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Bad Doberan Debatte um neuen Gehweg in Heiligenhagen
Mecklenburg Bad Doberan Debatte um neuen Gehweg in Heiligenhagen
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15:47 29.06.2018
Um dieses etwa 90 Meter lange Teilstück geht es: Der marode Gehweg vor dem Wohnblock an der Heiligenhäger Straße wird im Zuge der Baumaßnahme saniert. Einige Anwohner sprachen sich dagegen aus. Quelle: Plottke
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Heiligenhagen

Es geht um etwa 90 Meter: Satows Gemeindevertreter haben auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend grünes Licht für den Bau eines Gehweges entlang der Heiligenhäger Straße in Heiligenhagen gegeben. Und zwar für die längere Variante von der Bushaltestelle Richtung Satow bis zur Einmündung Waldweg.

Sehr zum Unmut einiger Anwohner: „Die Ortsteilvertretung hat sich nach langer Diskussion dafür ausgesprochen, den neuen Gehweg nur bis zum Wokrenter Weg zu bauen“, erklärte Angelika Schwarz (FDP), Vorsitzende der Gemeindevertretung. „Denn die Leute im Wohnblock und einiger weiterer Wohngebäude befürchten, für Straßenbaumaßnahmen doppelt bezahlen zu müssen.“ 470 000 Euro soll der Bau des Gehweges insgesamt kosten – gefördert mit 352 000 Euro durch den Landkreis Rostock. Auf die Gemeinde entfallen 117 500 Euro, die Anlieger werden dabei mit 64 600 Euro zur Kasse gebeten.

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Hintergrund: Schon lange wollen Straßenbauamt und Gemeinde auch auf der gegenüberliegenden Seite der Heiligenhäger Straße einen Geh- und Radweg bauen. Eine Variante sah hier vor, diesen am Wokrenter Weg abbiegen zu lassen und einige Meter weiter wieder auf die Heiligenhäger Straße zu führen. „Deshalb wurde der zweite Gehweg bis zum Waldweg geplant“, erklärte Bauamtsleiter Detlef Brümmer. „Vor allem auch im Interesse der direkten Anlieger.“

Diese Variante sei aber verworfen worden, so Brümmer: „Und weil die Gemeinde jetzt für den Gehweg-Bau kurzfristig mit einer Förderung durch den Landkreis rechnen kann, würde auf beiden Seiten der Landesstraße ein Geh- und Radweg entstehen – inklusive Mehrkosten für die Anlieger.“ Dennoch habe sich der Bauausschuss dafür ausgesprochen, den kompletten Gehweg zu bauen, erklärte der Vorsitzende Bernd Steinbach (SPD): „Es wäre doch ein Schildbürgerstreich, wenn der Weg plötzlich aufhören würde.“ Allerdings: „Nach Auffassung der Ortsteilvertretung betrifft dieses 90 Meter lange Stück nur die Leute, die da auch wohnen“, sagte Angelika Schwarz. „Die wollen gar keinen Weg vor der Haustür und hätten kein Problem, kurz über die Straße zu gehen.“

Er gebe zu bedenken, dass es den Geh- und Radweg auf der gegenüberliegenden Seite der Heiligenhäger Straße noch gar nicht gibt, sagte Jano Siepel (Die Linke): „Der soll schon seit zehn Jahren gebaut werden – wann es hier tatsächlich losgeht, kann doch heute noch gar keiner sagen.“

Das sah letztlich auch die Mehrheit der Gemeindevertreter so – und stimmte für die lange Gehweg-Variante. „Wir wollen noch in diesem Jahr die entsprechenden Aufträge ausschreiben“, sagte Bürgermeister Matthias Drese (SPD). „Ziel ist, im Frühjahr 2019 mit dem Bau zu beginnen.“

Plottke Lennart