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Bad Doberan Genug Aufgaben für Kurbetriebs-Ausschuss
Mecklenburg Bad Doberan Genug Aufgaben für Kurbetriebs-Ausschuss
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17:45 28.01.2019
Der Kurbetriebsausschuss möchte sich mehr um die Wirtschaftsförderung in Kühlungsborn kümmern. Quelle: Rolf Barkhorn
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Kühlungsborn

In der öffentlichen Sitzung des Kurbetriebs- und Wirtschaftsförderungsausschusses dominierte die Debatte darüber, worin überhaupt die Aufgaben des Ausschusses bestehen. Dass sich das Gremium so intensiv mit sich selbst beschäftigte, war an dieser Stelle aber auch notwendig geworden, nachdem bereits zuvor schon in öffentlicher Form über seine künftige Rolle in der Kommunalpolitik diskutiert worden war. Die Notwendigkeit eines Ausschusses, der sich mit dem Tourismus befasst, wurde zwischenzeitlich von Bürgermeister Rüdiger Kozian (parteilos) auch schon mal deutlich in Frage gestellt. Auch hatte der Ausschussvorsitzende, Andreas Bartelmann (CDU), zuvor beklagt, dass das Gremium durch die Stadtverwaltung lange stiefmütterlich behandelt worden sei.

Ausschuss erarbeitet Empfehlungen

Doch das soll sich nun ändern. Wichtigstes Ergebnis der vergangenen Sitzung war eine Annäherung beider Seiten. Rüdiger Kozian sprach sich dafür aus, dem Ausschuss die Themenbereiche, mit denen sich dieser befassen sollte, klar zuzuordnen.

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Rüdiger Kozian Bürgermeister Kühlungsborn Quelle: Lutz Werner

Er sagte aber auch: „Es muss nicht immer alles in jedem Ausschuss erörtert werden. Der Kurbetriebsausschuss erarbeitet Empfehlungen und leitet diese an den betreffenden Pflichtausschuss weiter. So sieht das unsere Hauptsatzung auch vor. Beschlüsse werden dann in den Pflichtausschüssen gefasst, wo sie hingehören. Das ist so auch effektiver. “ Dem wurde auch nicht widersprochen.

Mehr Augenmerk auf Wirtschaftsförderung legen

Der Bürgermeister schlug vor, dass sich das Gremium künftig verstärkt mit Wirtschaftsförderung befassen sollte. Dazu meinte Ausschussmitglied Dietrich Rehpenning (HGV): „Wirtschaftsförderung ist das Wort, wo man vieles mit packen kann, das betrifft dann auch den Tourismus.“ Und Frank Langguth (die Linke) betonte: „Der Ausschuss muss erhalten bleiben, gerade weil der Tourismus jetzt wieder in städtischer Verantwortung liegt. Aber wir müssen ihn wirkungsvoller und damit wertvoller machen.“ Ausschussmitglied Peter Menzel vertrat die Ansicht, dass es Aufgabe dieser Runde sei, vor allem über Konzepte zu reden und nicht einzelnen Sachthemen hinterherzulaufen.

Aktivere Rolle für Chef der Tourismus GmbH

Konsenz gab es bei allen darüber, dass der Geschäftsführer der städtischen Tourismus GmbH anders als bisher, auch Rederecht im Kurbetriebsausschuss haben sollte. Der Vorschlag von Andreas Bartelmann, dass Tourismuschef Ulrich Langer doch einer der städtischen Ansprechpartner für die Vertreter des Gremiums sein könnte, stieß nicht auf Ablehnung. Dass der Chef der Tourismus GmbH eine stärkere Rolle spielen könnte, sei nicht nur denkbar, sondern jetzt auch rechtlich möglich, erklärte der Bürgermeister. „Bisher war das nicht möglich, weil Herr Langer als Gast die privatwirtschaftlich geführte TSK vertrat und kein gewähltes Ausschussmitglied war. Jetzt nach der Rekommunalisierung der Kurverwaltung nimmt er die Aufgabe im städtischen Auftrag wahr. Das ermöglicht dann auch eine aktive Mitwirkung im Ausschuss“, so Rüdiger Kozian.

Knut Wiek (SPD) griff einen älteren Vorschlag wieder auf und plädierte dafür, die öffentlichen Sitzungen in den Unternehmen der Stadt durchzuführen. „Wir können die Wirtschaft nur fördern, wenn wir uns um die Betriebe kümmern. Dazu müssen wir sie besser kennen.“ Aber er verwies auch darauf, dass es nach der Kommunalwahl Ende Mai die Aufgabe der neuen Stadtvertretung sein wird, festzulegen, welche Ausschüsse es künftig geben soll und welche Aufgaben diese dann haben werden. Auf einzelne Aufgabenfelder des Ausschusses kam die Runde später noch einmal zu sprechen.

Andreas Bartelmann (CDU), Vorsitzender Kurbetriebs- und Wirtschaftsförderungsausschuss. Quelle: Ove Arscholl

Andreas Bartelmann hatte mit der Einladung eine Reihe von Themen aufgelistet, um zu klären, welche davon vom Ausschuss zu behandeln wären und welche nicht. Die Palette reichte vom Tourismuskonzept über die elektronische Kurkarte und die Gestaltungssatzung bis hin zu den Ladenöffnungszeiten. Der Bürgermeister ging ausführlich auf jeden einzelnen Punkt ein, was mitunter dazu führte, dass dann darüber gleich genauso ausführlich diskutiert wurde. Die Debatte drohte ein wenig, sich ins Endlose zu verlieren. Aber immerhin herrschte am Ende Einigkeit darüber, dass der Kurbetriebsausschuss weiter gebraucht wird.

Rolf Barkhorn