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Bad Doberan Laubbäume und Wildschweine: Das ist los im Stadtwald Kühlungsborn
Mecklenburg Bad Doberan Laubbäume und Wildschweine: Das ist los im Stadtwald Kühlungsborn
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14:00 18.10.2019
Im Stadtwald in Kühlungsborn stehen überwiegend Nadelhölzer. Sie werden vom Forstamt regelmäßig gepflegt. Quelle: Frank Söllner
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Kühlungsborn

Der Kühlungsborner Stadtwald stellt sich auf den Klimawandel ein. Statt Nadelholz werden nun nach und nach Laubbäume gepflanzt. „In der Nähe der Hirschschneise werden im Herbst 2020 im Rahmen des planmäßigen Waldumbaues auf knapp zwei Hektar Eiche und Ahorn gepflanzt“, sagt Hartmut Pencz, Leiter des Forstamtes Bad Doberan. „Diese versprechen eine höhere Klimaanpassung.“ Derzeit stehen an dieser Stelle noch Fichten, die jedoch vom Borkenkäfer befallen sind. Sie sollen demnächst mit dem Harvester beräumt werden.

Der Stadtwald

Der Stadtwald von Kühlungsborn umfasst eine Fläche von etwa 111 Hektar. Davon gehören etwa 17 Hektar der Stadt. Der größere Teil des Waldes ist Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Die Gemeine Kiefer ist aktuell mit 46 Prozent der Fläche die am häufigsten vorkommende Baumart. Mit 11 Prozent liegt die Eiche auf Platz zwei.

Das Besondere am Stadtwald ist, dass er gleichzeitig als Küstenschutz-, Naherholungs- und Wirtschaftswald dient.

Trockenheit setzt Bäumen zu

Borkenkäfer wurden auch an zwei weiteren Stellen festgestellt: Fichten am Müllerweg und am Fuchspass nahe des Sportplatzes waren nicht mehr zu retten. Zu leiden hatte der Stadtwald auch im Sommer. „Vor allem ältere Bäume mit besonders großem Sproß- und Wurzelwerk hatten auffallend mit Trockenstress zu kämpfen“, sagt Hartmut Pencz. Das sei an abgestorbenen Ästen im Kronenbereich zu erkennen, die nicht mehr mit ausreichend Wasser versorgt würden. Das fehlte auch den ganz jungen Bäumen. Obwohl die höheren Bäume extra gelichtet wurden, konnten sich die kleineren nur begrenzt entwickeln, sagt der Forstamtsleiter. „Bis auf das Nassschneeereignis Ostern 2018 hat der Wald aber die Wetterextreme des vergangenen Jahres relativ gut vertragen.“

Abfälle könnten Wildschweine anlocken

Der Forstamtsleiter weist noch auf eine weitere Gefahr hin: Wildschweine. Sie würden regelrecht angelockt, weil einige Menschen ihren Haus- und Biomüll sowie Gartenabfälle im und am Wald entsorgten. „Bisher wurde Schwarzwild, wenn überhaupt, in Kühlungsborn nur vereinzelt gesichtet. Da Schwarzwild wie das gewöhnliche Hausschwein ein Allesfresser ist, bildet der Müll jedoch eine willkommene Essenseinladung“, sagt Hartmut Pencz. Die könne über kurz oder lang dazu führen, dass Schwarzwild auch Gärten am Waldrand umgräbt. „Im Vergleich zum übrigen Wild in Kühlungsborn ist Schwarzwild wehrhaft und recht neugierig und lässt sich, sobald es sich einmal heimisch fühlt, nur sehr schwer wieder vertreiben.“

Wohl fühlen sich im Stadtwald auch die Rehe. Für sie gibt es hier nach Angaben von Hartmut Pencz bis auf den Verkehr, keine wirkliche Gefährdung. Deshalb haben sie sich geringfügig vermehrt. Weil im Stadtwald ständig Menschen unterwegs seien, sei „eine Bejagung im Stadtwald aus Sicherheitsgründen schwierig.“ Die Tiere knabbern immer wieder an jungen Bäumen. Punktuell mache es dieser Umstand noch schwieriger, den neuen Wald von morgen heranzuziehen, sagt der Forstamtsleiter.

Totholz als Lebensraum für Tiere

Die Mitarbeiter des Forstamtes kontrollieren den Wald regelmäßig. Dabei geht es auch um Schädlinge wie die Frostspanner- und Eichenwicklerraupen, die sich von Blattknospen ernähren und die Bäume enorm schädigen können. Zweimal im Jahr gibt es Verkehrssicherungskontrollen entlang von Hauptwegen und bebauten Grundstücken. „Unsichere Bäume und Baumteile werden so zeitnah wie möglich kontrolliert zu Fall gebracht“, sagt Hartmut Pencz. Anders als im Park sei es im Wald nicht üblich, alles Holz zu beräumen. „Totholz führt auch zu einem günstigeren Mikroklima, weil es Feuchtigkeit speichert und bei Trockenheit langsam wieder abgibt. Die vermeintliche Unordnung bietet gleichzeitig Deckung für Wildtiere und Lebensräume für Insektenarten und Pilze.

Forstamt kündigt Waldarbeiten an

Zum Ende dieses Monats wird im Stadtwald von Kühlungsborn wieder der Wald gepflegt. Betroffen ist eine Gesamtfläche von etwa 14 Hektar entlang der Hirschschneise (Waldbereich hinter der Ostseeallee). Für zukünftige Pflegemaßnahmen werden auf etwa acht Hektar Rückegassen angelegt. Weiterhin sind nach Angaben des Forstamtes auf 4,1 Hektar Bestandspflege vorgesehen. Das Wachstum vitaler Bäume soll gefördert werden, indem „Bedränger“ in der Nachbarschaft entnommen werden. Die Arbeiten werden mindestens drei bis vier Wochen dauern, nach Angaben des Forstamtes aber voraussichtlich mit Beginn der Adventszeit abgeschlossen sein. Während dieser Zeit ist das Betreten der betroffenen Flächen und Wege verboten.

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