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Bad Doberan Steife Wellen lassen Drachen pausieren
Mecklenburg Bad Doberan Steife Wellen lassen Drachen pausieren
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15:47 05.07.2019
Kurzfristig ist Yvonne Menzel vom Segelclub Kühlungsborn für ein verletztes Crewmitglied des Bootes "Casaar" von Dr. Wolfgang Bays eingesprungen. . Quelle: Rolf Barkhorn
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Kühlungsborn

Segeln hat nicht nur etwas mit Kraft, Ausdauer und seemännischer Erfahrung zu tun. Skipper müssen vor allem auch viel Geduld aufbringen können, erst recht, wenn sie an einer Regatta teilnehmen und mitunter Stunden auf das Zeichen zum bevorstehenden Start warten müssen. In Kühlungsborn ist gerade die Elite der Dragon-Class versammelt, um auf der Ostsee Punkte für die Rangliste zu ersegeln.

Boot unter japanischer Flagge führt nach zwei Rennen

Nach den ersten beiden Rennen, die kurz nach der Eröffnung am Mittwoch gefahren werden konnten, liegt am Freitag die unter japanischer Flagge segelnde Crew um Steuermann Peter Gilmour auf Platz eins des diesjährigen Dragon Grand Prix in Kühlungsborn, gefolgt von zwei russischen Booten. „Aber zwei Rennen reichen noch nicht für eine Wertung in der Rangliste. Da werden mindestens drei absolvierte Wettfahrten benötigt“, weiß Yvonne Menzel vom gastgebenden Segelclub Kühlungsborn.

Sie gehört zu dem etwa 30-köpfigen Team des Clubs, das rund um das Regatta-Geschehen im Einsatz ist und für einen möglichst reibungslosen Verlauf der Veranstaltung sorgt. Doch für die Kühlungsbornerin ist kurzfristig eine weitere Aufgabe hinzugekommen. Sie erklärte sich bereit, im Boot „Casaar“ (Segelnummer 1169) von Skipper Dr. Wolfgang Bays für ein verletztes Crewmitglied einzuspringen.

Im Rennen, sei das sicher ein Nachteil, wenn die Crew nicht so gut eingespielt ist wie die Besatzungen der Konkurrenz. „Aber die Alternative für den Skipper wäre das Ausscheiden aus dem Rennen gewesen“, erklärt Yvonne Menzel. Wolfgang Bays ist dann auch dankbar für diesen schnellen Ersatz. „Ich bin stolz darauf, jetzt eine Drachenlady mit an Bord zu haben, die zudem das Revier ganz gut kennt“, betont der Düsseldorfer. Drittes Crewmitglied ist der Brite William Hunt.

2021 könnte Drachen-WM in Kühlungsborn sein

Für viele Crews, aber auch für die Ausrichter vom Segelclub ist der diesjährige Grand Prix auch eine Art Test vor Ort. Denn von der Dragon Assoziation wurde schon angefragt, ob die Weltmeisterschaft der Drachen 2021 in Kühlungsborn stattfinden kann. Schon 2015, als in Kühlungsborn der Gold-Cup der Dragon-Class ausgesegelt wurde, hatte sich der einheimische Segelclub als Ausrichter einen guten Namen gemacht.

Doch die beste Organisation nützt nichts, wenn die Natur nicht mitspielt. Aus dem ursprünglich für 11 Uhr angesetzten Start wird am Freitag erst einmal nichts. Die rot-weiße Flagge, die am Mast der Einsatzleitung auf dem Hafenvorplatz gehisst wird, bedeutet erst einmal Startverschiebung. Das bedeutet für die Crews, die sich im und am Zelt auf der Hafenpromenade versammelt haben, noch länger zu warten. Die Befürchtung, dass wie schon am Vortag gar keine Rennen gefahren werden können, wechselt immer wieder mal mit einem hoffnungsvollen Blick auf die Ostsee. Dort kämpft gerade eine Yacht, die den Hafen verlassen hat, mit den Wellen.

Wellen machen Schwierigkeiten

„Nicht der Wind ist das Problem. Es ist vor allem die steife Welle, die uns Schwierigkeiten bereitet. Wellen, die etwa eineinhalb Meter hoch sind, machen den flachen Drachen zu schaffen“, erklärt Wettfahrtleiter Andreas Schorr. Der Berliner, der selbst Jahre lang Boote aus der Drachenklasse bei Wettkämpfen gesegelt hat, ergänzt: „Wenn wir nur Profis am Start hätten wie die Gilmours, dann könnte man ein Rennen auch unter den aktuellen Bedingungen starten, was allerdings ganz schön auf das Material ginge. Aber beim Grand Prix segeln nun mal auch 70 Prozent Freizeitskipper mit. Das aber macht gerade den besonderen Reiz einer solchen Regatta aus“, betont Schorr.

Den Sicherheitsaspekt aber darf er als Wettfahrtleiter nie außer Acht lassen. Und weil es schon in den ersten Rennen am Mittwoch zu Verletzungen unter Crewmitgliedern kam, entscheidet sich Schorr am Freitagmorgen für die Startverschiebung.

Geduldiges Warten vor dem Start

Warten auf Flaggenzeichen „Delta“

Gespannte Erwartung herrscht dann, als der Regattachef gegen halb zwölf noch einmal ins Motorboot steigt und auf die Ostsee hinausfährt, um sich erneut ein Bild von der Lage zu machen. Doch als er zurückkehrt, hellt sich seine Miene nicht auf. Er lässt sich ein Mikrofon geben und erklärt der versammelten Skippergemeinde auf Englisch, dass der Start aufgrund der noch immer hohen Wellen erneut verschoben werden muss.

Die Crews müssen weiter geduldig auf das Hissen der gelb-blauen Flagge „Delta“ warten, die bei einer Startentscheidung als Zeichen zur Vorbereitung gehisst wird. Anders ist die Situation dann eine Stunde später. Da hat der Wind weiter nachgelassen, was hoffen lässt, dass nach und nach auch die Wellen kleiner werden.

Am Bus der Einsatzleitung ist nun „Delta“ gehisst. Die Boote können den Hafen verlassen. Das Warten hat ein Ende. Draußen auf der Ostsee erwartet die Crews nun ein anspruchsvoller Up-and-down-Kurs, der pro Rennen zweimal abzusegeln ist. Rund neun Seemeilen werden so in einem Rennen absolviert.

Rolf Barkhorn

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