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Bad Doberan Europaweit auf Platz 7: Doberaner Schüler beim Sprachwettbewerb
Mecklenburg Bad Doberan Europaweit auf Platz 7: Doberaner Schüler beim Sprachwettbewerb
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18:00 16.05.2019
Jan Weber holte beim Certamen Ciceronianum, einem internationalen Lateinwettbewerb in Arpino/Italien den siebenten Platz. Seine Latein Lehrerin Daniela Weihs begleitete ihn. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

Wer Latein lernt, kommt an Marcus Tullius Cicero (106 bis 43 v. Chr.) nicht vorbei. Der römische Politiker, Anwalt, Schriftsteller, Philosoph und Redner verfasste etliche Schriften, die heute noch als Grundlage für den Latein-Unterricht dienen – eine Sprache der Literatur und der Wissenschaft, die heute als schwer zu erlernen gilt. Nicht jedoch für Jan Weber.

Der Doberaner Schüler belegt seit der siebten Klasse Latein als Unterrichtsfach und nimmt auch noch Extra-Stunden. Das zahlte sich aus. Er holte am 12. Mai beim Certamen Ciceronianum, einem internationalen Lateinwettbewerb in Arpino/Italien, den siebenten Platz. Jan Weber war einer von 200 Teilnehmern aus zwölf Nationen.

Den 17-Jährigen musste niemand in den Latein-Unterricht zwingen. „Ich bin dabei geblieben, weil mich meine Lehrerin für Latein begeistern konnte und einen guten Unterricht macht“, sagt der Schüler des Doberaner Friderico Francisceums.

Jan Weber ist strukturiert, analytisch und er denkt logisch. Das hilft ihm, diese Sprache zu lernen“, erzählt Daniela Weihs, Lehrerin für Latein und Englisch. Er könnte sich auch in Latein verständigen, doch darum geht es nicht. „Die Grundlagen dieser alten Sprache zu verstehen und sie nicht nur in eine Richtung übersetzen zu können, das reizt mich“, sagt Jan Weber. „Es ist logisches Grundwissen, das man für die lateinische Grammatik braucht.“

24 Schüler aus Deutschland beim Europawettbewerb

Nur einmal dürfen Schüler am Cicero Wettbewerb teilnehmen. Angesichts der großen Teilnehmerzahl ist der siebte Platz ein gutes Ergebnis. Nur ein Deutscher – es nahmen 24 Schüler der Bundesrepublik teil – schaffte es noch unter die ersten zehn. „Es geht bei dem Wettbewerb auch darum, Schüler zu mobilisieren für ein gelebtes Europa“, sagt die Pädagogin. Mit Bus, Bahn und Flugzeug reisten Daniela Weihs und Jan Weber nach Italien. Natürlich gab es dabei auch Zeit für Sightseeing.

In Nationen zusammengeführt, arbeiteten die Schüler in einzelnen Schulräumen. 60 Organisatoren und Jury-Mitglieder waren vor Ort. Es galt, in fünf Stunden 300 Wörter zu übersetzen und einen stilistisch guten Kommentar zu verfassen.

Die Schwierigkeit lag vor allem darin, zu erkennen, um welchen der unzähligen und aus dem Zusammenhang gerissenen Text von Cicero es sich handelte. So benötigten die Schüler viel Hintergrundwissen, um die Prüfung zu meistern.

Zweieinhalb Stunden für die Übersetzung der Rede

„Der Ort des Geschehens, der historische Verlauf, ich fand das zum Glück schnell heraus“, sagt Jan Weber. „Es war eine der letzten politischen Reden Ciceros.“ Für die Übersetzung brauchte der Schüler nur zweieinhalb Stunden.

Die restliche Zeit nutzte er für seinen zehnseitigen Kommentar. „Es gibt im Latein viele Doppeldeutigkeiten, und ich bin mir immer noch nicht sicher, wo ich sie vielleicht nicht erfasst habe“, sagt der Doberaner. Er beschäftige sich im Vorfeld intensiv mit Ciceros Biografie und dem damaligen Zeitgeschehen.

Für Jan Weber besitzt die Sprache eine gewisse Ästhetik. Er beherrscht auch Englisch „und nur ein wenig Französisch und Spanisch“. Dennoch sagt er: „Für mich bleibt Latein weiterhin ein Hobby“. Später möchte der Schüler etwas Naturwissenschaftliches studieren.

Zum Cicero-Wettbewerb kann sich jeder anmelden. Jan Weber darf daran nicht mehr teilnehmen und konzentriert sich nun auf Bundes- und Landesebene auf weitere Sprachwettbewerbe. Dort konnte er schon mehrfach einen ersten Platz belegen.

Sabine Hügelland

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