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Bad Doberan Einwände gegen Wohnbebauung in Ravensberg
Mecklenburg Bad Doberan Einwände gegen Wohnbebauung in Ravensberg
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16:50 25.07.2019
Das Gelände des ehemaligen Kreisbetriebs für Landtechnik in Ravensberg ist zum Teil bereits geräumt worden. Hier sollen Wohnungen und Gewerbe entstehen. Quelle: Anja Levien
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Ravensberg

Fast alle Gebäude des ehemaligen Kreisbetriebs für Landtechnik sind abgerissen. Nur zwei Hallen stehen noch auf dem Gelände in Ravensberg und ein Wohnhaus. Letzteres wird auch bleiben. Die Voss Energy GmbH aus Rostock möchte auf dem ehemaligen Betriebsgelände ein Mischgebiet für Wohnen und Gewerbe schaffen. Dagegen gab es Einwände vom Amt für Raumordnung und Landesplanung und vom Amt für Kreisentwicklung. Das teilte Ulrike Rückwart vom Planungsbüro Tüv Nord auf der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend mit.

Bei jedem Bebauungsplan (B-Plan) werden Behörden, die Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit beteiligt. Sie können Stellungnahmen zu dem Vorhaben abgeben. „Es hat eine Reihe von Anregungen gegeben“, sagt Ulrike Rückwart. Das Amt für Raumordnung und Landesplanung sowie das Amt für Kreisentwicklung hätten den Hinweis gegeben, dass die Gemeinde sich nur im Rahmen des Eigenbedarfs entwickeln dürfe. „Wir sollten die entstehenden Wohneinheiten überdenken und reduzieren.“

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Kompromiss: 15 Wohneinheiten

Ergebnis der Gespräche: „Maximal 15 Wohneinheiten dürfen entstehen“, sagt die Planerin, unabhängig davon sei, ob es sich um Einfamilienhäuser oder andere Wohnformen wie Seniorenwohnungen handle. Die Anzahl solle jedoch im B-Plan festgehalten werden.

Das sorgte bei einigen Bürgern für Kopfschütteln und Unverständnis. Ulrike Rückwart verwies auf die Raumordnungspläne. „Wohnraumentwicklung soll in zentralen Orten stattfinden, sonst nur nach Eigenbedarf. Der ist von der Gemeinde schon ausgeschöpft“, sagte sie. Die Gemeinde sei verpflichtet, sich an die Ziele der Raumordnung zu halten. „Die 15 Wohneinheiten waren ein harter Kampf“, sagt Heike Chrzan-Schmidt, amtierende Bürgermeisterin.

„Wir sind auch aufgefordert worden, den Bedarf an Gewerbe nachzuweisen. Das haben wir gemacht und sind auf die Bedenken eingegangen“, erläuterte Ulrike Rückwart weiter. Dabei wird es sich um nicht störendes Gewerbe handeln.

Gutachten über Altlasten

Für das etwa drei Hektar große Gelände wurde unter anderem ein Altlastengutachten erstellt. Unter anderem diente es früher als Salzlager. Diese Altlasten im Boden sollen entfernt werden. Anders auf der Fläche, wo sich eine Tankstelle und ein Öllager befunden haben. „Hier darf kein Wohnhaus oder Gewerbe entstehen.“ Sie könne als Versorgungsfläche genutzt werden, das heißt, Fotovoltaikanlagen könnten hier beispielsweise aufgestellt werden oder anderes, was nicht schutzbedürftig sei.

Das ehemalige Gelände des Kreisbetriebs für Landtechnik in Ravensberg. Ein Großteil der Gebäude ist bereits abgerissen. Quelle: Voss Energy GmbH

Zur Straße hin wird es einen Grünstreifen geben, das Biotop auf dem Areal werde belassen. Der naturschutzrechtliche Ausgleich, der aufgrund von Flächenversiegelung notwendig sei, solle durch den Erwerb von Ökopunkten geschehen.

Ein Schallschutzgutachten habe ergeben, dass es keine Beeinträchtigungen durch den Straßenverkehr oder die Windkraftanlagen an dem Standort gebe. Die Werte würden eingehalten.

Hinweise aus der Öffentlichkeit sind bisher nicht eingegangen.

Sylvia Pieper wohnt gegenüber dem ehemaligen Kreisbetrieb. „Wohnraum für ältere Leute wäre toll. Da, schätze ich, ist der Bedarf da“, sagt sie und freut sich, wenn der aufgeschüttete Sandberg wenige Meter vor ihrer Haustür bald verschwindet.

Die Gemeindevertreter haben dem Abwägungs-, Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 2 der Gemeinde Carinerland einstimmig zugestimmt. Er wird jetzt erneut öffentlich ausgelegt.

Anja Levien