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Bad Doberan Im Möckelhaus geht eine Ära zu Ende
Mecklenburg Bad Doberan Im Möckelhaus geht eine Ära zu Ende
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15:44 31.07.2019
Silvana Rieck (2.v.r.) wurde als Leiterin des Doberaner Stadt- und Bädermuseums offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Mit dabei auch ihre Nachfolgerin Lisa Riess (v.r.), Mitarbeiterin Regine Grzech sowie Bürgermeister Jochen Arenz. Quelle: Lennart Plottke
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Bad Doberan

„Wer weiß noch, wer 1981 in Westdeutschland Bundeskanzler war?“, fragte Doberans Bürgermeister im Ratssaal des Rathauses und guckte die zahlreich erschienenen Verwaltungsmitarbeiter erwartungsvoll an. „Ach, kommt schon Leute – natürlich Helmut Schmidt!“ Gut – dass in der DDR zu dieser Zeit Erich Honecker das Sagen hatte, war da schon leichter zu beantworten. „Und der US-Präsident?“ Ronald Reagan. Außerdem wissenswert: Bayern München wurde 1981 Deutscher Fußball-Meister.

„Das Museum ist insgesamt toll ausgestattet – damit hat Silvana Rieck der Stadt einen großen Dienst erwiesen.“ Ellen Stage, Mitarbeiterin Bauamt Quelle: Lutz Werner

„Aber das größte Ereignis in diesem Jahr warst ganz sicher Du“, sagte Arenz – und sein Blick fiel auf Silvana Rieck, die an der eingedeckten Kaffeetafel direkt neben ihm saß. Die kleinen Denkanstöße kamen nicht von ungefähr – denn an diesem Mittwochmorgen verabschiedete sich die 61-Jährige auch offiziell in den Ruhestand.

Vor 38 Jahren hatte Rieck am 1. September ihre Arbeit in der Doberaner Stadtverwaltung aufgenommen – und in dieser Zeit deutliche Spuren hinterlassen. „Wir verbinden Dich vor allem mit unserem Stadt- und Bädermuseum“, erklärte Arenz. „Hier hast Du Deine Seele reingesteckt – eigentlich könnte das Haus auch ‚Silvana-Museum‘ heißen.“

Fast 40 Jahre Museumsgeschichte

Meinte auch Regine Grzech, Riecks langjährige Wegbegleiterin im Möckelhaus an der Beethovenstraße: „Wir blicken heute auf fast 40 Jahre Museumsgeschichte in Bad Doberan zurück – und auf viele Erinnerungen.“ Brigade-Führungen in den 1980ern, Museumsfeste, Theatervorführungen und unzählige Ausstellungen: „Das Museum war anfangs wie eine kleine Kultur-Insel für Bad Doberan“, sagte Grzech. „Da war fast mehr los als heutzutage.“

Historisches Spielzeug, Bade-Empfehlungen für Touristen, Wissenswertes zur Rennbahn, zum Moorbad oder zur Schulgeschichte: „Wir haben uns vielen, ganz unterschiedlichen Themenfeldern gewidmet.“ Bemerkenswert: „Die vor vielen Jahren von Silvana Rieck erstellte Möckel-Broschüre ist auch heute noch aktuell und wird nach wie vor verkauft“, machte Grzech deutlich.

„Ich kenne niemanden aus der Verwaltung, der seine Freizeit mit so viel Engagement zur Verfügung gestellt hat.“ Annette Fink, Gleichstellungsbeauftragte Quelle: Sabine Hügelland

Fast noch wichtiger: „Der größte Kampf galt in all den Jahren dem Erhalt des Möckelhauses“, so Grzech. „Die bauliche Beschaffenheit des Gebäudes, immer wieder Feuchtigkeit, Schwamm – das hat uns schon stark gefordert.“ Im Rückblick sei diese Zeit auch für sie die prägendste gewesen, sagte Silvana Rieck: „Die Umgestaltung des Hauses in den Jahren 1997 bis 2004 war sicher die größte Herausforderung – aber auch die tollste Erfahrung.“

Doch die „vielen schlaflosen Nächte“ hätten sich letztlich gelohnt, ist Rieck überzeugt: „Jetzt haben wir aus meiner Sicht die optimale Nutzung des Möckelhauses erreicht und die Räume komplett erlebbar gemacht.“ Eine Auffassung, der sich auch Bauamts-Mitarbeiterin Ellen Stage anschloss: „Das Museum ist insgesamt toll ausgestattet – damit hat Silvana Rieck der Stadt einen großen Dienst erwiesen.“

Engagement über die Arbeitszeit hinaus

Auch, weil sich die Leiterin weit über ihre eigentliche Aufgabe hinaus für das Stadt- und Bädermuseum eingesetzt habe, so Stage. „Ich kenne niemanden aus der Verwaltung, der seine Freizeit mit so viel Engagement zur Verfügung gestellt hat“, sagte auch Doberans Gleichstellungsbeauftragte Annette Fink, die mit Silvana Rieck seit Kindertagen eine Freundschaft verbindet: „Wir haben damals in Rerik dicht beieinandergewohnt, hatten einen gemeinsamen Weg zu Kindergarten und Schule.“

Die enge Bindung der beiden Frauen konnte auch eine Begebenheit aus der Kindheit nicht lösen. „Damals habe ich Dich auf dem Spielplatz mit Sand beworfen“, sagte Fink und lachte. „Ich bin Dir dankbar, dass Du mir das nicht langfristig übel genommen hast.“ Im Gegenteil: „Ob bei der Doberaner Frauen- und Familienwoche oder bei vielen Ausstellungen – Du hast Dich ganz oft mit vielen Ideen und Initiativen eingebracht.“

Im Möckelhaus an der Beethovenstraße ist das Doberaner Stadt- und Bädermuseum beheimatet. Quelle: Lennart Plottke

Bei aller Anstrengung: „Es geht vieles, wenn man das, was man tut, auch gern tut“, betonte Silvana Rieck. „Und das war bei mir der Fall – auch dank der Kollegen, die meinen weiten Weg mitgegangen sind.“ Dennoch würde sie rückblickend eine Sache doch anders machen: „Man spricht neudeutsch ja von der ‚Work-Life-Balance‘“, sagte Rieck: „Ich würde das dann doch mehr zugunsten des ‚Life‘ austarieren und besser mit meinen Kräften haushalten.“ Kein Problem, meinte Bürgermeister Jochen Arenz: „Du kannst ja demnächst auf 450-Euro-Basis im Museum mitarbeiten . . .“

Baumeister Gotthilf Ludwig Möckel ließ sich in den Jahren 1886 bis 1888 im Doberaner Klosterbezirk sein Wohnhaus erbauen.

1934 wurde es der Stadt Bad Doberan zur Nutzung als Museum übergeben.

Nach umfangreichen Rekonstruktionen in den Jahren 1981/82 konnte das Gebäude in der Nutzung als Stadtmuseum und Standesamt wiedereröffnet werden. Im Dezember 1997 musste das Möckelhaus wegen gravierender Bauschäden geschlossen werden.

Zwischen 1998 und 2004 wurde das Möckelhaus umfassend saniert – inklusive komplettem Innenausbau und aufwendiger denkmalpflegerischer Arbeiten.

Lennart Plottke

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