Heiligendamm: Zwei Rettungstürme müssen ersetzt werden
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Bad Doberan Heiligendamm: Darum müssen zwei Rettungstürme ersetzt werden
Mecklenburg Bad Doberan

Heiligendamm: Zwei Rettungstürme müssen ersetzt werden

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19:00 10.01.2021
Der Rettungsturm am Sportstrand in Heiligendamm ist marode und soll möglichst im kommenden Jahr ersetzt werden. Quelle: Lennart Plottke
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Heiligendamm

Keine Fenster, keine Heizung, zum Teil marode Bausubstanz: Deutlich sichtbar sind zwei der drei festen Rettungstürme an der Heiligendammer Ostseeküste nicht mehr auf der Höhe der Zeit. „Auch in den blauen Hauptturm an der Seedeichstraße regnet es öfter mal rein, die Tür ist nicht dicht, das Rollo kaputt“, zählt Lukas Kasper auf.

Gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes und der Stadt hat sich der technische Leiter der Wasserwacht Bad Doberan am Samstag auf den Weg an den Strand gemacht, um die Einsatzbereiche für die Rettungsschwimmer schon jetzt so gut wie möglich vorzubereiten.

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„Bei schlechterem Wetter ist es auf dem Turm am Sportstrand sehr kalt, weil hier einfach keine Scheiben drin sind.“ Lukas Kasper, technischer Leiter Wasserwacht Bad Doberan Quelle: privat

„Eigentlich gucken wir immer erst im Mai, was mit Blick auf die Ausstattung so fehlt“, erklärt Doberans Bürgermeister Jochen Arenz (parteilos). „Meist ist das noch so einiges – deshalb soll es diese Bestandsaufnahme ab sofort immer schon zu Beginn des Jahres geben, damit wir bei Bedarf bis zur Saison noch genügend Zeit haben zu reagieren.“

Und der Bedarf ist tatsächlich groß. „Bei schlechterem Wetter ist es auf dem Turm am Sportstrand sehr kalt, weil hier einfach keine Scheiben drin sind“, sagt Lukas Kasper. „Als kurzfristige Lösung sollen jetzt erstmal Fenster eingebaut werden.“ Darüber hinaus könnte auch die Tür am blauen Turm ausgetauscht werden.

Aktuelle Gebäude sind rund 20 Jahre alt

Dass sich jedoch auch langfristig Dinge ändern müssen – davon ist nicht nur Jochen Arenz überzeugt. „Wir werden nicht drum herumkommen, zwei Rettungstürme komplett zu ersetzen“, macht das Stadtoberhaupt deutlich. „Gerade das Gebäude am Sportstrand bröckelt an allen Ecken und Enden, ist marode – kein Wunder, es ist ja auch schon etwa 20 Jahre alt.“

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Darüber hinaus hätten sich die natürlichen Verhältnisse rund um den Turm in den vergangenen Jahren geändert: „Früher war die Düne sehr viel niedriger als heute – die Besatzung kann jetzt gar nicht mehr richtig drüber gucken und hat so den Strand nicht mehr voll umfänglich im Blick.“

Ausbildung beim DRK

Zwischen 150 und 200 Einsätze verzeichnet die Wasserwacht Bad Doberan jährlich an den Stränden in Heiligendamm und Nienhagen.

Knapp 100 ehrenamtliche Frauen und Männer aus ganz Deutschland sorgen zwischen dem 15. Mai und 30. September für die Sicherheit der Badegäste.

Wer sich engagieren möchte, kann sich auf Instagramm unter wasserwacht.bad.doberan oder per Mail an info@wasserwacht-baddoberan.de beim DRK melden.

Für Interessierte gibt es im Juni einen Rettungsschwimmerkurs am Strand.

„Es ist gut angelegtes Geld – denn es geht darum, in den nächsten 15 Jahren die Sicherheit am Strand zu gewährleisten.“ Jochen Arenz, Bürgermeister Bad Doberan Quelle: Sabine Hügelland

Es müsse an dieser Stelle also ein neuer Rettungsturm her – der dann auch gleich zum Hauptturm umfunktioniert werden soll. „Die Verwaltung plant, entsprechende finanzielle Mittel in den Haushalt 2022 einzustellen“, blickt Arenz voraus. „Darüber entscheiden müssen letztlich die Stadtvertreter.“ Um die Einsatzbedingungen für die Rettungsschwimmer künftig so professionell wie möglich zu gestalten, wird es in diesem Turm auch eine Dusche, Toiletten und eine Küche geben: „Wir werden alles daran setzen, für dieses Vorhaben Fördermittel zu bekommen.“

Turm am Grand Hotel könnte verkleinert werden

Mit im Maßnahmen-Topf soll dann auch der Rettungsturm westlich der Heiligendammer Seebrücke am Grand Hotel sein. „Eine Überlegung ist, den Turm an dieser Stelle zu verkleinern“, erklärt Lukas Kasper. „Denn die Leute sind hier in den vergangenen Jahren immer mehr Richtung Sportstrand abgewandert.“

Der Turm am Grand Hotel könnte verkleinert werden. Das Rettungsboot bekommt einen neuen Platz. Quelle: privat

Eine weitere Änderung: „Bislang ist hier noch das Rettungsboot untergebracht“, sagt Jochen Arenz. „Künftig soll es seinen Liegeplatz in einem Container vor dem blauen Rettungsturm haben – auch diese Anschaffung wollen wir in den Haushalt 2022 aufnehmen.“ Die Verlegung des Rettungsbootes hat vor allem auch logistische Gründe. „Bislang brauchten die Rettungsschwimmer vom blauen Hauptturm bis zum Boot etwa fünf Minuten“, so Arenz. „In dieser Zeit kann ein Mensch in der Ostsee schon ertrunken sein.“

Sicherheit am Strand für die nächsten 15 Jahre

Wie viel die geplanten baulichen Änderungen in Heiligendamm letztlich kosten werden, könne er aktuell noch nicht abschätzen, sagt Arenz – denn sämtliche Maßnahmen bewegten sich im Bereich des Küstenschutzes und müssten deshalb auch mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt abgestimmt werden: „In jedem Fall ist es gut angelegtes Geld – denn es geht darum, in den nächsten 15 Jahren die Sicherheit am Strand zu gewährleisten.“

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Daneben sollen sich auch die Bedingungen für die Rettungsschwimmer spürbar verbessern. „Immerhin sind an unserer Küste vom 15. Mai bis 30. September knapp 100 ehrenamtliche Frauen und Männer aus ganz Deutschland für die Wasserwacht Bad Doberan im Einsatz“, betont Jochen Arenz. „Viele kommen regelmäßig wieder, es sind richtige Freundschaften entstanden – eine wirklich tolle Truppe.“

Von Lennart Plottke