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Bad Doberan Ein Dorf, 800 Jahre: So feierte Kamin seinen großen Geburtstag
Mecklenburg Bad Doberan Ein Dorf, 800 Jahre: So feierte Kamin seinen großen Geburtstag
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14:13 14.07.2019
Karin Pawlack (von links), Ilona Zippert und Sabine Schäler waren beim Umzug dabei und liefen so auch über den Mittelaltermarkt in Kamin. Quelle: Sabine Hügelland
Kamin

Das Mittelalter war los in Kamin. Die Einwohner feierten das ganze Wochenende über die Geschicthe ihres Dorfes. Denn reicht jetzt offiziell stolze 800 Jahre zurück. Viele Bürger hatten ihre Vorgärten hübsch und einfallsreich geschmückt. Kamin gehört zur Großgemeinde Carinerland wie auch Moitin, das nahtlos angrenzt an Kamin. Dort begann der Fest mit einem großen Umzug.

So bunt feierte der kleine Ort seinen großen Geburtstag.

Zu den Musikern, die mittelalterliche Weisen spielten, gesellten sich allerlei Gestalten wie Ritter, auch schöne Mägde und Bäuerinnen, fesche Burschen und kesse Kinder. Traktoren, Motorräder aus alter Zeit und Landfahrzeuge schlossen sich ebenfalls an. Der Tross bewegte sich um den kleinen Dorfteich herum und bis zum Festplatz zurück. Am Straßenrand standen Gäste aus nah und fern. Eine ältere Dame erinnerte sich noch, wie sie in Kamin Anfang der 1950er Jahre zur Schule ging, und wo sich einst die Bäckerei am Teich befand. Andere standen an ihren Haustüren und winkten den Vorbeilaufenden zu. Peter Hameister war Mitorganisator des Festes und kam als Ritter zum Umzug: „Die Kaminer waren alle dabei. Das ist toll. Ich bin nur ein wenig traurig, dass nicht noch mehr aus den anderen umliegenden Orten oder Gemeinden gekommen sind. Wir haben uns viel Mühe gegeben“, sagte Hameister.

Feierkreis plant Feste

„Wir im Dorf haben ein Faible für Verkleidungen“, sagte Sabine Lenzen. „Wir machen viel. Im Feierkreis beratschlagen wir einmal im Monat die kommenden Feste wie zu Weihnachten, um den Kindern eine Freude zu bereiten“, sagte sie. Auch sie stand hübsch gekleidet am Straßenrand und schaute dem Umzugstreiben zu. Das Mittelalterfest sponserte die Gemeinde. „In zwei Jahren ist Moitin mit einem Jubiläum dran, Clausdorf etwas wenig später“, sagte die Bürgermeisterin des Carinerlandes, Heike Chrzan-Schmidt. Sie ließ es sich nicht nehmen, verkleidet im Stil der damaligen Zeit im Umzug mitzulaufen und fand es ebenso schade, dass nicht auch Einwohner der anderen Dörfer des Carinerlandes mit dabei waren.

Hochachtung für Organisatoren

Die Bürgermeisterin kam nicht daran vorbei mit dem Organisator des Mittelaltermarktes Uwe Schirm zünftig mit einem Bier anzustoßen und mit den beiden taten es auch die Rittersleut, um so den Markt zu eröffnen. „Ich finde es schön hier zu sein und nach langen Verhandlungen hat ja alles noch geklappt. Vor allem freue ich mich, dass sie einen aus der Region genommen haben“, sagte Schirm der aus Hinter Bollhagen stammt. „Das ist bemerkenswert was hier auf die Beine gestellt wurde und ich habe Hochachtung davor“, sagte Peter Broschwitz. „Ich weiß, wie viel Arbeit drin steckt von unserem Jubiläum in Kirch Mulsow.“ Karin Pawlack lief mit einem uralten Kinderwagen und einem echten, friedlich schlafenden Baby im Umzug mit. „Ach, als ich klein war, habe ich hier im Dorf schon die Kinder immer mit ausgefahren. Ich wollte ja Krankenschwester werden“, erinnert sie sich und sie wurde es auch. „Das Baby gehört zu den Eltern, die das ehemalige Gasthaus Schwarck erwarben und ein schönes Wohnhaus daraus machten.“ Das Gasthaus existierte von um 1880 bis 1990.

Ilona Zippert stand neben ihr: „Ich bin 1974 nach Kamin gezogen, habe hierher geheiratet.“ Sabine Schäler lebt seit zwei Jahren mit ihrem spanischen Lebenspartner im Dorf. „Das war Zufall. Erst sahen wir ein Bild von einem Reriker Haus, dann das hier und es gefiel uns. Außerdem gibt es eine gute Dorfgemeinschaft und wunderschöne Landschaft ringsherum.“

Mittelalterfest kam gut an

Das Mittelalterfest bot für Jung und Alt ordentlich Abwechslung. Gut kam das Axtwerfen an, bei dem sich auch die Frauen rantrauten. Es galt einen Apfel zu treffen. Kinder mochten sich beim Bogenschießen ausprobieren. Doch zuerst waren die kulinarischen Stände umlagert. Der Umzug machte hungrig und durstig. Einige auf dem Markt zeigten altes Handwerk und regelmäßig gab es Kampfvorführungen und Gaukelei. „Der Markt ist schon recht groß und gefällt mir gut“, sagte Bianka Bock aus Kirch Mulsow, deren Sohn Max das Bogenschießen austestete.

Sabine Hügelland

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