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Bad Doberan „Vernetzung mit Ärzten klappt gut“
Mecklenburg Bad Doberan

Hebammen: „Vernetzung mit Ärzten klappt gut“

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17:15 09.12.2019
Sandra Dassow (l.) mit „Notkoffer“ und Anke Wolfram mit Hörrohr Quelle: Thomas Hoppe
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Kröpelin

Am kommenden Freitag, dem 13. Dezember, laden die Kröpeliner Hebammen Anke Wolfram und Sandra Dassow zwischen 13 und 17 Uhr in die Räume ihrer neuen Praxis am Markt 4 zu einem „Tag der offenen Tür“ ein und wollen damit zugleich feiern, dass die Wahlboldenshägerin Anke Wolfram bereits seit zwei Jahrzehnten in ihrem Beruf tätig ist.

Eigentlich wollte die Kühlungsborner Abiturientin Restauratorin oder Architektin werden, doch eine ihrer beiden Schwestern ist ebenfalls Hebamme und alle drei entstammen einer Mediziner-Familie. „Da habe ich mich an der Uni-Klinik in Rostock beworben und wurde angenommen. So ist die Liebe zum Beruf nach den drei Jahren Ausbildung halt gewachsen“, sagt Anke Wolfram zurückblickend.

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In Kröpelin laufen alle Fäden zusammen

Die Mecklenburgerin arbeitete dann in der ersten Hälfte der 2000er Jahre am Starnberger See in Bayern, später mit zwei anderen Hebammen in Kühlungsborn und mietete sich 2010 in Kröpelin beim Internationalen Bund ein: „Ich hatte mir überlegt, dass diese Stadt vom Einzugsbereich für meine Arbeit einfach das Beste wäre, weil alle Fäden an diesem Ort zusammengehen. Von Kühlungsborn aus war das immer so ein Halbkreis nur. Wenn jemand aus Satow angerufen hatte, überlegte man schon, ob man es so weit noch schaffe. Hier arbeiten wir in einem Radius von 25 Kilometern in alle Richtungen – sogar Rostock ist noch mit dabei.“

Seit 2010 kümmert sich Anke Wolfram als Familienhebamme in der Region auch um Familien „mit besonderen Bedarfen“ – zum Beispiel bei Mehrlingsgeburten, um Drogen konsumierende Mütter oder alleinerziehende Minderjährige. So ist sie auch im Kröpeliner Mutter-Kind-Heim tätig und betreut generell die Kinder ab 9. Woche bis zu deren 1. Lebensjahr sowie deren Mütter: „Meistens sind es ja nur Mütter, es gibt ja kaum einen Vater dazu.“

Nach ihrer Einschätzung habe sich die Zahl minderjähriger Mütter in den vergangenen Jahren aber nicht erhöht: „Die ist gleichbleibend – man hat immer mal wieder eine 15-Jährige dabei.“

Bei „Dr. Google“ steht auch viel Humbug

Was die Informiertheit der Schwangeren betrifft, wünschen sich beide Hebammen, dass sie sich lieber nicht so viel bei „Dr. Google“ informieren würden: „Da steht auch viel Humbug im Internet“, begründet das die 29-jährige Sandra Dassow, selbst Mutter von zwei Töchtern, und Anke Wolfram (41), dreifache Mutti von Söhnen, ergänzt: „Wir korrigieren das dann und gleichen auch ein bisschen die wenige Zeit der Frauenärzte aus. Wir bieten keine Vorsorgen an, das macht vor Ort nur die Frauenärztin. Wir beraten hauptsächlich.“

Beide Kröpeliner Hebammen betonen, dass in den letzten Jahren die Vernetzung zwischen Hebammen, Gynäkologen und auch Kinderärzten besser geworden sei: „Das klappt gut.“

Sie beide kamen 2013 zusammen, arbeiteten bis zum vergangenen Oktober noch in Räumen hinterm „Blickwerk“ an der Hauptstraße in Kröpelin. „Hier hat jede von uns ihren Raum, wir können parallel arbeiten oder unsere Akupunktursprechstunde zusammen anbieten“, betont Anke Wolfram, die in diesem Jahr bereits 50 Schwangere und Wochenbettlerinnen betreute. Bei ihrer Kollegin Sandra Dassow stehen bislang 45 zu Buche.

Für Haftpflicht wären 8600 Euro fällig

Früher holten beide auch hunderte Kinder in Kreißsälen auf die Welt, doch die deutlich gestiegenen Jahreshaftpflichtprämien für Hebammen halten sie heute davon ab: „Da ist es einfach zu teuer, zu sagen, ich gehe für zehn Frauen nach Wismar und zahle deshalb 8600 Euro Haftpflicht. Im Jahr 2004 hatte ich noch 1250 Euro zu zahlen gehabt. Da war ich freiberuflich an der Klinik tätig“, erläutert Anke Wolfram und ist sich mit Sandra Dassow einig, dass diese Verteuerung im Klinikbereich nicht nachvollziehbar sei: „Denn nicht nur die Hebamme haftet mit ihrem ganzen Hab und Gut, auch ein Arzt ist dabei und in einer Klinik findet die Geburt statt.“

„Wir würden mit unseren Frauen gern ins Krankenhaus gehen. Man begleitet die Frauen, man kennt sie, man hat ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und dann ... Das ist so schade – ich vermisse die Geburten“, betont Sandra Dassow. Die Wahldetershägerin aus Ravensberg wollte schon immer Hebamme werden: „Seitdem ich denken kann, ich weiß nicht, woher das kommt.“

Von Thomas Hoppe

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