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Bad Doberan So machen sich Kühlungsborns Gewässer winterfein
Mecklenburg Bad Doberan So machen sich Kühlungsborns Gewässer winterfein
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11:00 28.11.2019
Holger Hannmann (rechts) und Olaf Schmidt vom Wasser- und Bodenverband Hellbach-Conventer Niederung entkrauten den Fulgen zwischen Molligleis und Hafenstraße.  Quelle: Cora Meyer
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Kühlungsborn

Der Sommer wirkt sich auch auf die Pflanzen im Fulgen aus. „Durch die Trockenheit befindet sich weniger Wasser im Lauf, die Menge der Nährstoffe im Fulgen bleibt aber gleich. Dadurch steigt die Konzentration und der Bewuchs wird stärker“, sagt Sebastian Schubert, Ingenieur beim Wasser- und Bodenverbandes Hellbach-Coventer Niederung (WBV).

„Wenn erst Anfang November gekrautet wird, stehen die Wasserpflanzen von Juni bis Oktober im Gewässerprofil“, sagt der Ingenieur. „Das ist gut für den Lebensraum, aber ungünstig für den Wasserabfluss. Daher wollen wir künftig einige Bereiche in Ortslagen zweimal pro Jahr krauten lassen.“ Dabei handle es sich um den Fulgen-Abschnitt zwischen Straßenbrücke Hafenstraße und der Fußgängerbrücke. „Da dadurch der Aufwuchs jeweils nicht so hoch war, konnte sie Anfang Juli und Ende September durchgeführt werden“ – und ist damit in diesem Jahr früher als sonst beendet.

Rechtzeitig zum Winter werden die letzten Gewässer im Gebiet des Wasser- und Bodenverbandes Hellbach-Coventer Niederung wieder flottgemacht. Der Verband entfernt Kraut und langes Gras im Uferbereich. Gehölze werden zurückgeschnitten, wenn beispielsweise größere Äste den Abfluss behindern. „Um ihn zu gewährleisten, sind diese Arbeiten einmal im Jahr nötig“, sagt Verbandsingenieur Sebastian Schubert.

Was macht der WBV?

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es flächendeckend 27 eigenständige Wasser- und Bodenverbände (WBV). Das Gebiet des WBV „Hellbach-Conventer Niederung“ erstreckt sich von der Westgrenze der Hansestadt Rostock bis zum Salzhaff. Er unterhält Gewässer mit einer Länge von ungefähr 650 Kilometern. Mitglieder im Verband sind vor allem die Gemeinden. Diese finanzieren den Verband über Beiträge, die wiederum auf die Eigentümer der Flurstücke in der Gemeinde umlegt werden.

Ziel sei es, den Ablauf des Wassers zu gewährleisten, zumal es sich an der betroffenen Stelle um eine sensible Fläche handele, wo bei einer Überflutung an den angrenzenden Gebäuden viel Schaden entstehen könnte.

Räumung mit Maschinen und per Hand

Am Abschnitt vor dem Sperrwerk müssen die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes beim Entfernen des Krauts selbst Hand anlegen. Am oberen Abschnitt kommen Traktoren und Bagger zum Einsatz, um den Bachlauf freizuhalten.

„Die maschinelle Krautung sollte nach Beendigung der Sportbootsaison und vor Beginn des Forellenaufstiegs durchgeführt werden“, sagt Sebastian Schubert. Denn dieser könne durch die Arbeiten beeinträchtigt werden. „Mähgut, das nicht aufgehalten oder entnommen wird, kann sich außerdem in den Schiffsschrauben verheddern.“ In unregelmäßigen Abständen sei eine Grundräumung hydraulisch erforderlich, sagt Sebastian Schubert. Dann entnehme der Wasser- und Bodenverband zusätzlich zur Instandhaltung der Uferbereiche Sediment aus dem Bach.

„Der Fulgenbach beginnt südlich von Vorder Bollhagen, verläuft südlich am Bollhagener Bruch vorbei, dann durch Hinter und Klein Bollhagen. Er fließt durch die Wiesen an Fulgen vorbei, kreuzt die Mollischienen, die Hafenstraße und läuft über das Sperrwerk an der Hafenpromenade über den Hafen in die Ostsee“, sagt der Ingenieur. Der Fulgenbach ist fast sieben Kilometer lang. Auf 925 Metern verlaufe er allerdings unter der Erde durch Rohre. Das Gewässer ist Teil des Bollhägener Fließes, das in einem Moorgebiet nordöstlich von Kröpelin entspringt und durch Bad Doberan läuft.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere

„Mit nur knapp 80 Zentimetern ist das Gewässer zu schmal für Sportboote“, sagt Sebastian Schubert. Stattdessen leben hier unter anderem Fischotter, Forellen, Hechte, Barsche, Flundern und Muscheln. Außerdem gibt es mehrere Gehölz- und Feuchtbiotope am Fulgenbach.

Nach den Starkregenfällen Ende Juli war er neben anderen Gewässern in der Umgebung über die Ufer getreten. Das sei allerdings unproblematisch, sagt Sebastian Schubert. „In den Wiesen oberhalb der Molli-Brücke tritt der Bach als erstes über die Ufer und zieht sich dann in der Regel nach kurzer Zeit wieder zurück. Grundsätzlich kann der Fulgenbach aber auch größere Regenfälle aufnehmen.“

Was genau gemacht werden muss, haben die Fachleute bei einer Gewässerschau im Frühjahr festgestellt. „Dann wurde darüber ein Protokoll gefertigt, das abgearbeitet werden muss“, erklärt Sebastian Schubert. Die Krautung soll bis Ende November überall abgeschlossen sein.

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Von Cora Meyer

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