Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Frühschoppen zum Abschied
Mecklenburg Bad Doberan Frühschoppen zum Abschied
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:34 27.05.2019
Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Kirch Mulsow, Thomas Jenjahn (r.), lud Einwohner zum Frühschoppen ein. Es war der letzte Tag als Gemeinde, die nun mit dem Carinerland fusioniert. Quelle: Sabine Hügelland
Anzeige
Kirch Mulsow

„Nein, ich halte jetzt keine große Rede. In den letzten 29 Jahren habe ich eigentlich alles gesagt“, sagte Thomas Jenjahn am Sonnabend. Da war er noch einen Tag amtierender Bürgermeister und da gab es noch die Gemeinde Kirch Mulsow mit den Dörfern Clausdorf, Garvensdorf, Kirch Mulsow und Steinhagen.

Mit dem Ablauf des 25. Mai 2019 endete die Eigenständigkeit der rund 300 Einwohner starken Gemeinde. Sie fusioniert mit Carinerland. Zum Abschied lud der ausscheidende Bürgermeister zum Frühshoppen ins ehemalige Pendlereck in Kirch Mulsow ein.

„Ich bin gerne Ihr Bürgermeister gewesen und es wird mir etwas fehlen, wenn ich dieses Ehrenamt nicht mehr ausübe. Politisch möchte ich mich weiter engagieren und würde gerne mit meiner Erfahrung im Carinerland die Interessen der ehemaligen Gemeinde Kirch Mulsow vertreten“, schrieb Thomas Jenjahn im letzten Bürgerboten.

Gemeinde bringt keine Schulden mit

Ohne die gute Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretern hätte nicht soviel erreicht werden können. „Wir bringen in die Gemeinde Carinerland keine Schulden ein, sondern zusammen mit der Fusionsprämie auch noch einen ordentlichen Barbetrag. Wir waren sparsam und haben die Fördermittel zur Verbesserung der Infrastruktur eingesetzt.“

Mit Beifall und guten Wünschen wurde der 59-Jährige von rund 30 Gästen verabschiedet. Auf dem großen Bildschirm lief ein Fußballspiel. Bei Würstchen, Apfelsaft mit Obst aus eigener Ernte, Wein oder Bier wurde auch über die Fusion gesprochen. „Wir sparen uns kaputt“, so Jenjahn. „Und wollen aufrecht in den Gemeindezusammenschluss gehen und nicht später als Bittsteller.“

„Fusion als Chance“

Klare Worte, die auf Zuspruch stießen: „Ich sehe keinen Identitätsverlust für die Gemeinde“, sagte Kamilla Kessler. „Und empfinde die Fusion eher als neue Chance für die Einwohner.“ Auch Gemeindevertreter Thomas Hopp sieht Chancen, als kleiner Ort weiterzubestehen. „Immer mehr junge Leute ziehen weg, weil es hier keine Arbeit für sie gibt.“ Er hofft, dass die Gemeinde „das Positive aus dem Carinerland nutzen“ kann.

Holger Meyer aus Clausdorf ist ebenfalls Gemeindevertreter gewesen: „Fußball wird uns alle weiter verbinden, denn in Kirch Mulsow befindet sich ja der Verein“, sagt er. „Die Fusion wird keinen Nachteil darstellen. Wir haben schließlich ein paar wichtige Details in den Fusionsvertrag gepackt – zum Beispiel die Infrastruktur zu entwickeln“, sagt er. Dazu gehört unter anderem die Sanierung der Feuerlöschteiche.

Dank an Bürgermeister Jenjahn

„Als Gremium arbeiten wir in der Region eng zusammen, da wir relativ klein sind und dann im großen Rahmen mitbestimmen können“, sagte Gemeindevertreter Olaf Giertz. „Rund 100 Einwohner haben wir in den letzten Jahren verloren, daher sehe ich die Fusion positiv“, so Frieder Weiß. „Ich denke, wir haben die Weichen vernünftig gestellt“, sagte Thomas Jenjahn. „Wir werden den neuen Gemeindevertretern auf die Finger schauen, damit es in unserem Sinne weitergeht“, sagte er. „Ich danke auch für das Vertrauen, was ihr mir entgegen gebracht habt. Die Wahlergebnisse waren immer gut.“

Monika Paulicks, Vorsitzende des Kreisverbandes „Lebenshilfe“ e. V., kam mit ihrer Stellvertreterin Helga Hartmann: „Herrn Jenjahn verdanken wir, das wir einen Platz für die Wohnstätte der „Lebenshilfe“ e. V. gefunden haben. Der junge Herr Jenjahn wusste damals schon, dass es auf Reden nicht ankommt, sondern das Ziel anvisiert und etwas getan werden muss“, sagte sie. „Die vielen Jahren mit ihm waren prägend“, sagte Leo Zippert, ehemals Gemeindevertretermitglied. „Herr Jenjahn war ein guter Bürgermeister.“

Sabine Hügelland

In Bad Doberan haben es alle sieben neuen Wählergruppen in die Stadtvertretung geschafft. Vier Sitze holten jeweils die Bürgermeisterliste Jochen Arenz und die CDU. Im Vergleich zur vergangenen Wahl verloren die UDI und der Bürgerbund Sitze im Parlament.

27.05.2019

Mit der AfD und der Initiative Zukunft ziehen bisher nicht vertretene Parteien und Wählergruppen ins Stadtparlament des Ostseebades ein. Unter den gewählten Stadtvertretern finden sich viele neue Namen.

28.05.2019

In sechs Gemeinden wurden die Bürgermeister meist mit über 70 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. In Bastorf trat der bisherige Amtsinhaber Detlef Kurreck nicht mehr an. Nachfolger wird Marko Porm. Er siegte mit knapper Mehrheit.

27.05.2019