Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Konzerte, Wohnungen, Pool: Grand Hotel setzt auf Wachstum
Mecklenburg Bad Doberan Konzerte, Wohnungen, Pool: Grand Hotel setzt auf Wachstum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:01 15.02.2019
Haben sich dieses Jahr einiges vorgenommen: Hoteldirektor Thilo Mühl (42, l.) und Hoteleigentümer Paul Morzynski (68) vor der Burg Hohenzollern des Grand Hotels Heiligendamm. Quelle: Anja Levien
Anzeige
Heiligendamm

In diesem Jahr soll sich für Mitarbeiter und Gäste des Grand Hotels Heiligendamm einiges verändern. Am Ortseingang des ersten deutschen Seebades wird mit dem Bau von Mitarbeiterwohnungen begonnen, neben dem Severin Palais ein Außenpool entstehen. Und auch bei den Veranstaltungen soll es künftig mehr Vielfalt geben, eine größere Zielgruppe angesprochen werden. Dabei hält Hotel-Inhaber Paul Morzynski an den fünf Sternen der Luxusherberge fest.

„Wir hatten eine super Saison“, sagt Hoteldirektor Thilo Mühl über 2018. Der 42-Jährige hat im März vor einem Jahr die Leitung von Thomas Peruzzo übernommen. Die Auslastung habe zwischen 55 und 60 Prozent gelegen. „Im nächsten Jahr müssen wir auf 70 Prozent Auslastung kommen bei der Struktur und Größe des Hauses“, sagt Paul Morzynski. Dafür hätte das Hotel laut Thilo Mühl bereits den Vertrieb in der Fläche verstärkt. „Wir sind in der Fläche präsent, was Werbeanzeigen betrifft und sprechen in ganz Deutschland Kooperationspartner an“, so der 42-Jährige.

Anzeige

Hotel plant Unplugged-Konzert

Um mehr Gäste anzulocken, plant das Hotel zudem die Veranstaltungen in der Nebensaison auszubauen. „Wir möchten die Kulturschiene mit anderen Akzenten beleben, da wird sich auch musikalisch was tun“, sagt Paul Morzynski, der noch in diesem Jahr damit starten möchte. Eine jüngere Zielgruppe solle angesprochen werden. So soll es nicht nur mehr Klassik-Konzerte geben, sondern auch Modernes zu hören sein. „Wir planen Unplugged-Veranstaltungen.“ Dafür will die Familie ihre guten Kontakte in die Künstlerszene nutzen. „Es gibt Gespräche mit dem Management von Clueso“, verrät der Hotelinhaber.

Doch nicht nur bei den Veranstaltungen gibt es Neuerungen. „Uns liegen die Baugenehmigungen für die Severin-Erweiterung mit einem Outdoorpool und für die Wohnungsbaumaßnahme am Ortseingang vor“, sagt Paul Morzynski. Das Schwimmbecken soll bereits im Frühjahr gebaut werden, die Erweiterung des Spa-Bereiches im Herbst folgen. Dazu wolle er sich aber noch mit Anno August Jagdfeld abstimmen, der in Nachbarschaft derzeit die Villen sanieren lässt und auch die Kolonnaden beginnen möchte.

84 Wohnungen am Ortseingang

In den nächsten Wochen sieht der Investor den Baubeginn von zwei Häusern inklusive Tiefgarage an der Kühlungsborner Straße vor. Investitionskosten für die 84 Wohneinheiten, die zum Teil möbliert sind, und die etwa 100 Stellplätze: zehn Millionen Euro. Im Februar 2020 sollen hier die Mitarbeiter von Hotel und Medianklinik einziehen können. „Wir haben derzeit an der Professor-Dr.-Vogel-Straße Wohnungen in Häusern von Jagdfeld. Die sind schwer in die Jahre gekommen und können wir auf Dauer den Mitarbeitern nicht mehr zumuten“, begründet Morzynski die Notwendigkeit des Neubaus. „Wir wollen Modernität. Die jungen Leute brauchen eine Gemeinschaftsküche, einen Fitnessraum.“

Denn auch das Grand Hotel habe Schwierigkeiten, Personal zu bekommen und dauerhaft zu binden. „Das ist eine schwierige Aufgabe, die ich mir leichter vorgestellt habe“, sagt der 68-Jährige, der 2013 das Hotel aus der Insolvenz übernahm. Ist er seitdem mit der Entwicklung des Hauses zufrieden? „Zufrieden bin ich nie“, sagt er und lacht. Das Hotel habe sich planmäßig entwickelt, was Sanierungsstau und Reparaturkosten angehen. „Ich bin immer noch verliebt in das Haus.“ Sein Ziel sei eine Auslastung von 90 Prozent. Weniger Sterne sind für ihn keine Option. „Es steht nicht im Raum, Richtung vier Sterne zu denken. Das wäre eine Herabwürdigung der Anlage. Wenn es sechs Sterne gebe, würde ich die anstreben.“

Heiligendamm sei für ihn der schönste Ort der Welt. „Hier atmet die Geschichte, die Kultur, hier herrscht eine positive Atmosphäre“, sagt er und verweist auf die Konstellation der Grand-Hotel-Häuser, das Licht, das Meer. „Viele Gäste sprechen von der Magie des Ortes“, sagt Thilo Mühl. „Das gibt es in Europa kein zweites Mal.“

Öffentlicher Weg über Hotelgelände keine Option

Das Tourismuskonzept der Stadt Bad Doberan, welches auch die Entwicklung Heiligendamms betrachtet, sieht der Hoteldirektor positiv. Es habe den richtigen Ansatz. „Wir möchten auch die Seebrücke verlängern und sind in der Interessengruppe vertreten“, so Mühl. Ein öffentlicher Weg über das Hotelgelände, um die Sackgassen-Situation vor der Seebrücke aufzuheben, schließen Morzynski und Mühl aus. Hintergrund: Durch Hochwasser ist der Steg unter dem Alexandrinen-Cottage, der ein Weiterlaufen am Strand Richtung Kühlungsborn ermöglicht, erneut stark beschädigt worden. Spaziergänger kommen an der Seebrücke nicht weiter. Ein Stichweg – eine frühere Verbindung vom Bahnhof zur Seebrücke – wurde aus dem Bebauungsplan gestrichen.

„Es ist gut, dass der Stichweg weg ist. Kaum einer verkraftet es, wenn hier die Massen durchlaufen. Wenn jemand Luxus bucht und einen guten Preis bezahlt, dann will er seine Ruhe haben“, sagt Paul Morzynski. Dass es keinen öffentlichen Weg übers Hotelgelände gebe, sei auch ein Sicherheitsaspekt, so Mühl. „Der Steg muss instand gesetzt werden. Da ist die Stadt in der Pflicht.“ Diejenigen, die die Angebote im Hotel nutzen wollen, können über die Sprechanlage an der Pforte Einlass bekommen.

Anja Levien

Anzeige