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Bad Doberan Fossilien und Glücksbringer in Rerik ausgestellt
Mecklenburg Bad Doberan Fossilien und Glücksbringer in Rerik ausgestellt
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18:16 12.06.2019
Museumsleiter Thomas Köhler präsentiert seine neue Sonderausstellung zum Thema Fossilien. Quelle: Sabine Hügelland
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Rerik

Alle ein bis zwei Jahre wechselt die Sonderausstellung Fossilien im Reriker Heimatmuseum. Jetzt ist es wieder so weit. Der Museumsleiter Thomas Köhler konnte Dank der Unterstützung der Gesellschaft für Geschiebekunde, Sektion Rostock, wieder eine höchst interessante Exposition zusammenstellen. Er selbst steuert ebenfalls einige fossile Ausstellungsstücke bei. Außerdem sind Stücke aus dem Bestand des Museums zu sehen.

Öffnungszeiten

Das Heimatmuseum in Rerik in der Dünenstraße 4 ist dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Donnerstags ist lediglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet zwei Euro für Erwachsene und 50 Cent für KInder. Um Fotos machen zu dürfen, wird ein Obolus von 50 Cent erhoben, für Videos fällt eine Gebühr von einem Euro an. Die Kunstausstellung von Norbert Kürlis „Meeresimpressionen in Acryl und Aquarell“ endet am 27. Juni.

Weitere Exponate sind Zeugnisse der Entwicklung des örtlichen Fischereiwesens und Bademoden und -sitten früherer Zeiten.

Trilobiten bilden nach wie vor den Schwerpunkt der Sonderausstellung. „Neu ist das Gegenüberstellen von Fossilien und Neuzeitlichem wie Seeigeln, Stachelhäutern, Schwämmen, Korallen, Muscheln und Krabben“, sagt Köhler. Besucher sollen sich dadurch vorstellen können, wie die Entwicklung verlief. „Am 20. Juli von 10 bis 16 Uhr wird es wieder einen der beliebten Beratertage mit der Gesellschaft für Geschiebekunde geben“, sagt er. Museumsbesucher haben die Möglichkeit, ihre gesammelten Steine bestimmen zu lassen. So manches Mal befand sich unter den Funden eine wahre Rarität. „Ich kenne keine zweite Stelle, die so viele Mineralien, Gesteine und Fossilien aus fast allen Erdzeitaltern aufweist wie der Geschiebe-Ostseestrand“, sagt der Reriker.

Ausrüstung umfasst Lupe und Spatel

„Ich empfehle Gästen immer, sehr aufmerksam über den Strand zu laufen. Es sind nicht nur die kleinen Stücke, sondern auch die großen Findlinge, die der Gletscher hinterließ, die Geschichte näherbringen.“ Fossilien lassen sich am ehesten dort finden, wo Sedimentgesteine, wie Tone, Schiefer und Kalksteine, aufgeschlossen sind. „Wer sich mehr damit befassen möchte, sollte sich eine Ausrüstung zulegen, zu der unter anderem Geologenhammer, Fäustel, Spatel, Flachmeißel, Lupe und Schutzbrille gehören“, sagt Köhler. Er selbst nutze seine freie Zeit am liebsten, um auf die Suche zu gehen – und er kann einen stattliches Fundus ­aufweisen.

Amulette sollen Glück anziehen

Fossilien üben schon immer eine starke Anziehungskraft auf Menschen aus. Thomas Köhler verweist da auch auf Amulette wie Seeigel, die ebenfalls in einer kleinen Sonderausstellung im Heimatmuseum zu betrachten sind. „Seit Jahrtausenden glauben Menschen an glücksbringende Objekte. Sie sollen helfen, das Glück magisch anzuziehen und es zu halten“, sagt Thomas Köhler. So stellte er Talismane, Amulette und Glücksbringer vieler Religionen aus. Unter anderem das Henkelkreuz Ankh, den Skarabäus, Keltische Kreuze für Mut und Vertrauen und die Pilgermuschel, deren Entstehungsgeschichten erklärt werden. Diese Exponate ergänzen sich sehr gut mit den Fossilien und den Malereien von Norbert Kürlis „Ostseeimpressionen in Acryl“ im gleichen Raum.

Öffnungszeiten

Das Heimatmuseum in Rerik in der Dünenstraße 4 ist dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Donnerstags ist lediglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet zwei Euro für Erwachsene und 50 Cent für KInder. Um Fotos machen zu dürfen, wird ein Obolus von 50 Cent erhoben, für Videos fällt eine Gebühr von einem Euro an. Die Kunstausstellung von Norbert Kürlis „Meeresimpressionen in Acryl und Aquarell“ endet am 27. Juni.

Weitere Exponate sind Zeugnisse der Entwicklung des örtlichen Fischereiwesens und Bademoden und -sitten früherer Zeiten.

Symbole für Magie und Glaube vergangener Jahrhunderte wie auch der Gegenwart wurden von Thomas Köhler und seinem Freundeskreis über Jahre zusammengetragen. „Unsere steinzeitlichen Vorfahren trugen unter anderem Ammoniten, Belemniten und Seeigel als Amulette und Talismane. Oft findet man sie auch als Grabbeigabe zur Abwehr böser Geister“, so Köhler. Er selbst nutzt eine Kette aus Wildschwein- und Fuchszähnen, wie sie Schamanen tragen, wenn er seine Wanderungen zu den Großsteingräbern durchführt. Bei Vorträgen über Fossilien sind es Bernstein- und Seeigelketten.

Donnerkeile gegen Augenleiden

„Fossile Seeigel wurden im Volksmund als Krötensteine, Schlangeneier oder Siegelsteine bezeichnet. Nicht selten sind sie auch in archäologischen Zusammenhängen zu finden“, so Thomas Köhler. Belemniten, also den Donnerkeilen, schrieben unsere Vorfahren heilende Wirkungen zu und nutzten sie in der Volksmedizin zu Pulver zermahlen bei Augenleiden. Denn der beim Schaben der Innenschalen entstehende Ammoniakgeruch reizt zu Tränenfluss. Donnerkeile, auch Teufelsfinger genannt, sind heute noch sehr beliebte Schmuckelemente. Diese Fossilien hielt man für Blitze, die bei Gewitter von den alten germanischen Göttern vom Himmel geschleudert wurden.

Das Heimatmuseum mag eine kleine Einrichtung sein, die jedoch spannende Artefakte beherbergt und viel Wissenswertes vermittelt.

Sabine Hügelland

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