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Bad Doberan Grüne setzen auf Mobilität im Landkreis Rostock
Mecklenburg Bad Doberan Grüne setzen auf Mobilität im Landkreis Rostock
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06:00 28.02.2019
Die Grünen im Landkreis Rostock wollen alternative ÖPNV-Konzepte umsetzen, um so Mobilität für alle im Landkreis zu garantieren. Quelle: Anja Levien
Güstrow

Mobilität, Entwicklung ländlicher Räume sowie Kultur und Bildung sind die drei Schwerpunktthemen des Kreisverbandes Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Rostock für die kommenden Jahre. Für die Kreistagswahl am 26. Mai kandidieren 24 Männer und Frauen auf 13 Listen. Hinzukommen die Ehrenamtlichen, die sich für die Gemeindevertretungen aufstellen lassen. Erstmals werden die Grünen im Ostseebad Nienhagen und Kröpelin präsent sein. Und auch nach Bad Doberan kehren sie zurück.

Fast 50 Mitglieder zählt der Kreisverband, der derzeit mit vier Mitgliedern im Kreistag vertreten ist. Den bundesweiten Mitgliederzuwachs merken auch wir, sagt Dr. Klaus-Michael Bull, Fraktionsvorsitzender im Kreistag. „Wir hatten diverse Anfragen von Leuten, die auf der Grünen-Liste kandidieren wollen.“ Im Ostseebad Nienhagen gibt es erstmals eine Liste mit zehn Kandidaten. In Kröpelin gab es mit Hubertus Wunschik zwar einen Grünen-Bürgermeister, aber noch keine Präsenz in der Stadtvertretung. Das soll sich ändern. Hier ist die Kröpelinerin Christine Borgwald Spitzenkandidatin.

Mobilität im gesamten Landkreis

Bei einer Mitgliederumfrage seien die Top-Wahlkampfthemen festgelegt worden. Wichtigster Punkt: Mobilität. Das heißt für die Grünen barrierefreie, fuß- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden und Kleinbusse, Ruftaxis sowie Bürgerbusse, die Mobilität im Landkreis garantieren.

„Wir müssen beim ÖPNV kreativ sein. Es ist nicht sinnvoll, große Busse leer durch die Gegend fahren zu lassen.“ Klaus-Michael Bull (55), Grünen-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Landkreis Rostock Quelle: Anja Levien

„Wir haben einen liniengebundenen Schülerverkehr“, sagt Klaus Michael Bull. „Einen ÖPNV haben wir nicht“, ergänzt Jana Klinkenberg, Spitzenkandidatin im Wahlbereich Bützow/Jürgenshagen. In den Ferien würde mancherorts kein Bus fahren, auch am Wochenende nicht. „Wir müssen an der Stelle kreativ sein. Es ist nicht sinnvoll, große Busse leer durch die Gegend fahren zu lassen“, sagt Bull. Auf dieses Thema habe man sich in den vergangenen Jahren nicht konzentriert, weil hier das Sozialticket im Mittelpunkt stand. Mit dem sollte es Arbeitssuchenden und Asylbewerbern möglich sein, ermäßigt die öffentlichen Verkehrsmittel im Landkreis zu nutzen. „Das war aus Kostengründen abgelehnt worden, möchten wir aber gerne weiter diskutieren“, sagt Klaus-Michael Bull. Warum sei es möglich, ein Freizeitticket für Schüler (das Krass-Ticket) zu finanzieren, aber nicht ein Sozialticket?

Ebenso müsse die Taktung von Bus und Bahn verbessert und eine kostenfreie Schülerbeförderung diskutiert werden. Auch die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention wollen die Grünen im Blick behalten. Bei den barrierefreien Haltestellen, die bis 2020 überall vorhanden sein sollen, hingen manche Kommunen noch hinterher. Hier seien auch die Bahnhaltestellen zwischen Güstrow und Rostock abenteuerlich. „Nur in Rostock, Schwaan und Güstrow kann man mit dem Rollstuhl rein und raus. Da müssen wir Druck machen.“

Autoanmeldung übers Internet

Neben der Mobilität nehmen die Grünen auch die Entwicklung im ländlichen Raum in den Blick. Zur Stärkung der Infrastruktur und Daseinsfürsorge befürworten sie die Förderung von Unternehmensansiedlung, insbesondere auch im Bereich des naturnahen und sanften Tourismus. „Es fehlt oft an Radwegen und Unterkünften“, sagt Jana Klinkenberg. Zudem möchten sie, dass beispielsweise Autoanmeldungen künftig über das Internet möglich sind.

„Wir wollen den naturnahen Tourismus fördern. Es fehlt oft an Radwegen und Unterkünften.“ Jana Klinkenberg (24), Sprecherin des Kreisverbandes der Grünen im Landkreis Rostock Quelle: Anja Levien

Künftig wollen die Grünen auch die kulturelle Vielfalt im Landkreis fördern. „Wir haben eine ganze Reihe von Initiativen in den Dörfern, aber wir haben festgestellt, im Landkreis weiß keiner, was es wo gibt.“ Die Grünen wollen das Gespräch mit den Initiativen suchen, dann könne man auch gezielt fördern.

Den neuen Eignungsgebieten für Windenergieanlagen, wie sie bei Brusow, Parchow und Kirch Mulsow entstehen sollen (die OZ berichtete), ständen die Grünen gespalten gegenüber, so Klaus-Michael Bull. „Klar möchten wir die Entwicklung der erneuerbaren Energien vorantreiben. Aber uns ist auch bewusst, dass es ästhetisch an manchen Stellen nicht mehr schön ist.“ Die Bürgerbeteiligung falle bei der Ausweisung solcher Gebiete oftmals hinten runter. „Man muss im Einzelfall gucken, wo welche Beschwerden liegen.“ Ohne Windenergie gehe es nicht, denn der Kohleausstieg sei in Deutschland beschlossen.

Anja Levien

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