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Bad Doberan Gut Hohen Luckow stärkt die Region
Mecklenburg Bad Doberan Gut Hohen Luckow stärkt die Region
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00:00 09.02.2017
Hohen Luckow

Arbeitgeber, Veranstalter, Restaurierer, Gastgeber und Parkbewirtschafter – das Gut Hohen Luckow trägt laut einer Studie zur Stabilität und Entwicklung in der ländlichen Region bei. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat sich in der Studie „Innovation aus Tradition“ elf land- und forstwirtschaftliche Betriebe in Deutschland angesehen.

Studie: Betrieb stabilisiert ländlichen Raum / Bürokratische Hürden abschaffen

1994 – in diesem Jahr

erwarb die

Unternehmerfamilie Merckle das Gut mit

Herrenhaus von

der Treuhand.

Verwaltet wird es von Dr. Karin Holland

und Jochen Walther.

Das Gut ist heute mit

etwa 2000 Kühen

einer der größten

Milchviehbetriebe Deutschlands,

heißt es in der Studie des Berlin-Instituts.

Ergebnis: Die Landflucht lässt sich abbremsen, doch es komme auf das Engagement jedes Einzelnen an.

400 Einwohner zählt Hohen Luckow. Es gibt eine Kirche, ein Gemeindehaus und eine Sporthalle. Der letzte Konsum ist mittlerweile ein Wohnhaus. Ein Anziehungspunkt für Einwohner und Touristen ist das Gut Hohen Luckow. Im Haus gibt es eine Porzellanausstellung, der Park mit Skulpturen ist für Spaziergänger zugänglich, regelmäßig finden Konzerte statt, Feriengäste können hier übernachten, zudem ist das Gut Außenstandort des Standesamtes der Gemeinde Satow. Die Anzahl der Mitarbeiter ist in den vergangenen 22 Jahren von 44 auf 65 gestiegen. Laut der Studie zählt der Betrieb mit etwa 2000

Kühen zu einem der größten Milchviehbetriebe Deutschlands.

Das Gut sei ein positives Beispiel dafür, was Familienbetriebe im ländlichen Raum leisten können, sagt Anja-Katharina von der Hagen vom Verein Familienbetriebe Land und Forst, der die Studie unterstützt hat. Nicht nur, weil das Verwalterehepaar Dr. Karin Holland und Jochen Walther das Anwesen für die Öffentlichkeit öffne, sondern auch die Entwicklung im Dorf voranbringe. So engagiert sich Karin Holland nicht nur im Kirchengemeinderat Neukirchen, zu dem Hohen Luckow gehört. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern wurde überlegt, woran es in Hohen Luckow hapert und zusammen mit Architektur-Studenten Entwurfskonzepte erstellt (OZ berichtete).

Dass man das Dorfleben nicht auf Knopfdruck wiederbeleben kann, sei im Laufe der Jahre klar geworden: „Es ist ein Prozess, an dem sich so viele wie möglich beteiligen müssen. Wir denken dabei generationsübergreifend und planen langfristig“, sagte Karin Holland im Interview für die Studie. „Ideen gibt es viele, hier wäre ein finanzieller Zuschuss und die Vereinfachung von Gesetzen und Vorschriften sicher hilfreich. Die Politik sollte den ländlichen Raum fördern und nicht aufgeben.“

Ähnlich sieht das Anwohner Werner Hanauer. Wie Karin Holland engagiert auch er sich in der Initiative für Kultur- und Dorfentwicklung Hohen Luckow. Er sehe es nicht als Aufgabe des Gutes an, für Stabilität und Entwicklung im Dorf zu sorgen. „Da wünsche ich mir mehr Unterstützung von der Gemeinde“, sagt der 71-Jährige. In Hohen Luckow werde wenig gemacht. Wenn die Initiative nicht wäre und beispielsweise Feste organisiere, dann würde nichts passieren. „Wir haben ein Gemeindehaus, aber das könnte auch mehr belebt sein“, sagt Anwohner Dieter Stahl. Die Sporthalle werde nicht viel genutzt, weil sie zu teuer sei. Dass der Ort ohne das Gut auch weniger belebt sei, würde er nicht sagen.

Das sieht Marita Rethmeier anders. „Es ist gut, dass das Gut hier ist. Dadurch ist der Ort belebter, sonst wäre hier gar nichts“, sagt die 57-Jährige. Die Hohen Luckowerin wünscht sich ebenfalls mehr Unterstützung von der Gemeinde.

Doch damit die Gemeinden flexibler handeln können, müssen die starren bürokratischen Hürden weichen, die die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Land verhindern, so ein Fazit der Studie. „Alle Gesetze und Verwaltungsvorschriften sollten eine spezielle Öffnungsklausel für ländliche Gebiete bekommen“, sagt der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Michael Prinz zu Salm-Salm. Ein Beispiel: So müsse es möglich sein, auf dem Land kleine Klassen an Schulen zu akzeptieren.

Anja Levien

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