hat der Fachmann seit 1995 die vielen mittelalterlichen Grabplatten, zwei Inschriften und Terrakotten bearbeitet. Und auch die Restaurierung der Tauffünte dürfte nicht seine letzte Arbeit in Bad Doberan gewesen sein.

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Von Lennart Plottke

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