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Bad Doberan Lernen, wie Demokratie im Alltag funktioniert
Mecklenburg Bad Doberan Lernen, wie Demokratie im Alltag funktioniert
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11:23 09.11.2019
Demokratie im Projekt lernen. Eröffnet wurde das Projekt am Freitagmorgen in der Sporthalle West mit Storch Heinar. Quelle: Rolf Barkhorn
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Kühlungsborn

Die Mädchen und Jungen am Schulzentrum Kühlungsborn werden sich in den kommenden Wochen und Monaten in Workshops und gesonderten Veranstaltungen intensiv mit dem Thema „Demokratie“ beschäftigen.

Auftakt technisch misslungen

Ein Thema, das gerade in diesen Tagen aus Anlass des 30. Jahrestages des Mauerfalls wieder verstärkt in den Mittelpunkt rückt, auch wenn die Schüler selbst dieses Stück deutscher Geschichte nur aus dem Unterricht und von den Erzählungen der älteren Generation kennen. Doch bei aller Bedeutung des wichtigen Inhaltes – technisch betrachtet war die Auftaktveranstaltung für das neue Projekt am Schulzentrum Kühlungsborn in der Sporthalle West gestern Morgen misslungen. Da waren sich die Lehrer und Schüler wohl einig. Aber an ihnen lag es auch nicht. Denn in die Sporthalle hatten Lehramtsstudenten der Universität Rostock eingeladen. Sie leiten die Workshops, die im Lauf des Schuljahres in den meisten Klassen der Oberstufe stattfinden werden.

Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler fanden sich pünktlich um 8 Uhr in der Halle ein, nahmen auf dem Boden Platz und verfolgten die Eröffnungszeremonie. Deren Höhepunkt war der von einem Trommler begleitete Einmarsch der Symbolfigur Storch Heinar. Was genau es mit dem Storch auf sich hat, erfuhren die Schüler jedoch nicht. Wenigstens erhielten sie den Hinweis, dass sie das auf Facebook unter dem Stichwort „Warm up“ erfahren könnten. Die Vorführung eines Zeichentrickfilmes, den die Studenten ihnen zeigen wollten, misslang dann auch noch und die viel zu kleine Lautsprecherbox für die Tonübertragung machte es den Akteuren schwer, überhaupt akustisch in der gut gefüllten Halle durchzudringen. Dass dann wenigstens die kurze Eröffnungsrede der stellvertretenden Schulleiterin, Ulrike Moritz, doch zu verstehen war, lag an der Erfahrung der Pädagogin und vor allem an der Disziplin der Schüler. Sie blieben trotz der technischen Unzulänglichkeiten ruhig und hörten aufmerksam zu.

Am Schulzentrum wird Demokratie gelebt

Die stellvertretende Schulleiterin schätzte ein, dass Demokratie am Schulzentrum bereits im Alltag gelebt werde. „Unsere Mitwirkungsgremien beraten regelmäßig über das, was hier täglich gelebt wird“, sagte sie und verwies darauf, dass alle die Schulvereinbarung unterschrieben hätten, in der die Rechte und Pflichten der Schüler und Lehrer klar geregelt seien. Besonders hob Ulrike Moritz hervor, dass das Schulzentrum Kühlungsborn seit 2013 Partnerschule der Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem (in Israel, d. Red.) ist und die zehnten Klassen im vergangenen Monat einen bewegenden Projekttag zum Thema Flucht gestaltet haben.

Das nun begonnene Projekt, das von der „Mecklenburger An Stiftung“ an der Einrichtung durchgeführt werde, solle dazu beitragen, dass „wir alle respektvoll miteinander umgehen, uns gegenseitig achten und keine Vorurteile gegenüber Andersdenkenden und Menschen aus anderen Kulturen haben“, so die stellvertretende Schulleiterin.

Workshop mit klaren Regeln

Im Anschluss an die Eröffnung starteten dann schon erste Workshops in siebten und achten Klassen, darunter auch bei den Realschülern der 8 A. Auch hier waren die Jugendlichen sehr diszipliniert und arbeiteten von Anfang an aktiv mit. Die Studenten Nicolas Voges, Leon Bunzek und Lucas Ahlgrimm ließen die Schülerinnen und Schüler zunächst im Kreis Platz nehmen. Dafür wurden extra die Bänke beiseitegeräumt. Und schon wurde Demokratie praktiziert. Denn erst einmal wurden gemeinsam für die Dauer des Workshops Regeln aufgestellt. Darunter fielen Punkte, wie: „respektvoll miteinander umgehen“, „keine Fotos voneinander machen“ und „nach der Pause pünktlich zurückkehren“. Auch dass sich alle untereinander duzen, wurde festgelegt.

Schon mit dem nächsten Experiment wurde schnell herausgearbeitet, dass es zwischen allen in der Klasse schon bei kleinen Kriterien Unterschiede gibt. Beispiele waren die Entfernung der Wohnung von der Schule, die Entfernung des Geburtsortes vom Schulort oder die Zahl der Geschwister. Fortgeführt wurden dann Übungen und Rollenspiele in Gruppen. Ein Szenario, das von allen durchgespielt wurde, handelte vom Stranden auf einer einsamen Insel. Jede Gruppe hatte die Aufgabe, sich für ihren neuen Inselstaat eigene Regeln und Gesetze zu geben.

In der Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler zeigte sich, dass sie schon ganz bewusste Vorstellungen von Demokratie haben. Und im Gegensatz zur technisch schiefgelaufenen Eröffnung erwies sich der Workshop in der Klasse schon im Ansatz als inhaltlich wertvoll.

Von Rolf Barkhorn

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