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Bad Doberan Großes Interesse an Kröpeliner Michaelwerk
Mecklenburg Bad Doberan Großes Interesse an Kröpeliner Michaelwerk
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06:03 30.03.2019
Zahlreiche Besucher in der einer der Montagegruppen des Kröpeliner Michaelwerks. Quelle: Thomas Hoppe
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Kröpelin

Freitag der offenen Türen im Michaelwerk Kröpelin: Das Haus am Stadtbach ist voll. Das gefällt offensichtlich auch den meisten Beschäftigten dieses Werkstatt-, Bildungs- und Förderkomplexes für 230 Menschen mit Behinderung. Denn es herrscht überall eine freundliche, ja fröhliche Atmosphäre. Einem Pärchen aus dem Förderbereich begegnen auf ihrem Weg in die Kantine gut 20 Teilnehmer eines der begleiteten Rundgänge und der Mann beginnt gleich rockig zu singen: „Come on, come on!“. „Da muss ich doch ein Ständchen bringen“, erklärt er der Frau an seiner Hand, die ihn vielleicht etwas bremsen wollte. Zuvor hatte auch schon eine Mitarbeiterin des Michaelwerks für Lachen gesorgt, als sie sagte: „Frau Weiß arbeitet in der Wäscherei, Herr Braun in der Montage, Herr Blau arbeitet jetzt in Rostock und Herr Schwarz hat uns leider verlassen. “ Alexander Schwarz hatte hier im vergangenen Oktober als Produktionsleiter begonnen, nachdem der langjährige Betriebsstättenleiter Klaus-Rüdiger Blau einen neuen Posten an der Warnow übernommen hatte. Nun folgt auf Herrn Schwarz ab Montag Marina Strogies als Arbeitsbereichsleiterin.

Die Leiterin des Sozialen Dienstes, Katja Frahm, sagt angesichts des Gästestroms, der sich in die Wäscherei, die drei Montagegruppen und andere Bereiche des Werks ergießt: „Wir sind alle stark beeindruckt.“

„Hut ab vorm Personal, das mit Liebe und Hingabe betreut“

„Ich komme aus dem pflegerischen Beruf und mich interessiert das. Ich bin noch nie hier gewesen, dabei hört man so viel davon – ich möchte wissen, was die Menschen produzieren und wie mit ihnen umgegangen wird“, erklärt Christine Wolf, warum sie aus Kühlungsborn extra „einmal übern Berg“ nach Kröpelin rübergekommen ist. „Hut ab auch vor dem Personal, das die Beschäftigten mit Liebe und Hingabe betreut“, sagt Kröpelins stellvertretender Bürgermeister Rüdiger Kropp nach seinem Rundgang.

In der „Montagegruppe 2“ erfahren die Gäste vom Ingenieurpädagogen Eckhard Braun aus Brusow, dass hier Elemente für ein Regalsystem gefertigt werden, mehrere Tausend Stück in der Woche. Nebenan gesellen sich zu dieser Produktion auch die Verpackung von buntem Play-Mais – aus Maisgrieß und Wasser hergestelltes und mit Lebensmittelfarbe eingefärbtes Bastelmaterial – sowie die Faltung von Pralinenschachteln. „Aber leider nur die Oberteile und ohne Füllung“, heißt es.

Monika Kreuschmer, Bildungsbegleiterin: „Wir wollen so nah wie möglich an den ersten Arbeitsmarkt ran.“ Quelle: Thomas Hoppe

Neben dieser Werkstatt-Praxis – getragen von der Evangelischen Stiftung Michaelshof – geht es hier in der „internen Berufsschule“ – für deren Kosten die Agentur für Arbeit aufkommt – auch um Theorie. Wer zum Beispiel frisch von der Schule für individuelle Lebensbewältigung kommt, kann hier zwei Jahre Bildungszeit nutzen. Derzeit gibt es elf „Auszubildende“ – deren Zertifikate der Staat aber nicht für den 1. Arbeitsmarkt anerkennt. Noch nicht, sagt die Bildungsbegleiterin Monika Kreuschmer, denn es gebe bereits vergleichbare Werkstätten deren Abschlüsse nicht nur intern anerkannt würden. Aber auch aus Kröpelin soll es jährlich – nach einem Praktikum – eine Übernahme in den 1. Arbeitsmarkt geben. „Die Firmen sind eben oft nicht bereit, jemanden einzustellen, der vielleicht manchmal unpünktlich ist oder längere Pausen braucht. Hinzu kommt, dass viele Beschäftigte nicht allein in andere Orte gelangen können. Aber wir wollen so nah wie möglich an den ersten Arbeitsmarkt ran und das Beste aus ihnen herausholen“, betont die 32-Jährige.

Thomas Hoppe

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