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Bad Doberan Gleichstellungsbeauftragte: Eklat in Stadtvertretung
Mecklenburg Bad Doberan Gleichstellungsbeauftragte: Eklat in Stadtvertretung
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17:05 23.02.2018
Symbolfoto: Die Gleichstellungsbeauftragte in Kühlungsborn veranstaltet auch Aktionen während der Anti-Gewalt-Woche. Die Stelle wurde jetzt neu besetzt. Quelle: Mathias Otto
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Kühlungsborn

Acht Stadtvertreter haben am Donnerstagabend kurzzeitig die Versammlung der Stadtvertreter in Kühlungsborn (Landkreis Rostock) verlassen. Grund dafür war die Abstimmung über die Aufhebung des Beschlusses zur Wahl der Gleichstellungsbeauftragten Katrin Ziesig-Wendt.

Nachdem Knut Wiek bei der Kommunalaufsicht des Landkreises Rostock wegen angeblich fehlerhafter Auszählung Beschwerde gegen die Wahl eingelegt hatte, kippte die Rechtsaufsicht den Beschluss, weil geheim abgestimmt worden war. Daraufhin sollten die Stadtvertreter am Donnerstag über die Aufhebung dieses Beschlusses abstimmen.

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Gegen die Vorgehensweise von Knut Wiek protestierte Christian Mothes (Kühlungsborner Liste). Er kündigte an, die Sitzung zu verlassen, falls über den Entwurf abgestimmt würde. „Mir widerstrebt es, einen Beschluss aufzuheben, den wir demokratisch gefasst haben“, erklärte Mothes. Lars Zacher (CDU) formulierte noch etwas schärfer. „Auch wenn es diesen Formfehler gab, war es dennoch eine deutliche Mehrheit, die sich für Katrin Ziesig-Wendt entschieden hat. Für die Art und Weise, wie hier dagegen vorgegangen und damit auch das Amt beschädigt wurde, schäme ich mich fremd.“

Knut Wiek verteidigte sich damit, dass es in einem Rechtsstaat Regeln gäbe, an die sich alle zu halten hätten. Direkt an Mothes gewandt, der Präsident des Fußballvereins in Kühlunsgborn ist, meinte Wiek: „Sie würden es auch nicht hinnehmen, wenn Ihr Verein durch Regelverletzungen ins Hintertreffen geriete.“ Als Wiek geendet hatte, stand Christian Mothes auf. Ihm folgten sieben weitere Vertreter. 

Trotz der Protestaktion wurde der Beschluss aufgehoben und auf der Sitzung eine neue Gleichstellungsbeauftragte gewählt. Als einzige Bewerberin stellte sich Christiane Müller der Versammlung vor. Die 56-jährige Kühlungsbornerin wurde einstimmig gewählt, nachdem die Protestierer wieder an ihre Plätze zurückgekehrt waren.

Rolf Barkhorn