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Bad Doberan Viel erreicht – Tempo könnte höher sein
Mecklenburg Bad Doberan Viel erreicht – Tempo könnte höher sein
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15:42 27.12.2018
Rüdiger Kozian blickt auf sein erstes Jahr als Bürgermeister von Kühlungsborn zurück. Quelle: Lutz Werner
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Kühlungsborn

Rüdiger Kozian (58/parteilos) ist seit einem Jahr Bürgermeister im Ostseebad Kühlungsborn. Kurz vor dem Jahreswechsel zieht er eine persönliche Bilanz und schaut voraus in das neue Jahr 2019.

Die feierliche Übergabe der Amtskette an Sie vor Tausenden von Zuschauern und die Eröffnung des Anbade-Spektakels – so sah ihr erster Arbeitstag am Neujahrstag 2018 aus. Ging es so spektakulär weiter?

Rüdiger Kozian (lacht): Nein, natürlich nicht. Aber das war schon ein furioser Auftakt. Danach stand allerdings sehr schnell die Sacharbeit im Mittelpunkt.

Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Ich habe – in enger Zusammenarbeit mit meinem Team im Rathaus und mit der Stadtvertretung – im ersten Jahr im Amt doch einiges erreicht. Vieles davon stand in meinem Wahlprogramm. Darauf bin ich schon ein wenig stolz.

Was fällt Ihnen dabei konkret ein?

Unsere städtische Wohnungsgesellschaft Noveg hat damit begonnen, bezahlbare Mietwohnungen zu bauen. Zunächst 21 Einheiten. Das ist ein guter Anfang. Das Verkehrskonzept für unsere Stadt – darüber wurde vorher zehn Jahre lang nur geredet – steht. Noch ein wenig Fein-Tuning – und es kann in der ersten Hälfte des neuen Jahres verabschiedet werden. Der Molli-Bahnübergang in der Schloßstraße – viele Jahre eine üble Gefahrenstelle für Radfahrer – wurde endlich entschärft. Wir reden nicht nur über ein Digital-Konzept für unser Schulzentrum. Wir haben eines – solide finanziert aus eigener Kraft – und werden es 2019 umsetzen. Darauf bin ich besonders stolz.

Vor ein paar Tagen wurde die Erschließung des B-Plan-Gebietes Nr. 25 an der Umgehungsstraße abgeschlossen. Das Thema zieht sich durch Ihr erstes Amtsjahr wie ein roter Faden.

Das künftige Baugebiet für Sport- und Freizeiteinrichtungen ist für die weitere Entwicklung der Stadt sehr wichtig. Investoren finden dort alle notwendigen Voraussetzungen zum Bauen vor. Für die Jugendherberge haben wir einen Interessenten. Und ich bin auch optimistisch, dass dies auch für eine neue Schwimmhalle, die Tennishalle und die Sportstätte möglich sein wird.

Was hat Sie in ihrem ersten Jahr im Amt genervt?

Die langwierigen Entscheidungsprozesse auf Behördenebene – die werden mich auch weiter nerven. Ich habe, bevor ich Bürgermeister wurde, viele Jahre als selbstständiger Rechtsanwalt gearbeitet, war damit Bestandteil der freien Wirtschaft. Dort sind Entscheidungsprozesse sehr viel schneller und auch direkter. Ich habe lernen müssen, diesen langsameren Gang der Dinge bei Verwaltungsentscheidungen zu akzeptieren. Allerdings ist das manchmal frustrierend.

Das klingt fast so, als ob Sie den Wechsel aus der Anwaltskanzlei ins Rathaus manchmal bereuen?

Nein, keinesfalls. Ich habe einen Riesen-Spaß an meinem Job, weil ich hier die Möglichkeit habe, an entscheidender Stelle die weitere Entwicklung unserer Stadt mitzugestalten. Das ist eine Aufgabe, die mich ausfüllt. Aber – wie gesagt – das Tempo könnte höher sein.

Das gilt sicher auch für die nach wie ungelöste Frage, wo künftig die Standorte der Strandkorbvermieter-Hütten sein werden?

Das ist ein ganz typisches Beispiel. Die Strandkorbvermieter hängen nun schon seit mehreren Jahren förmlich in der Luft und wir können wegen dieser ungeklärten Angelegenheit unsere neue Strandkonzeption nicht beschließen. Aber die Verhandlungen mit den Landesbehörden ziehen sich hin. Diese Geschichte nehmen wir leider mit hinüber ins neue Jahr.

Wird es etwas spektakulär Neues im Jahr 2019 geben?

Kommt darauf an, was man für spektakulär hält. Silvester ist der letzte Tag für den privatwirtschaftlich organisierten Touristik Service Kühlungsborn (TSK). Dafür wird es ab dem Neujahrstag die Tourismus-, Freizeit- und Kultur GmbH als städtischen Betrieb geben. Wir haben 2018 die Grundlagen dafür geschaffen, die zentralen touristischen Dienstleistungen wieder unter das Dach der Stadt zu holen, um zu sichern, dass wir das künftig in der eigenen Hand behalten können und nicht europaweit ausschreiben müssen. Das wurde am Anfang des Jahres kontrovers diskutiert. Inzwischen sind andere große Urlaubsorte, wie unsere touristische Partnergemeinde Garmisch-Partenkirchen, unserem Beispiel gefolgt. Für mich ist das schon ein wenig spektakulär.

Haben Sie Charaktereigenschaften, von denen Sie glauben, dass sie bei Ihrem Job im Rathaus hilfreich sind?

Ja, da gibt es schon etwas. Ich habe in meiner langen Tätigkeit als Anwalt gelernt, Konflikte auszufechten. Aber auch, wenn es geboten ist, Kompromisse zu suchen und einzugehen. Das muss man auch als Bürgermeister können. Und ich bin manchmal sehr penetrant, lasse nicht locker. Ich denke, das hat auch dazu beigetragen, dass die Gefahrenstelle am Molli-Bahnübergang Schloßstraße dann doch endlich entschärft wurde.

Was wünschen Sie sich für 2019?

In diese Wünsche möchte ich gern alle Einwohner und Gäste unseres Ostseebades einbeziehen: Glück, Erfolg und vor allem Gesundheit. Ich bin sicher, dass sich unsere Stadt auch 2019 weiter gut entwickeln wird und werde persönlich alles dafür geben.

Zur Person: Rüdiger Kozian

Rüdiger Kozian wurde im Oktober 2017 zum Bürgermeister des Ostseebades Kühlungsborn gewählt. Am Neujahrstag 2018 wurde er feierlich und vor großer Kulisse in sein Amt eingeführt. Die Amtszeit beträgt sieben Jahre.

Kozian lebt seit 1993 in Kühlungsborn. Bis Ende 2017 war er als selbstständiger Rechtsanwalt tätig.

Er ist alleinerziehender Vater einer Tochter im Teenager-Alter. Seine Frau verstarb 2017.

Kühlungsborns Bürgermeister wurde bereits im ersten Amts-Jahr zum stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder gewählt.

Lutz Werner

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