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Bad Doberan Eine Hülle fürs Herz der Rostocker Unimedizin
Mecklenburg Bad Doberan Eine Hülle fürs Herz der Rostocker Unimedizin
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00:00 08.04.2017
Blick vom Zentrum für Innere Medizin in der Hansestadt Rostock: Das Gebäude Zentrale Medizinische Funktionen (ZMF) wächst und wächst. Unter- und Erdgeschoss stehen schon. Quelle: Foto: Betrieb Für Bau Und Liegenschaften Mv
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Rostock

Vom Gerüst eines Baucontainers aus schweift Uwe Sanders Blick über die größte Baustelle des Landes. Auf einer Zwischendecke der neuen Uni-Zentrale vollzieht ein Bautrupp den Lückenschluss. Dort, wo die Männer Streben zu Stahlschalungen verbinden, sollen in Zukunft Klinikmitarbeiter speisen. Noch müssten die sich ihr Mittagessen aber unter freiem Himmel schmecken lassen, denn die Kantine existiert bis dato nur auf den Bauplänen. Doch der Rohbau der Zentrale Medizinische Funktionen (ZMF) wächst. Unter- und Erdgeschoss des mit drei Stockwerken geplanten Gebäudes stehen schon. „Bald werden wir von hier aus auf eine riesige Wand gucken“, sagt Uwe Sander.

Musterfassade zeigt, wie die Zentrale künftig von außen aussehen wird

Wie die aussehen wird, weiß der Klinikbau-Verantwortliche des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL) genau. Und auch Passanten können sich ab sofort ein Bild davon machen: Direkt neben der Baustelle schießt eine Musterfassade aus dem Boden. Farbe, Fenster, Sonnenschutz, Oberlichter und Blechpaneele – das Modell zeigt im Kleinformat jene Außenhülle, mit der sich das ZMF künftig in Schale werfen soll. Das Element ist mehr als reine Fassade. Anhand des von einer Fachfirma aufgestellten Musters kann der Bauherr, das BBL, die Qualitäten der Materialien ablesen. Den Gewerken und Planungsbüros dient es als Blaupause für anstehende Arbeiten.

Das BBL setzt auf Streifenoptik in Hellgrau und hat sich für einen Kammputz entschieden. Dafür wird ein breiter Spachtel vertikal durch den noch frischen Putz gezogen. Die dabei entstehenden Rillen sollen die Fassade auflockern und gleichzeitig verhindern, dass die Wände fleckig aussehen. „Wir wollen kein Schloss Wolkenstein.“, sagt Sander. Am wichtigsten sei eine perfekte Energieeffizienz.

„Aber wir legen auch auf die Gestaltung Wert und wollen das Gebäude nicht irgendwie zuklatschen“, sagt Sanders. Stattdessen soll das ZMF mit schlichter Moderne die Lücke zwischen dem Altbau Chirurgie aus den 20er Jahren und dem vis-à-vis liegenden Zentrum für Innere Medizin und dessen 50er-Jahre-Look ausfüllen. Bis auf ein paar kleine Änderungen ist Sander mit der ZMF-Musterfassade zufrieden. Was noch nicht stimmt, wird bei den Originalteilen nachgebessert. Die sind bereits in Produktion. Und zwar in Hessen.

Unterdessen nimmt am Campus Schillingallee das ZMF Form und Größe an. Die aktuell 50 Bauarbeiter müssen ranklotzen. Bis spätestens Ende September soll der Rohbau fix und fertig stehen, denn dann will das BBL Richtfest feiern. Noch fehlen zwei Geschosse. „Aber wir sind absolut im Zeitplan“, stellt Uwe Sander zufrieden fest. Auch bei den Kosten liege das 143-Millionen-Euro- Projekt im gewünschten Rahmen. 60 Prozent der Gesamtinvestition hat das BBL bis jetzt ausgeschrieben und vergeben.

Allein der Rohbau schlägt mit rund 15 Millionen Euro zu Buche. In dessen Mauern soll ab Juli die erste Technik einziehen. Im Sommer beginnen Fachfirmen damit, Lüftung, Heizungs- und Sanitäranlagen zu installieren. „Dann wird hier erst richtig was los sein“, sagt Sander. Bis zu 200 Bauarbeiter werden gleichzeitig auf, am und im Gebäude werkeln. Die Fassadenbauer sollen im September anrücken, denn das BBL will die Uni-Zentrale unbedingt bis zum Jahresende winterfest bekommen. Zeitgleich wird die erste Abdichtungslage auf das Dach aufgebracht. Bis Ende 2019 soll das ZMF komplett sein und dann zentraler Notaufnahme, Notfallversorgung und Patientenaufnahme ein neues, gemeinsames Dach bieten. Seit dem Baustart im September 2015 wurden buchstäblich Berge versetzt: Um Platz für das ZMF zu schaffen, mussten im Karree zwischen zwischen dem Altbau der Chirurgie und dem Zentrum für Innere Medizin sowie der Schillingallee und dem Alten Heizhaus auf dem Campus rund 30000 Kubikmeter Erde ausgehoben werden. Auch der Rohbau wird nach seiner Fertigstellung ein echtes Schwergewicht sein: Er wird aus mehr als 9000 Kubikmetern Beton erstellt. Hinzu kommen Fertigbetonteile – zusätzliche 550 Kubikmeter – die innen eingesetzt werden. Die Bewehrung besteht aus 4500 Tonnen Stahl. Sobald der schlanke Dreigeschosser steht, wird er 121500 Kubikmeter Raum umschließen.

Film ab für Millionenbau

143 Millionen Euro Landesgelder fließen für die größte Baustelle Mecklenburg-Vorpommerns.

Bis voraussichtlich Ende 2019 soll auf dem 120 mal 50 Meter großen Baufeld der Neubau Zentrale Medizinische Funktionen entstehen, welcher das interdisziplinäre Zentrum der operativen und internistischen medizinischen Disziplinen und Hauptzugang der Unimedizin bilden wird.

Baufortschritt im Zeitraffer: Seit September 2015 zeichnet eine

Webcam des BBL auf, was sich auf der Baustelle tut. Daraus entstanden ist ein Video: www.bbl-mv.de.

Antje Bernstein

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