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Bad Doberan Historische Villen in Heiligendamm konnten besichtigt werden
Mecklenburg Bad Doberan Historische Villen in Heiligendamm konnten besichtigt werden
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17:38 08.09.2019
Klaus Klingler (r.) informiert die Besucher beim Tag des offenen Denkmals in Heiligendamm über den Baufortschritt bei der Sanierung der Villen. Quelle: Anja Levien
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Heiligendamm

Bauzeit, Preise, Gefahr durch Hochwasser – beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag nutzen etwa 200 Besucher die Möglichkeit, sich über die drei Villen am Strand von Heiligendamm zu informieren und Fragen zu stellen. Die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) von Heiligendamm-Investor Anno August Jagdfeld hat erstmals die Öffentlichkeit auf die Baustelle schauen lassen: Derzeit werden drei Villen saniert. Die Teilnehmerzahl war begrenzt.

Heidrun und Bernd Kupka laufen die Prof.-Dr.-Vogel-Straße entlang und sehen die Kolonnaden. „Als Kind war ich mit meinen Eltern öfter hier. Im Schwanencafé haben wir Eis gegessen“, erzählt die 53-Jährige. Damals, das sei Mitte der 70er gewesen. Eis wird hier schon lange nicht mehr verkauft. Die Kolonnaden stehen wie die Villen seit Jahren leer, die Straße ist für die Öffentlichkeit gesperrt.

Mit der Sanierung der Kolonnaden soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Quelle: Anja Levien

Die acht Villen neben dem heutigen Grand Hotel Heiligendamm sind zwischen 1854 und 1862 errichtet worden. Weil sie wie bei einer Perlenkette aufgereiht nebeneinander stehen, wird das Häuser-Ensemble oftmals so bezeichnet. Die Villa „Perle“ und die Villa „Greif“ sind bereits saniert, die Villa „Möwe“ wird in wenigen Wochen an die neuen Wohnungseigentümer übergeben. An der Villa „Seestern“ und der Villa „Schwaan“ wird gebaut.

„Unsere Aufgabe ist es, die Häuser in den Originalzustand zu versetzen“, sagt Klaus Klingler, der bei der ECH maßgeblich für die Villensanierung verantwortlich ist. Dabei gebe es keine Pläne von den Häusern. „Wir haben Fotos und alte Aufzeichnungen aus Büchern, so dass wir uns nicht frei was ausdenken“, sagt er und die Besucher lachen. Zwei Jahre dauere es vom Spatenstich bis zur Übergabe einer Villa.

„Unsere Aufgabe ist es, die Häuser in den Originalzustand zu versetzen.“ Klaus Klingler, ECH Quelle: Anja Levien

Die Sanierung sei nicht einfach. „Die Gebäude wurden für die Sommerfrische gebaut, ohne Ofen, keine Küche“, erläutert Klingler. Heute sei der Anspruch: „Aussehen wie 1862, aber innen wie 2019.“ Das sei nicht einfach.

Unter der Villa „Seestern“ ist der Keller gebaut, die Geschossdecken sind drin, die Fenster in der Produktion, der Dachstuhl in Arbeit, zählt Klingler auf. Eine Frage, die er mehrfach beantworten muss: Ob die Ostsee bei Sturmflut die Villen nicht gefährde. Klingler verweist auf die Hochwasserschutzwand, die jeden Herbst auf der Wiese vor den Häusern installiert wird.

Die Eigentumswohnungen, die in den Villen entstehen, würden ab 1 Million aufwärts kosten, beantwortet Klaus Klingler eine weitere Frage. „Die Sanierung in dieser Qualität kostet viel Geld. Wer hier kauft, macht es, weil er die Qualität der Architektur und der Lage kennt.“

Ob die Straße für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wird, möchte jemand wissen. Klaus Klingler verneint. „Es ist nicht zu beherrschen“, sagt er.

Heidrun Kupka fände es toll, wenn sie öfter hier langgehen könnte, kann die Gründe, warum das nicht gehe, aber nachvollziehen. Dennoch: „Ich bin glücklich, dass es hier weitergeht. Das hier zu erleben, was aufgebaut wird, das ist toll.“

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