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Bad Doberan Nach 35 Jahren: Straßensanierung im Doberaner Wohngebiet
Mecklenburg Bad Doberan Nach 35 Jahren: Straßensanierung im Doberaner Wohngebiet
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17:45 22.11.2019
Die Straßen auf den Fuchsberg müssen dringend saniert werden. Dörte und Klaus Hafemeister (v.l.) sowie Gaby und Norbert Fuhrmann freuen sich, dass dafür endlich Geld in den Haushalt eingestellt wird. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Betonkanten und Eisenhaken ragen aus der Straße auf dem Fuchsberg. Die einstigen Betonplatten, über die die Autos täglich fuhren, sind kaum noch erkennbar, wurden von Wind und Regen in den vergangenen Jahrzehnten ausgespült. „Das Befahren ist unzumutbar“, sagt Gaby Fuhrmann. Die 62-Jährige wohnt seit 32 Jahren auf dem Fuchsberg. So alt sei auch die Straße vor ihrer Haustür, damals als Baustraße entstanden. „Hier wurde noch nie was gemacht. Versprochen wurde immer.“

Im Doppelhaushalt 2020/21 der Stadt ist die Sanierung der Straße Am Fuchsberg jetzt eingeplant. 50 000 Euro im kommenden Jahr für die Planung, 600 000 Euro für die Sanierung im Jahr darauf. „Die dringenden Bedürfnisse der Bürger stehen an erster Stelle. Die Grundversorgung über die Infrastruktur muss gesichert sein“, sagt Bürgermeister Jochen Arenz, seit März im Amt. Dazu zählten Straßen und Spielplätze. Der Haushalt trage daher auch eine ganz andere Handschrift als die Jahre zuvor, so der Rathaus-Chef.

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Geld vom Land für Straßenbau reicht nicht aus

Um die Straßensanierung finanzieren zu können, habe er Geld für die weitere Sanierung der Klostermauer gestrichen. Denn das Geld vom Land, welches Städte und Gemeinden für den Wegfall der Straßenausbaubeiträge erhalten, reiche bei weitem nicht aus. „Die Infrastrukturpauschale vom Land ist leider so gering, dass man nicht mal eine Straße im Jahr davon machen kann“, sagt Jochen Arenz. Er selbst hatte sich für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge eingesetzt. „Ich kritisiere nicht die Abschaffung, aber der finanzielle Ausgleich ist absurd.“

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504 300 Euro bekomme die Stadt laut Kämmerin Marion Mai vom Land 2020 für den Straßenbau. „Die Heinrich-Heine-Straße kostet schon 600 000 Euro und das ist eine kleine Straße“, macht Arenz deutlich. Und so zahle die Stadt die Straßensanierung aus eigener Tasche. „Wir haben das Glück, dass wir den Straßenbau über den städtischen Haushalt finanzieren können“, sagt Arenz. Dennoch mussten Abstriche gemacht werden.

Sanierung der Thünenstraße verschiebt sich

So wird die Thünenstraße in den kommenden zwei Jahren nicht saniert. „Das kostet zwei bis drei Millionen Euro. Das geht noch nicht.“ Doch zumindest der Gehweg und das Wohnumfeld sollen im kommenden Jahr aber angegangen werden. Dafür sind 145 000 Euro eingestellt. Die Wegebeziehung zwischen den Häusern soll sich verbessern, Bänke und kleinere Spielgeräte aufgestellt werden.

Auch die Treppenanlage, die den Parkentiner Weg mit dem Buchenberg verbindet, soll 2020 endlich erneuert werden. Das wurde den Bürgern bereits vor Jahren schon versprochen. Ebenso ist Geld für die Erneuerung des Plattenweges von der B 105 auf den Buchenberg eingestellt. „Der Buchenberg wird mit einer neuen Infrastruktur an die Stadt angeschlossen“, sagt Arenz.

400 000 Euro für Spiel- und Bolzplätze

Investiert werden soll zudem in Spielplätze. Mehr als 400 000 Euro sind dafür in den Haushalt eingestellt. „Bisher waren 10 000 Euro im Jahr für Spielplätze eingestellt“, erläutert Arenz. „Wir wollen einen neuen Spielplatz auf dem Drümpel bauen und viele Spielgeräte erneuern.“ Ein neuer Bolzplatz soll zwischen Nienhäger Chaussee und Am Mühlenfließ neben dem geplanten neuen Rewe-Markt entstehen.

Auf einer Sondersitzung am 9. Dezember berät der Finanzausschuss über den Doppelhaushalt. Die Stadtvertreter haben ihn am 16. Dezember auf der Tagesordnung.

Die Fuchsberg-Anwohner Gaby und Norbert Fuhrmann sowie ihre Nachbarn Dörte und Klaus Hafemeister freuen sich, dass der Fuchsberg endlich berücksichtigt werden soll. Hier sieht keine Straße wie die andere aus, mal wurde gepflastert, mal Betonplatten gegossen. Auf einigen Abschnitten habe es Reparaturarbeiten gegeben. „Wir brauchen keinen Gehweg oder neue Lampen. Wir brauchen nur eine vernünftige Straße“, sagt Norbert Fuhrmann.

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Von Anja Levien