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Bad Doberan Jörnstorfer Drillingsmutter sucht Hilfe
Mecklenburg Bad Doberan Jörnstorfer Drillingsmutter sucht Hilfe
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19:01 09.05.2019
Carola Wockenfuß und ihre vier Kinder. Quelle: Thomas Hoppe
Jörnstorf

Die jungen Eltern sind gestresst: Mutti kränkelt und Papa hat einen gebrochenen Zeh – aber den vier Kindern geht es gut. Die achtjährige Hannah wurde von einer Arbeitskollegin der Mutter aus der Schule in Neubukow nach Jörnstorf heimgefahren. Die im vergangenen September geborenen Geschwister Levy, Lucy und Tony sind vor einer halben Stunde, kurz nach zwölf, im Drillingskinderwagen an der frischen Luft eingeschlafen.

„Das ist jetzt der einzige Moment, wo man etwas Zeit hat“, sagt sichtlich mitgenommen Carola Wockenfuß. Sie hat fix zwischen Tür und Angel etwas gegessen und schildert nun kurz, wie es hier sonst um die Mittagszeit herum aussieht: „Wenn ich alleine bin, rennt man und holt alle drei nacheinander runter in den Wagen. Gut, ich könnte zwei auf den Arm nehmen, aber mit der Treppe ist das natürlich auch so eine Sache. Dann ziehst du unten alle an und rennst dreimal rein und raus...“

Vater: „Der Schlafmangel ist schon extrem“

„Dann schlafen sie nicht richtig und du rennst wieder hin. Im Endeffekt schaffst du nichts“, wirft Vater Ronny ein.

Er hat sich am Wochenende den Zeh gebrochen und ist deshalb eine Woche daheim. Ansonsten fährt der Metallbauer halb sechs zur Frühschicht nach Bad Doberan los oder kommt nach einer Spätschicht kurz vor Mitternacht nach Hause: „Dann habe ich hier vielleicht noch jemanden zu füttern und ins Bett zu bringen... Der Schlafmangel ist schon extrem.“

Die beiden haben ihre Sätze kaum vollendet, da meldet sich per Babyphon bereits der muntere Levy. Er bleibt dann natürlich wach, will wohl sehen, was der Pressefotograf für Bilder macht. Nachts soll dann sein Bruder Tony immer mal wieder – auch stundenlang – für besondere Aufmerksamkeit sorgen, berichten seine Eltern.

„Ich brauche schon noch Hilfe“, bringt es Carola Wockenfuß auf den Punkt, zumal die Oma ihr derzeit auch nicht zur Hand gehen kann. Dank des Jugendamtes kommt immerhin für 24 Stunden im Monat eine Familienpflegerin aus Kröpelin ins Haus: „Das ist eine sehr gute Unterstützung – da gehen allerdings auch die Zeiten für die Anfahrt und Dokumentationsarbeiten ab. Nächste Woche kommt sie mal abends – wenn ich die Kinder ins Bett bringe. Hannah ist ja auch noch ein Kind.“

Seit sechs Wochen liegt Widerspruch auf Eis

„Wir haben schon vor Längerem bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragt“, sagt die Jörnstorferin und ergänzt, dass alle, auch die Ärzte, mit denen sie darüber gesprochen hätte, ihr das empfohlen hätten. Doch der Antrag sei vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen abgelehnt worden: „Drillingsgeburt ist keine Diagnose“ soll es geheißen haben.

Vor rund sechs Wochen hat Carola Wockenfuß dieser Ablehnung widersprochen – doch es tut sich nichts: „Ich habe bei meiner BKK nachgefragt und da hieß es nur, der MDK hat für die Bearbeitung Zeit – ich habe aber keine Zeit mehr!“

Das Drängen der Mutter versteht die Geschäftsführerin des MDK in Schwerin, Dr. Ina Bossow, voll. Gegenüber der OZ erklärt sie allerdings auch, dass die Antrags-Ablehnung durch den damals zuständigen MDK in Sachsen seine Richtigkeit hatte: „Wir wissen alle, was eine Drillingsgeburt für eine Ausnahmesituation ist. Doch es bedarf dann aber nicht immer unbedingt einer Haushaltshilfe von der Kasse. Die ist nur bei Erkrankungen oder entsprechenden Einschränkungen erforderlich.“

MDK in Schwerin ist jetzt am Ball

Nach dem Widerspruch von Carola Wockenfuß, der nun Diagnosen enthalten soll, gehe es jetzt darum, „welchen Umfang diese Haushaltshilfe haben muss, ob acht Stunden oder vier.“ Deshalb hätte der nunmehr zuständige MDK in Schwerin die Kasse um zusätzliche Informationen gebeten: „Die Krankenkasse will sich dahinterklemmen, diese Unterlagen zu besorgen. Dann können wir eine Entscheidung treffen“, sagt Dr. Bossow und erklärt nachdrücklich: „Wir haben gerade noch einmal bei der Kasse angerufen, wo denn nun diese Unterlagen bleiben. Sie wollen sich morgen melden.“

Thomas Hoppe

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