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Bad Doberan Häuser am Bahnhof Doberan saniert: Areal soll für Pendler attraktiver werden
Mecklenburg Bad Doberan

Häuser am Bahnhof Doberan saniert: Areal soll für Pendler attraktiver werden

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09:00 23.12.2021
Die Molli GmbH hat zwei verfallenen Häuser am Bahnhof Bad Doberan gekauft und saniert. Molli-Chef Michael Mißlitz (4. v. r.) und Landkreis-Dezernentin Anja Kerl (5. v. r) schneiden mit Molli-Mitarbeitern und Vertretern von Bau- und Planungsfirmen symbolisch das Band durch.
Die Molli GmbH hat zwei verfallenen Häuser am Bahnhof Bad Doberan gekauft und saniert. Molli-Chef Michael Mißlitz (4. v. r.) und Landkreis-Dezernentin Anja Kerl (5. v. r) schneiden mit Molli-Mitarbeitern und Vertretern von Bau- und Planungsfirmen symbolisch das Band durch. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Guido Orth läuft über den neuen Parkplatz am Bahnhof Bad Doberan, schaut sich die zwei sanierten, denkmalgeschützten Gebäude an. „Das war früher eine Garage“, sagt der 80-Jährige, der 25 Jahre auf dem Bahnhof gewohnt hat, und zeigt auf das Gebäude in Gleisnähe. 1996 ist er weggezogen. Die Bauarbeiten der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli GmbH hat er die vergangenen Monate verfolgt. „Das ist schön geworden“, sagt der Diplomingenieur im Eisenbahnwesen.

Vor 15 Monaten war das Areal an der Friedrich-Franz-Straße noch ein Schandfleck. Die Molli GmbH hat das Grundstück gekauft. Im vorderen Haus sind Büroräume für den Molli-Geschäftsbereich Infrastruktur entstanden, im hinteren Haus ein Lager. Zudem gibt es jetzt öffentliche Parkplätze.

Stellwerk-Haus in Privatbesitz

„Das ist hier großer Bahnhof am Bahnhof“, sagt Molli-Geschäftsführer Michael Mißlitz zu dem Projekt. „Der Bahnhof hat seine erste Teilvisitenkarte zurückerhalten.“ Drei Wünsche habe er aber in Richtung Stadt Bad Doberan. Dieser gehört der Bahnhofsvorplatz. Und gerade um diesen drehen sich die Gespräche bei der offiziellen Inbetriebnahme von Gebäuden und Parkplatz am Donnerstag. „Ich weiß, der Bahnhofsvorplatz ist im Haushalt 2022 noch nicht drin, aber die Stärkung des ÖPNV ist wichtig. Es gibt eine Vorplanung. Wir sollten versuchen, eine ordentliche Verkehrsdrehscheibe hinzubekommen.“

Blick auf den Bahnhofsvorplatz mit Wendeschleife, Bushaltestellen und den jetzt sanierten Häusern der Molli GmbH. Quelle: Anja Levien

Dazu gehörten auch Fahrradabstellplätze. Diese sind am Bahnhofsgebäude vorhanden. Es gibt einen Unterstand. Sein zweiter Wunsch sei, dass der Unterstand erneuert würde. Sein dritter Wunsch beziehe sich auf das Stellwerk-Gebäude am Gleis. Dieses ist in Privatbesitz und ist bisher nicht saniert. „Ich würde mir wünschen, dass wir das Stellwerk in den Zustand versetzen können, in dem die anderen beiden Gebäude jetzt auch sind.“

Rebus für Umbau Bahnhofsvorplatz

Thomas Nienkerk, Geschäftsführer Rebus: „Es wäre gut, wenn sich hier was ändert. Wir hätten gerne vernünftige Haltestellen.“ Quelle: Dietmar Lilienthal

„Es wäre gut, wenn sich hier was verändert“, sagt auch Rebus-Geschäftsführer Thomas Nienkerk in Bezug auf den Bahnhofsvorplatz. Die Wendeschleife für den Bus ist beengt. Auf der Insel in der Wendeschleife befindet sich eine Haltestelle, schräg gegenüber am Gehweg weitere Haltestellen. „Wir hätten gerne vernünftige Haltestellen und vernünftige Umstiegsmöglichkeiten zum Schienenpersonennahverkehr“, so Nienkerk.

Auch das Wildparken in der Wendeschleife müsse in den Griff bekommen werden, damit ein Wenden auch möglich sei. Vorschläge, wie das Areal umgestaltet werden könnte, lägen von Rebus bei der Stadt vor.

Das bestätigt Ute Busse, Mitarbeiterin im Amt für Stadtplanung und Entwicklung. Es gebe eine Vorplanung, die Rebus finanziert habe. „Das Ziel ist eine kurze Verbindung von Zug und Schiene.“ Der Wendeplatz würde bleiben, auf der Gehwegseite zwei Haltestellen entstehen. Als nächster Schritt müsste in die Einzelplanung gegangen werden.

„Der Bahnhof ist ein Stück Visitenkarte von Bad Doberan“, sagt Bürgermeister Jochen Arenz. Das betreffe auch den Vorplatz. Planungskosten seien im Doppelhaushalt 2022/2023 eingestellt. Der muss noch von der Stadtvertretung bestätigt werden. Er hoffe, dass 2023 die Planungen umgesetzt werden können.

Und auch das Areal Drümpel, also die Fläche zwischen Friedrich-Franz-Straße, Bahnhofstraße und B 105 soll attraktiver werden und die am Bahnhof ankommenden Gäste und Einheimischen direkt in die Stadt leiten. Der Drümpel ist zum Teil Waldgebiet, zum Teil Parkplatz und Grünfläche. Eine Treppe, die vom Bahnhof auf den Drümpel führt, „ist komplett kaputt“, sagt Jochen Arenz deutlich. „Die ganze Fläche soll neu geordnet und die Wege vom Bahnhof in die Stadt gemacht werden.“

Lärmgutachten für Skateranlage liegt vor

Dafür muss ein Bebauungsplan her, der im kommenden Jahr angegangen wird. Auf dem Areal ist auch eine Skateranlage geplant. „Wir haben dafür jetzt das Lärmschutzgutachten bekommen.“ Ergebnis sei, dass die Skateranlage dort gebaut werden könne, aber ausreichend Abstand zur Wohnbebauung gehalten werden müsse.

Ein erster Schritt, um den Bahnhof attraktiver zu gestalten, ist mit der Sanierung der Gebäude an der Friedrich-Franz-Straße nun vollbracht. „Ich bin total froh, dass die Molli GmbH die Investition da getätigt hat. Es ist superschön geworden“, sagt Jochen Arenz.

Von Anja Levien