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Bad Doberan EU-Projekt in Bad Doberan eingestellt: Lastenrad rentiert sich nicht
Mecklenburg Bad Doberan

EU-Projekt in Bad Doberan eingestellt: Lastenrad rentiert sich nicht

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11:03 14.01.2020
Im März 2018 startete UPS in Bad Doberan die Auslieferung per Lastenrad. Quelle: Thomas Hoppe
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Bad Doberan

Das Lastenrad von UPS ist aus dem Stadtbild von Bad Doberan verschwunden. Drei Jahre lieferte der Paketdienst die Sendungen damit aus und war somit Teil des EU-Projektes „Low Carbon Logistics“. Bad Doberan war eine von fünf europäischen Städten, in denen getestet wurde, wie der Güterverkehr nachhaltig – also emissionsfrei – gestalten werden kann.

Mit UPS wurde ein Unternehmen für das Pilotprojekt gefunden, auf dem Parkplatz am Drümpel ein Container als Umschlagpunkt für die Lieferungen aufgestellt. Mit dem Lastenrad wurden die Pakete in die Innenstadt geliefert. Neben UPS hat sich auch der Paketdienst DPD dem Projekt angeschlossen.

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Sackkarren und Lastenräder für das Klima

„Dieser setzte bei der Belieferung der Innenstadt auf klassische Sackkarren. Dabei werden die Transporter sternenförmig an der Grenze der Innenstadt geparkt und die Pakete von dort ausgeliefert“, erläutert Clemens Weiss vom Kompetenzzentrum ländliche Mobilität, das das Projekt in Bad Doberan umgesetzt hat. Durch den Wegfall der Parkplatzsuche sollte Zeit gewonnen werden.

Ergebnis des Projektes nach drei Jahren: „Es ist herausgekommen, dass die Stoppzahlen für UPS in Bad Doberan zu gering sind, um die Auslieferung mit dem Lastenrad wirtschaftlich zu betreiben“, sagt Clemens Weiss.

Zu wenig Lieferungen: Lastenrad rentiert sich nicht

Heißt: Das Unternehmen benötige doppelt so viele Lieferungen, damit es sich rechnet. So sei der Paketdienst Hermes in Rostock per Lastenrad unterwegs, weil es sich in der Hansestadt rentiere. Weitere Erkenntnis des EU-Projektes: „Durch den Einsatz des Lastenfahrrads konnte UPS ein Auto im Depot stehen lassen.“

Für die Belieferung mit Sackkarren sei es notwendig, dass der Paketzusteller seinen Transporter verlässlich in Ladezonen rund um das Liefergebiet abstellen kann, damit der Vorteil der wegfallenden Parkplatzsuche greife. Ladezonen seien häufig unrechtmäßig von parkenden Autos belegt gewesen.

Das Fazit des wissenschaftlichen Mitarbeiters: Für Kleinstädte könnte eine zentrale Anlieferung der Pakete für alle Dienstleister am Stadtrand geschaffen werden, die ein lokaler Spediteur dann alle beliefert.

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Von Anja Levien

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