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Bad Doberan So feiert die Feuerwehr Neubukow ihr 110. Jubiläum
Mecklenburg Bad Doberan So feiert die Feuerwehr Neubukow ihr 110. Jubiläum
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15:00 23.10.2019
Die Feuerwehr rückt in den meisten Fällen wegen technischer Hilfeleistung aus. Im März mussten die Kameraden ausgetretenes Hydrauliköl beseitigen. Quelle: Neubukower Feuerwehr
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Neubukow

Wenn in der Schliemannstadt am 2. November niemand auf der Straße zu sehen sein wird, dann kann das nur daran liegen: Alle sind beim Feuerwehrball zur Ehrung der Wehr, die ihr 110. Jubiläum begeht. Der Feuerwehrspielmannszug „Küste MV“ blickt auf 60 Jahre Bestehen zurück. In der Sporthalle am Panzower Weg – maximal 800 Gäste passen hinein – beginnt der Einlass um 18 Uhr. Los geht es eine Stunde später. Für Stimmung und Tanzmusik sorgt die Band „Blue Light“. Der Kartenvorverkauf im Presse- und Tabakshop Franke ist im vollen Gange und der Eintrittspreis beträgt 14 Euro. Es gibt keine Abendkasse, wer also im Vorfeld ohne Karten ist, kommt dann nicht mehr rein.

Feuerwehr ist bekannter geworden

„Unsere Feuerwehr entwickelte sich von einer kleinen Kleinstadtwehr – in der Gründungszeit mit 28 Kameraden – zu einer großen“, sagt der stellvertretende Gemeindewehrführer Matthias Klan. „Ich bin 1991 dazu- gekommen, da waren wir in der Jugendwehr etwas mehr als eine Hand voll Kinder und ich muss sagen, die Wehr hat einen ordentlichen Sprung gemacht“, so der Neubukower. „Mittlerweile sind wir in der Einsatzabteilung 52 Kameraden. Die Jugendwehr hat 24 Mitglieder, die Reserveabteilung 14 und in der Ehrenabteilung sind es zwölf.“

Motor des kulturellen Lebens

Doch wie kam es dazu? „Zum einen haben wir die Feuerwehr bekannter und öffentlicher gemacht, so dass sie mehr von den Einwohnern bemerkt wurde.“ Matthias Klan ging in das Ehrenamt, weil „es mein Kindheitstraum war, und als ich auf einem Stadtfest die Feuerwehr sah. Da wollte ich unbedingt Feuerwehrmann werden.“ So ist es wohl auch heute bei vielen Kindern, wenn sie ein Feuerwehrauto sehen. „Wir gehen auch an die Schulen, sind in den Kitas. Manchmal kommen Kitagruppen zu uns, wenn sie Wandertag haben. Es geht um die frühe Bindung.“

Allerdings haben alle Feuerwehren neben ihrer eigentlichen Aufgabe heute auch anderes zu tun: „Wir sind für Neubukow auch ein Motor des kulturellen Lebens“, sagt er. „So führen wir jährlich unter anderem das Osterfeuer durch, das Kaffeekonzert und eben seit dem 90. Jubiläum alle fünf Jahre den Feuerwehrball, der sich großer Beliebtheit erfreut“, sagt Klan. „Wir schaffen es nur nicht, ihn jedes Jahr zu veranstalten, weil das ein riesen Aufwand ist und hohe Kosten sind.“

Über ein Jahr feilen die Kameraden an den Vorbereitungen. „Wir sind da auch auf Spenden angewiesen, sonst schaffen wir es nicht, das hohe Level, welches die Gäste gewohnt sind, zu halten.“ Die Leute fragen schon lange vorher, wann es wieder losgeht. „Das freut uns natürlich sehr“, sagt Matthias Klan. „Mit uns beginnen die Feste im Jahr in der Stadt und dort enden sie zu Weihnachten auch.“

Gründung nach Brand in „Ebellscher Mühle“

Die Arbeit in der Feuerwehr veränderte sich in all den Jahren stark, sagt er. „Zu Bränden rücken wir nur noch selten aus. Dafür erhöhte sich die Anzahl der technischen Hilfeleistungen wie Verkehrsunfälle, Katastrophen durch Unwetter und anderes. Früher rückten Wehren nicht aus, um Keller auszupumpen. Das ist eben der Wandel der Zeit.“

Zwei Löschfahrzeuge, ein Einsatzleitwagen, ein Mannschaftstransportwagen sowie ein Katastrophenschutzfahrzeug und ein Oldtimer stehen in der Fahrzeughalle der Feuerwehr. Weil es im 16., 18. und 19. Jahrhundert zu verheerenden Bränden in und um Neubukow kam, wurde am 21. November 1909 der Grundstein zum Feuerwehraufbau gelegt. So steht es in der Chronik der Neubukower Wehr. Das war einen Tag nach dem Brand der „Ebellschen Mühle“. Die Gründung erfolgte am 29. November im „Schönrockschen Hotel“ mit 28 Mitgliedern. Untergebracht wurden die Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände in den Stallungen hinter dem Rathaus.

Ihren ersten Einsatz hatten die Feuerwehrmänner am 26. Mai 1910 bei einem Brand in der Ziegelei Haak in der Wismarschen Straße. Die Ausbildungen zur Bekämpfung von Chemieunfällen begannen im April 1997. Am 3. Mai 2003 bezogen die Kameraden ihr neues Gebäude in der Burchardstraße.

Von Sabine Hügelland

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