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Bad Doberan Hobbymaler bringen ihre Umwelt vom Feldrand in den Skizzenblock
Mecklenburg Bad Doberan Hobbymaler bringen ihre Umwelt vom Feldrand in den Skizzenblock
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18:16 08.05.2019
Dozentin Sonja Jannichsen (von links) gibt Kati Viehweg und Madeleine Castillon Hilfestellung, wie sie sich durch das Bild ausdrücken können. Quelle: Cora Meyer
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Bad Doberan/Bastorf

Bevor sie den ersten Strich zeichnet, muss Cornelia Reinwarth erst mal ihren Skizzenblock einfangen. „Der Wind ist eine der Herausforderungen, wenn man draußen malt.“ Die Stralsunderin nimmt am „Plein-Air-Festival“ teil und hat sich vor dem Doberaner Münster postiert. Ansonsten malt sie eher in geschlossenen Räumen. „Ganz allein mache ich mich eher nicht auf den Weg nach draußen.“ Allein ist sie hier nicht. Rund um das Münster stehen und sitzen noch acht weitere Künstlerinnen. Susanne Mull, die Leiterin des Kurses „Pastellmalerei“, gibt ihnen Hilfestellung. „Ich achte zum Beispiel auf die Farbgebung und auf Licht und Schatten.“ Die spielen auch für Cornelia Reinwarth eine Rolle. Sie zeichnet die Tür zur Sakristei. „Weil sich die Lichtverhältnisse ändern, empfehle ich meinen Schülern immer, vor dem Bild eine Skizze zu machen oder ein Handyfoto. Aber manchmal sind sie so heiß drauf, endlich loszulegen.“ Das war auch Cornelia Reinwarth. Sie hat bereits mit dem Bleistift die Mittellachse für ihr Motiv ermittelt und erste Konturen gemalt. Jetzt zückt sie den Skizzenblock.

Von der Skizze zum Gemälde

Mit einer Skizze beginnen auch die Aquarellmaler, die sich am Leuchtturm in Bastorf an den Feldrand gesetzt haben. „Die Skizze wird dann koloriert. Dadurch kann ich mich in die Teilnehmer einfühlen und sehen, was sie ausdrücken wollen“, sagt Kursleiterin Sonja Jannichsen. „Es gibt kein ,falsch’, und jeder kann malen.“ Heidi Bauer entwickelt bereits das Aquarellbild aus ihrer Skizze. Sie ist extra für das „Plein-Air-Festival“ aus München angereist. „Ich male immer draußen“, sagt sie. „Auch bei Minustemperaturen.“ Sie hat sich als Motiv den Blick vom Leuchtturm über die Rapsfelder bis zur Ostsee ausgesucht. „Ich wollte ein bisschen was mit Gelb haben.“ Schade sei nur, dass man den Geruch des Rapses nicht mit in das Bild hineinmalen könne.

Zehn Hobbykünstler haben sich mit Sonja Jannichsen auf den Weg zum Leuchtturm gemacht. „Ursprünglich wollte ich zur Abbruchkante. Aber die Gruppe hat gemeinsam etwas anderes entschieden.“ Ihr Motiv frei wählen konnten auch die Pastellmalerinnen am Münster. Auch Susanne Mull hatte einen Plan: „Erst wollte ich alle die Klosterruine zeichnen lassen. Aber die wäre einigen möglicherweise zu anspruchsvoll gewesen.“ Außerdem seien die Geschmäcker verschieden. Einige bevorzugten die historischen Gebäude, andere die Natur der Parkanlage.

Praktische Erfahrungen von Vorteil

Die Teilnehmer haben unterschiedliche Vorkenntnisse. Für das „Plein-Air-Festival“ brauche man aber schon eine gewisse Erfahrung, sagt die freischaffende Künstlerin. „Allein schon, um zu wissen, was man alles mitnehmen muss.“ Cornelia Reinwarth hat zwei Fahrradtaschen und einen Rucksack neben ihrer Staffelei liegen.

Festival fördert Tourismus

Susanne Mull leitet einen von fünf Workshops im Rahmen des Festivals. 62 Teilnehmer haben sich in diesem Jahr insgesamt angemeldet. An der Freiluftmalerei beteiligen sich 35 Hobbykünstler. „Viele kommen extra deswegen nach Kühlungsborn“, sagt Susanne Mull. „Das sind niveauvolle Leute. Deshalb denke ich, dass das Festival auch ein guter Baustein für den Tourismus ist.“ Das sieht Katja Seppelt von der Tourismus GmbH Kühlungsborn ebenso: „Das ,Plein-Air-Festival’ ist ein tolles kulturelles Event, welches die gesamte Region in den Vordergrund stellt.“

Ausstellung in der Kunsthalle

Malorte sind neben dem Münster und dem Leuchtturm der Strand in Kühlungsborn und die Alte Büdnerei. Am Donnerstag und Freitag können sich die Festivalteilnehmer auf eigene Faust Motive in der Umgebung suchen. Anschließend können sie ihre Werke in der Kunsthalle Kühlungsborn ausstellen. Samstag werden dort ein Publikumspreis und drei Jurypreise verliehen.

Die Termine für das nächste Jahr stehen schon fest. Vom 3. bis zum 10. Mai 2020 wird in Kühlungsborn und Umgebung wieder unter freiem Himmel gemalt. „Und es gibt auch schon die ersten Anmeldungen“, sagt Sonja Jannichsen.

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Cora Meyer

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