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Bad Doberan Drese wirbt für Gute-Kita-Gesetz
Mecklenburg Bad Doberan Drese wirbt für Gute-Kita-Gesetz
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10:38 26.11.2019
Hatte zu einem Bürgerforum nach Hanstorf eingeladen: Sozialministerin Stefanie Drese, hier mit Landrat Sebastian Constien. Quelle: Lennart Plottke
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Hanstorf

Landessozialministerin Stefanie Drese (SPD) warb bei einem Bürgerforum am Montagabend in Hanstorf für das neue Gute-Kita-Gesetz der Bundesregierung. Demnach erhält Mecklenburg-Vorpommern in den Jahren 2019 bis 2022 insgesamt rund 106 Millionen Euro. Das Land setze die Bundesmittel zur Finanzierung der Elternbeitragsfreiheit ein: „Wir sind das Bundesland mit den geringsten Löhnen“, sagte Drese vor etwa 80 Besuchern im Hanstorfer Gemeindezentrum. „Und bislang geht für die Eltern der Beitrag für die Kindertagesstätte auch noch vom Konto ab.“

Dabei sollte jedes Kind die Möglichkeit haben, Krippe, Kita oder Hort zu besuchen, meinte Drese: „So sorgen wir für mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit in unserem Land.“ Durch die Kostenfreiheit erhöhe sich der Anteil von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern in Krippe, Kita, Tagespflege oder Hort sowie von Kindern mit Migrationshintergrund und nichtdeutscher Familiensprache.

Gesetz hat nur Entlastung der Eltern im Blick

Allerdings: „Ich finde es ein bisschen schade, dass das Geld nur für eine Entlastung der Eltern sorgt“, sagte etwa Yvonne Schultz, Leiterin der Kita „Grashüpfer“ in Hanstorf. „Gerade mit Blick auf den Personalschlüssel frage ich mich, was konkret die Einrichtungen vom neuen Gesetz haben.“ Denn bei der „Fachkraft-Kind-Relation“ sei MV das Schlusslicht in Deutschland, so Schultz.

Ein Punkt, den Stefanie Drese nur unterstreichen konnte. „In der Krippe ist bei uns ein Erzieher für sechs Kinder zuständig, in der Kita für 15 und im Hort für 22 Kinder“, zählte die Sozialministerin auf. „Das ist unter dem Strich natürlich zu viel.“ Es müsse künftig darum gehen, zwei Aspekte gemeinsam zu berücksichtigen: „Zum einen werden mit dem neuen Gesetz die Eltern entlastet – andererseits ist aber auch klar, dass wir viel mehr Erzieher brauchen.“

Große Sorge um Fachkräfte-Nachwuchs

Deshalb wolle sie dafür sorgen, „dass Sie künftig zu mehr Kolleginnen und Kollegen kommen“, versprach Drese. „Denn eines ist auch klar: Ich möchte in den Kitas nicht Zustände wie an den Schulen haben.“ In den kommenden zehn Jahren würden in MV 80 Prozent der Lehrer in Rente gehen: „Bei den Erziehern sind es immerhin auch noch 25 Prozent – deshalb sollte auch die Ausbildung vernünftig honoriert werden.“ Dass der Azubi dafür selbst noch 300 Euro bezahlen muss, könne nicht sein, meinte die Ministerin – und führte als gutes Beispiel den seit dem Schuljahr 2017/18 zusätzlich ins Leben gerufenen Ausbildungsgang Staatlich anerkannter Erzieher für 0- bis 10-Jährige an: „Da bekommen die jungen Leute 800 Euro im ersten Jahr, 900 Euro im zweiten sowie 1000 Euro im dritten Lehrjahr.“

Neben der kostenfreien Kita wurde am Montagabend auch über das Thema Pflege diskutiert. Für eine Arbeits- und Sozialministerkonferenz am Mittwoch und Donnerstag in Rostock kündigte Drese eine Initiative zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung an: „Es ist allerhöchste Zeit, das System vor allem mit Blick auf die Kosten auf den Prüfstand zu stellen.“

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