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Bad Doberan Doberaner Projekt: Sechs Künstlerinnen unter einem Pool-Dach
Mecklenburg Bad Doberan

Doberaner Projekt: Sechs Künstlerinnen unter einem Pool-Dach

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09:46 20.05.2021
Die Gleichstellungsbeauftragte Marion Starck (l.) übergab jetzt einen Fördermittelbescheid an Heidrun Klimmey (r.). Sie rief das Projekt „Pool – Ausstellung und Begegnung“ ins Leben, an dem auch Maren Teuber (hinten von links), Grit Sauerborn und Ingeborg Teuber teilnehmen.
Die Gleichstellungsbeauftragte Marion Starck (l.) übergab jetzt einen Fördermittelbescheid an Heidrun Klimmey (r.). Sie rief das Projekt „Pool – Ausstellung und Begegnung“ ins Leben, an dem auch Maren Teuber (hinten von links), Grit Sauerborn und Ingeborg Teuber teilnehmen. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

Die Doberaner Galerie „Quadrados“ wird im September zu einer Bühne für Künstler, die Optimismus verbreiten möchten in diesen sauren Zeiten. Es gilt, den Netzwerkgedanken zu verbreiten und Künstlerinnen zu stärken. „Pool – Ausstellung und Begegnung“ wird gefördert vom Kulturamt des Landkreises Rostock und der Gleichstellungsbeauftragten Marion Starck. Am Mittwoch übergab sie den Förderbescheid für das Projekt in der Galerie mit gut 5000 Euro. Mit weiteren 2500 Euro entsteht ein Kalender, der das Projekt für ein Jahr trägt.

„Gleichstellung ist keine Frage der Haltung, gerade in der Kunstförderung. Wann, wenn nicht jetzt, ist es angebracht, die vielfältigen Künstlerinnen zu fördern“, sagt Marion Starck. „,Pool‘ ist ein so großartiges Projekt mit außergewöhnlichen generationenübergreifenden Künstlerinnen, die zum Mitmachen, Austauschen und Begegnen einladen.“

Frauen mehr Beachtung in der Kunstszene schenken

„Wir kämpfen schon so lange um gerechtere Behandlung in der Kunst, weil Männer vorgezogen werden“, sagt Heidrun Klimmey. Sie ist die Initiatorin von „Pool“, was so viel wie Kräfte bündeln bedeutet: „Frauen sind meist nicht so sichtbar wie die männlichen Künstler.“

Es ist ihr wichtig, Frauen zu unterstützen, die künstlerisch tätig sind. Bereits vor Weihnachten gab sie einer Keramikerin Platz in ihrem Atelier, so dass diese eine Möglichkeit erhielt, zu verkaufen.

Sechs Künstlerinnen stellen nun im September und Oktober in ihrer Galerie „Quadrados“ im Küstergang 4 in Bad Doberan aus. Neben einer kuratierten Produzentenausstellung mit Verkauf sind Begegnungen geplant, Workshops und Diskussionsrunden.

Künstlerin Heidrun Klimmey ist Initiatorin

Heidrun Klimmey zählt sich zu den Einzelkämpferinnen im Kunstgeschehen. „Doch zusammen sind wir stärker“, sagt sie. „Ich räume gern mein Atelier leer, das eigentlich als Präsentations- und Verkaufsraum dient, damit wir viel Platz für dieses Projekt haben.“

Die Künstlerinnen suchte sie sich gezielt aus. „Dass keine Männer dabei sind, war ein Zufall, denn die ich ansprach, hatten kein Interesse“, macht sie klar. „Ich wollte für ‚Pool‘ eine gute Mischung von jung und aufstrebend bis zur etablierten Künstlerin.“

Mit dabei sind die Doberaner Keramikerin Dagmar Haucke-Liebscher und Wandgestalterin Maren Teuber, Videokünstlerin Gudrun Brigitta Nöh, Bildhauerin Julia Kausch, Malerin Grit Sauerborn aus Rostock sowie Initiatorin Heidrun Klimmey, die sich in Bad Doberan der Druckgrafik und Buchkunst widmet. „Nach dem Projekt könnte es weitergehen“, meint Grit Sauerborn. „Mit weiteren Künstlern und neuen Ideen.“

Videoprojekt „Kunst an der Grenze“ im September

„Als Starter im September stellt Gudrun Brigitte Nöh ihr Videoprojekt ,Kunst an der Grenze’ vor“, erklärt Heidrun Klimmey. „Sie befragte Künstler, wie es ihnen während dieser langen Corona-Zeit geht.“ Der Film soll Aufhänger für eine Diskussionsrunde werden: „Nicht nur die Kunst ist an der Grenze – Künstlerinnen sind in großen Kunsthäusern kaum sichtbar, das müssen wir ändern.“

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In Diskussionsrunden wird die Auseinandersetzung mit der Gender-Problematik eine große Rolle spielen. „Es ist eine Frage des Bewusstseins und bezieht sich auf eine Vielzahl von Aspekten des gesellschaftlichen Alltags“, macht Marion Starck deutlich.

„Vielleicht kommen auch andere Berufsgruppen zu den Diskussionen hinzu“, wünscht sich Heidrun Klimmey. „Wir wollen sehen, wer durch Corona neben den Künstlerinnen noch vergessen wurde.“ Ziel sei es, Begegnungen mit verschiedenen Menschen zu fördern: „Dazu wollen wir auch auf die Straße gehen und Leute ins Projekt hineinziehen.“

Von Sabine Hügelland