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Bad Doberan Die wahre Geschichte der „Grete Minde“
Mecklenburg Bad Doberan Die wahre Geschichte der „Grete Minde“
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12:57 26.03.2019
Irmgard Rosenkranz (v.l.) und Heidi Greßmann bei den Proben zu ihrer Sonder-Lesung in Rerik, anlässlich des 200. Geburtstages von Theodor Fontane. Quelle: Sabine Hügelland
Rerik

Der große Romancier Theodor Fontane (1819-1898) und sein 200. Geburtstag gaben Anlass zu einer Sonder-Lesung in der Kösterschün. Der Freundeskreis „LeseLust“ lädt heute um 20 Uhr dazu ein. Irmgard Rosenkranz und Heidi Greßmann erinnern mit „Schuldig oder nicht schuldig?“ an „Grete Mindes“ Todestag vor 400 Jahren. Und gleichzeitig an Fontane, der 1880 mit seiner NovelleGrete Minde“ eine romantisierte Frauenfigur schuf. Das Schicksal dieser verstoßenen jungen Frau werden die beiden in der Lesung auch von der anderen Seite als der Fontanes beleuchten und über den wahren Gerichtsfall der Margarethen Münthen, einem Justizirrtum, berichten.

Grete Minde“ wurde als Margarethen Mündten – so steht ihr Name in den Prozessakten – in Tangermünde grausam hingerichtet, weil sie die Stadt 1617 in Brand gesteckt haben soll. Bis heute rührt diese tragische Geschichte nicht nur die Tangermünder. Auch Heidi Greßmann lässt sie nicht mehr los: „Der Fall wurde in der Jetztzeit sogar neu aufgerollt“, sagt sie.

Vorleserin mit persönlicher Beziehung zur Romanfigur

Mit ihren 96 Jahren ist Irmgard Rosenkranz die älteste Vortragende im Reriker Freundeskreis. Mit Apenburg, wo „Grete Minde“ kurze Zeit lebte, verbindet die zweifache Mutter, die sechs Enkel und sechs Urenkel hat, einen Teil ihres eigenen Lebens. Nach dem Abitur in Perleberg, ging sie ins Pflichtjahr zu einer Tante in Hinterpommern. Mit 17 wurde sie in den Arbeitsdienst eingeteilt und absolvierte eine Ausbildung zur staatlich geprüften ländlichen Haushaltspflegerin. Irmgard Rosenkranz – sie nahm später den Namen ihres Mannes an – stammt aus der Familie Gans Edle Herren zu Putlitz und gehört damit zum märkischen Uradel. Der Familie gehörten verschiedene Güter in der Prignitz. Bekannt ist besonders Groß Pankow „wo mein jüngster Vetter eine Augenklinik aufbaute“, sagt sie. „Wir lebten auf einem Gut, aber meinem Vater, der Diplomlandwirt im Landkreis Perleberg war, gehörte keins“, so Irmgard Rosenkranz. Mit der Vertreibung von den Gütern nach 1945 kam sie mit fünf ihrer sechs Geschwister nach Apenburg, um dort auf die Bauernhöfe verteilt zu werden. „Von da aus haben wir den Absprung geschafft, um uns wieder einen Lebensunterhalt zu schaffen.“

Von der Lehrerin zur Landwirtin

Da Lehrer nach dem Krieg Mangelware waren, ließ sie sich zur landwirtschaftlichen Berufsschullehrerin im Landwirtschaftlichen Lehrinstitut Oranienburg ausbilden. Als im Granseer ehemaligen Franziskanerkloster saniert wurde, hieß für sie und ihre Kolleginnen, wöchentlich um die 80 Kilometer über Land zu den Schülern zu laufen. Nach knapp zwei Jahren konnte der Unterricht in der kommunalen Berufsschule endlich beginnen. Sechs Jahre lang blieb sie Lehrerin, dann heiratete Irmgard Rosenkranz und legte bewusst ihren adligen Namen ab.

Nach der Heirat und dem Umzug nach Garvsmühlen war sie in der Schweinezucht auf dem Hof des Mannes tätig. Später in der Zuchtanlage Rerik. Sie gab polytechnischen Unterricht und war Vorsitzende des Polytechnischen Beirates der Reriker Schule. Außerdem betreute sie 20 Jahre lang die Arbeitsgemeinschaft des Kinderheims Rerik „Junge Schweinezüchter“.

„Frau Rosenkranz ist eine echte Persönlichkeit“, sagt Heidi Greßmann. Sie selbst lebt seit elf Jahren in ihrem Sehnsuchtsort, wie sie Rerik liebevoll nennt. Heidi Greßmann arbeitet sehr gerne mit Älteren, aber auch mit Kindern. So war sie für den Freundeskreis Ehm Welk tätig, führte durch das Haus des Schriftstellers in Bad Doberan und machte literarische Projekte wie „Vorgelesen- zugehört“ und auch einige mit Kindern und für Senioren.

Die Veranstaltung begleitet Christian Paplowski auf der Gitarre. Der Eintritt beträgt fünf Euro.

Sabine Hügelland

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