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Bad Doberan Gymnasiasten engagieren sich gegen Gewalt
Mecklenburg Bad Doberan Gymnasiasten engagieren sich gegen Gewalt
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11:00 22.11.2018
Engagiert gegen Gewalt (v.l.): Mia Smilla Susemihl, Katharina Scholz, Anna Bollnow, Ingo Walther, Wiebke Bache, Katja Dabergott und Annette Fink. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

Am kommenden Montag leuchtet es in Bad Doberan wieder orange – als Zeichen, der Gewalt gegen Frauen weltweit ein Ende zu setzen. Um 13.15 Uhr startet auf dem Kamp vor dem Rathaus eine Aktion im Rahmen der landesweiten Antigewaltwoche. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Bad Doberaner Gymnasium, der Beratungsstelle des Internationalen Bundes (IB) gegen häusliche Gewalt Kröpelin sowie der Stadt organisiert. „Wir wollen für das Thema sensibilisieren, mobilisieren und Mut machen, sich Hilfe zu holen“, sagt Doberans Gleichstellungsbeauftragte Annette Fink.

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter und wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Wobei die häusliche Gewalt die häufigste Form ist. „Wir werden 100 orange Luftballons steigen lassen und bitten darum, dass sich viele Menschen anschließen und auf den Kamp kommen“, so Fink. „Orangefarben sollte ein Accessoire sein – zum Beispiel eine Warnweste, ein Schirm oder ein Tuch.“ Das Besondere ist, dass Gymnasiasten aus dem Friderico-Francisceum die Rahmenveranstaltung organisieren.

Auch Doberaner Schüler engagieren sich

„Schulsozialpädagogin Anna Bollnow und Sozialkundelehrer Ingo Walther haben uns das Thema näher gebracht“, erklärt die 16-jährige Mia Smilla Susemihl, die gemeinsam mit Mitschülerin Katharina Scholz für einen gelungenen Aktionstag sorgen will. Auf dem Kamp wird eine Bühne aufgebaut, es gibt Info-Stände, die Trommelgruppe des IB tritt auf, dazu sind diverse Ansprachen geplant. Außerdem sollen die Erlöse eines Kuchenbasars an die IB-Beratungsstelle gehen: „Am Montag führen wir dort ein Theaterstück auf, zeigen einen Hintergrund-Film, den wir selbst gedreht haben“, blickt Katharina Scholz voraus. „Die Schulband singt zwei Songs, die zum Thema passen, und die Kampfkunstakademie Wing Tsun aus Rostock ist vertreten.“

Dazu sei auch geplant, den Flashmob „One Billion Rising“ zu tanzen“, sagt Katharina Scholz, die auch als Schülersprecherin, Vorsitzende im Kreisschülerrat sowie Mitglied im Landesschülerrat aktiv ist. „Wir werben auf der Facebook-Seite des Gymnasiums, privaten Seiten oder Instagram“, sagt Mia Smilla Susemihl. „Außerdem hängen wir unter anderem Plakate auf und machen an der Schule Durchsagen.“ Ziel sei es, so viele Menschen wie möglich zu erreichen, macht die 16-Jährige deutlich: „Ich möchte Dankbarkeit zeigen, dass ich nie Gewalt erfahren musste und Betroffenen eine Chance geben, ihr Leben zu verändern.“

Mitstreiter wollen Betroffenen eine Stimme geben

Die Statistik zeige, dass viele Betroffene nicht den Mut hätten, sich gegen Gewalt zu wehren, erklärt Katharina Scholz: „Wir möchten sie motivieren und denen eine Stimme geben, die keine haben.“ Annette Fink sowie Wiebke Bache und Katja Dabergott vom IB zeigen sich von so viel Engagement begeistert. „Toll, dass sich auch junge Menschen mit diesem Thema beschäftigen“, sagt Fink. „Wir sind glücklich, dass wir so eine Unterstützung gefunden haben.“

Darüber hinaus sollen zur Sitzung der Stadtvertretung am Abend die Antigewalt-Fahne wehen und Lichter entzündet werden – als solidarisches Zeichen für betroffenen Frauen. „Das ist so beeindruckend, wie kreativ die Schüler das umsetzen“, sagt die Leiterin der IB-Beratungsstelle, Wiebke Bache. „Mit solch einer großen Veranstaltung haben wir nicht gerechnet.“

Bislang habe die Beratungsstelle des Internationale Bundes in diesem Jahr 71 Menschen Unterstützung angeboten, so Bache – davon 68 Frauen. In Güstrow werde es am kommenden Montag ebenfalls eine Lichter-Aktion geben – dann ist ab 16.30 Uhr auch Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) als Schirmherrin vor Ort.

Kontakt: Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt Kröpelin – 038 292/82 67 816

Sabine Hügelland

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