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Bad Doberan Drei auf einen Streich
Mecklenburg Bad Doberan Drei auf einen Streich
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16:42 16.05.2019
Wollen Bürgermeister in Admannshagen-Bargeshagen werden (v.l.): Kai Bisanz, Adelheid Sternberg und Uwe Leonhardt. Quelle: Lennart Plottke
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Bargeshagen

Der Saal der Kulturscheune in Bargeshagen war am Mittwochabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Einwohner waren der Einladung der örtlichen CDU gefolgt – zum einen, um sich ein Bild von den Unions-Kandidaten und deren Wahl-Programm zu machen. Andererseits wollten sie auch mehr von den drei Bewerbern um das Amt des Bürgermeisters erfahren – denn Adelheid Sternberg, Uwe Leonhardt und Kai Bisanz hatten sich ebenfalls zur öffentlichen Veranstaltung angesagt.

„Man kennt mich hier“, sagte Adelheid Sternberg. „Mir sind die Menschen in der Gemeinde sehr wichtig – vor allem in Zeiten, in denen immer mehr das Geld zählt.“ Seit 1995 arbeitet die heute 58-Jährige in Bargeshagen als Physiotherapeutin, seit 1996 lebt sie hier. „Ich engagiere mich seit vielen Jahren als Gemeindevertreterin und im Sozialausschuss für die Belange unserer Bürger – das möchte ich jetzt gern auch als Bürgermeisterin tun.“

Eine Errungenschaft: „Wir haben 2007 das Begrüßungsgeld für Neugeborene in unserer Gemeinde eingeführt“, so Sternberg. „Initiiert hatte das der Sozialausschuss – eine schöne Sache, die wir beibehalten sollten.“ Diese Ausgaben seien auch deshalb möglich, weil die Gemeinde in der Vergangenheit gut gewirtschaftet habe: „Wir können uns mehr leisten als andere Kommunen – und werden das Geld auch weiterhin weise einsetzen.“

Familien, Kinder und Senioren im Blick

Zum Beispiel, um die Gemeindearbeiter, aber auch die Kita und die Jugendclubs weiter zu unterstützen, sagte Sternberg: „Gerade der Jugendclub braucht mehr Mitarbeiter – dafür werde ich mich stark machen.“ Ein weiterer Punkt: „Familien müssen sich Wohnungen in unserer Gemeinde leisten können“, sagte die Bürgermeister-Kandidatin. „Und wenn wir hier von Barrierefreiheit sprechen, gilt das auch für unsere Straßen.“ Denn viele Absätze würden aktuell kleine Hürden für Menschen mit Einschränkungen bedeuten, machte Sternberg deutlich: „Auch das müssen wir angehen.“

Von einer möglichen Fusion mit den Nachbargemeinden Ostseebad Nienhagen und Elmenhorst/Lichtenhagen halte sie aktuell nichts, stellte Sternberg klar: „Da sehe ich keinen Bedarf – wir sind doch gut aufgestellt.“ Durch kluge Planungen sei es bislang immer gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen: „Ich glaube schon, dass wir auch künftig mögliche Schwankungen ausgleichen können.“

Er sei bei diesem Thema „entspannter als andere“, sagte Uwe Leonhardt – möglicherweise auch mit Blick auf Noch-Amtsinhaber Eduardo Catalán (FDP), der bei den Gesprächen zu einem möglichen Zusammenschluss als treibende Kraft gilt: „Der Prozess zwischen den drei Bürgermeistern läuft bereits seit zwei Jahren – in der End-Konsequenz weiß ich auch noch gar nicht alles.“ Für ihn sei ein Punkt entscheidend, erklärte der 63-Jährige: „Ich mache immer Politik zum Vorteil der Gemeinde – und als Bürgermeister setze ich nur das um, was die Menschen auch wollen.“

Besseres Verhältnis zum Amt Bad Doberan-Land

Nach der Wahl sollten die neuen Kräfte in den jeweiligen Gemeinden alle Vor- und Nachteile einer Fusion in Ruhe abwägen und dann entscheiden, so Leonhardt: „Auf welcher Ebene das letztlich passiert – ob in der Gemeindevertretung oder per Bürgerbefragung – ist jetzt auch noch gar nicht klar.“

Fakt sei aber auch, dass sich das Verhältnis zum Amt Bad Doberan-Land deutlich verbessern müsse, betonte Leonhardt, der selbst als Verwaltungsangestellter in der Hansestadt Rostock arbeitet. „Bei einer Überprüfung des Amtes wurden 55 Punkte festgestellt, die verbessert werden müssen – ich erwarte, dass das jetzt auch angepackt wird.“ Die Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen sei ein großer Zahler ans Amt, sagte der aktuelle stellvertretende Bürgermeister: „Da sollte künftig einfach anders mit uns umgegangen werden.“

Seit 1993 lebe er in Admannshagen, habe die Entwicklung von einem „DDR-Dorf“ zur jetzigen starken Kommune miterlebt und seit 2004 als Gemeindevertreter sowie Mitglied in verschiedenen Ausschüssen mitgestaltet, machte Leonhardt deutlich: „Alle Probleme und Sachfragen sind mir bestens bekannt – positiv ist, dass hier seit Jahren parteiübergreifende Sachpolitik gemacht wird.“

Suche nach möglichem neuen Schul-Standort

Das werde auch mit ihm als Bürgermeister so bleiben, versprach Kai Bisanz, dritter Bewerber um das höchste Amt im Ort. „Es geht am Ende immer darum, das Gemeinwohl durchzusetzen“, erklärte der 49-jährige Informatiker, der seit 2005 in Bargeshagen lebt.

Dazu gehöre auch, sich um einen möglichen neuen Schul-Standort im Ort zu kümmern, erklärte Bisanz: „Denn die Kapazitäten an der Conventer Schule in Rethwisch gelangen langsam an ihre Grenzen – da müssen wir uns nach Alternativen umsehen.“ Weitere Punkte: „Wenn die finanzielle Ausstattung es erlaubt, möchte ich gern zwei weitere Gemeindearbeiter einstellen – und wir sollten uns um die Freizeitgestaltung für Senioren kümmern.“

Bei regelmäßigen gemeinsamen Abenden könnten zunächst die Bedarfe ermittelt werden, meinte Politik-Neuling Bisanz – und hatte schon mal eine Idee: „Ich könnte mir zum Beispiel einen generationsübergreifenden Aktiv-Park vorstellen.“

Lennart Plottke

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